Ihr umfangreiches Wissen über Meerrettich hat Heilpraktikerin Irene Hamburger aus Mitterbuch in einem Buch zusammengefasst.
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Ihr umfangreiches Wissen über Meerrettich hat Heilpraktikerin Irene Hamburger aus Mitterbuch in einem Buch zusammengefasst.

Irene Hamburger schwört auf das „heimische Antibiotikum der Natur“ und hat ein Buch geschrieben

Das Geheimnis des Meerrettichs

Mitterbuch – Bei Irene Hamburger kommt Meerrettich auf vielfältige Art und Weise zum Einsatz. Nun hat die 62-Jährige ein Büchlein über das „heimische Antibiotikum der Natur“ geschrieben.

Mitterbuch – Meerrettich kommt bei Irene Hamburger auf vielfältige Art und Weise zum Einsatz. Das „heimische Antibiotikum der Natur“ verwendet die 62-Jährige nicht nur in der eigenen Küche, sondern auch beim Pflanzen gießen, bei gesundheitlichen Problemen oder gar als Kleintier-Futter. „Bei allen Lebewesen wirkt sich die scharfe Wurzel positiv auf das Wohlbefinden aus“, ist die Landwirtin aus Mitterbuch überzeugt. Nun hat die Heilpraktikerin für Mensch und Tier ihr Wissen über Meerrettich und Milchsäurebakterien in einem Buch zusammengefasst.

Bereits seit ihrer Kindheit kennt Hamburger Meerrettich als wichtiges Nahrungs- und Hausmittel. Ihre große Begeisterung für die Wurzel brach allerdings erst Jahrzehnte später aus. Mit ihrem Mann Edi betrieb sie in Mitterbuch bis 2019 die seit 1950 existierende Schweinezucht. 2003 testete die Landwirtin erstmals, wie sich Kren im Futter auf die Gesundheit der Tiere auswirkt – mit Erfolg. Viel weniger Medikamente und Antibiotika habe man für die Schweine benötigt, seitdem das Pulver der Pflanze fester Nahrungs-Bestandteil wurde.

Irene Hambuger: Gefragte Expertin in Sachen Meerrettich

Irene Hamburger ging mit ihrem Wissen vor einigen Jahren an die Öffentlichkeit und wurde zu einer gefragten Ansprechpartnerin im ganzen Land. Regelmäßig gibt sie Vorträge und Seminare. Mit ihrer Firma Futter- und Naturheilmittel Hamburger, die von Sohn Michael geführt wird, vertreiben sie seit über zehn Jahren Produkte des Meerrettich-Anbau-Betriebs aus der Steiermark, den die Tierheilpraktikerin 2003 besichtigte. Bei der menschlichen Naturheilkunde und vielen Tierarten häuften sich über die Jahre Hamburgers positive Kren-Erfahrungen.

Immer wieder sei sie angesprochen worden, ob sie ihre Kenntnisse nicht zu Papier bringen könnte, erzählt sie. In der Wissenschaft erhalten Meerrettich und Milchsäurebakterien (Mikroorganismen) nämlich immer noch wenig Beachtung, erklärt die 62-Jährige. Als die Hamburgers den Hof an ihren Sohn Michael übergaben und die Schweinezucht aufgelöst wurde, war im Herbst 2019 endlich der richtige Zeitpunkt zum Schreiben des Buchs gekommen. Kurz vor Weihnachten 2020 war das in Isen gedruckte Werk mit seinen 152 Seiten fertig. In den zwölf Kapiteln informiert Hamburger über ihre eigenen Erfahrungen in der Schweinezucht, Rückmeldungen ihrer Kunden sowie den wissenschaftlichen Hintergrund. Kren und Milchsäurebakterien seien eine perfekte Kombination zur Stärkung des Immunsystems. Meerrettich, Heilpflanze des Jahres 2021, enthalte viele gesunde Inhaltsstoffe und Mineralien. „Das Vitamin C einer Pflanze nimmt der Körper viel leichter auf als künstlich hergestelltes“, erklärt die Expertin. Weitere positive Auswirkungen gebe es für den Stoffwechsel sowie die Schleimhäute von Darm und Leber.

Meerrettich: Hilfe bei verstopfter Nase, Appetitlosigkeit oder Insektenstichen

Selbst Covid-19 spricht die Heilpraktikerin in ihrem Buch an. Auch als Prophylaxe für diesen Virus könne die Kren-Einnahme zumindest nicht schaden. „Wer eine gute Körperabwehr hat, kriegt auch nicht so leicht Corona und ist weniger gefährdet“, ist Hamburger überzeugt.

In ihrer Arbeit als Heilpraktikerin rät Irene Hamburger ihren Kunden häufig zur Einnahme von Kren. In ihrer Lektüre berichtet sie auch über Erfolgsmeldungen. Die Einnahme ihrer Materialien habe unter anderem bereits verstopfte Nasen, Appetitlosigkeit bei Senioren, einen verstopften Darm oder Rückenschmerzen gemildert. Auch bei Fußpilz, gereizten Atemwegen oder Insektenstichen habe der Meerrettich schon geholfen, freut sich die Mitterbucherin.

Die Wurzelpflanze wächst für den Eigengebrauch auch in ihrem eigenen Obst- und Gemüsegarten. Laut Hamburger ist sie „pflegeleicht und widerstandsfähig, braucht wenig Wasser und sprießt mehrere Jahre lang“. Geerntet wird sie normalerweise von September bis Februar. Bei den Hamburgers kommt der Kren in fast jede Suppe, Soße oder in den Salat. Sie mögen die leicht scharfe Note.

Flüssiger Meerrettich und Mikroorganismen beim Blumen gießen

In ihrer Lektüre hat die 62-Jährige auch einige Rezepte abgedruckt (siehe unten). Wie man dort ebenso erfährt, verwendet die Tierheilpraktikerin flüssigen Meerrettich und Mikroorganismen auch beim Blumen gießen: „Die Pflanzen bleiben dadurch gesünder, und man hat einen längeren Ertrag.“ Aber auch für viele Klein- und Haustiere empfiehlt die Landwirtin die Einnahme der Wurzel in Pulver oder flüssiger Form. Nicht nur Rinder, Legehennen oder Kaninchen hätten es auf ihren Rat hin schon erfolgreich eingenommen, sondern auch Brieftauben, Hunde, Mastgeflügel, Schafe, Pferde oder gar Fische, erzählt sie.

Mit ihrem Werk möchte Hamburger verlorenes oder nicht bekanntes Wissen über die scharfe Wurzel verbreiten: „Viele kaufen Ingwer oder Kurkuma, aber die sind im Gegensatz zum Kren nicht heimisch, und Meerrettich wirkt mindestens genauso gut.“ Das eigene Buch war für sie eine große Herausforderung, „aber es ist so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe“. Zu erwerben gibt es ihre Lektüre zum Preis von 29 Euro in ihrem Onlineshop (www.fnh-hamburger.de) oder per E-Mail unter irene-hamburger@t-online.de.

Rezept-Tipp: Tomaten-Meerrettich-Soße 

„Schnell und fix und auch noch echt gesund“ – so schwärmt Irene Hamburger von ihren Gerichten, die sie mit frischem Kren zubereitet. Eine der Spezialitäten in ihrem Buch ist ihr Rezept der Tomaten-Meerrettich-Soße.

Zutaten: Ein Kilogramm Tomaten, zwei bis drei Paprikaschoten grün oder gelb, ein Apfel, 50 g geriebener Meerrettich, eine Zwiebel, ein TL Salz, zwei bis drei EL Zucker oder Gelierzucker, 1 EL Apfelessig und 1/8 Liter Wasser.

Zubereitung: Zutaten klein schneiden, Wasser zum Kochen bringen. Alle zuvor genannten Zutaten hinzu geben. Die Mischung gut eine halbe Stunde lang kochen lassen. Anschließend von der Herdplatte nehmen und pürieren.

Verzehr: Hamburger beschreibt die Soße als „gesunde Alternative zu Ketchup“. Sie kann zu Pommes, Spaghetti, gekochten Kartoffeln oder Ofenkartoffeln verzehrt werden. Falls nicht alles benötigt wird, kann die übrige Soße als Vorrat in Schraubverschlussgläsern aufbewahrt werden. Danach einfach wieder neu erhitzen.

Markus Ostermaier

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