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Ende November stellte Bürgermeister Ferdinand Geisberger die Ergebnisse der Jungbürgerbefragung vor. 

Standortsuche

Ein Jugendtreff mitten im Ort

Buch am Buchrain – 62 Prozent der Bucher Jugendlichen wünschen sich einen Jugendtreff. Im Gemeinderat wurde bereits über mögliche Standorte diskutiert.

Im Herbst wurde die junge Bucher Generation zwischen zehn und 21 Jahren nach ihrer Meinung gefragt. Mit Unterstützung des Sozialpädagogen Matthias Gallenberger von der Brücke Erding führte die Kommune eine Befragung durch. Die Ergebnisse wurden den Teilnehmern bereits Ende November in einer Jungbürgerversammlung präsentiert. Nun bekam das Ratsgremium die Auswertung.

Gallenberger zeigte sich mit dem Rücklauf von 104 der 200 ausgegebenen Bögen zufrieden. Außerdem resümierte der 31-jährige Jugendsozialarbeiter, dass die Bucher Mädchen oftmals unzufriedener seien als die Buben. Die abgegebenen Wünsche der Jugendlichen beurteilte er als „halbwegs realistisch“. Die Umfrageergebnisse bezeichnete er als gute Grundlage für die Gemeinde.

Den einzigen großen Gesprächsbedarf hatte der Gemeinderat beim Thema Jugendtreff, für den 62 Prozent der Teilnehmer die Notwendigkeit sahen. Matthias Steutzger (parteifrei) sagte, dass er eine Container- oder Bauwagen-Lösung toll fände. Gallenberger berichtete aus seiner Erfahrung, dass etwa in Isen ein Bauwagen wegen Vermüllung oder zu vielen Feiern nicht lange funktioniert habe. Außerdem sei ein Bauwagen auch ein „schwieriger Ort, um gute Jugendarbeit zu leisten“.

Wie schon in der Bürgerversammlung wiederholte Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) noch einmal seine Idee, eventuell mit der Feuerwehr zusammen zu arbeiten. Diese muss nach Dienstvorschrift in ihrem neuen Vereinsheim auch einen Jugendraum einrichten. Eventuell könne man diese Räume auch für einen gemeindlichen Jugendtreff nutzen. „Wenn, dann kann ich es mir aber nur in betreuter Form vorstellen“, machte der Rathauschef klar.

Mit diesem Standortvorschlag war Steutzger weniger glücklich. „Das ist dann mitten im Wohngebiet. Da könnte es Lärmprobleme geben.“ Geisberger entgegnete: „Die Jugend gehört für mich zum Ort und zur Gesellschaft, deswegen müssen wir sie direkt hier einbinden.“ Jugendreferent Bernhard Blasi (CSU) gab zu bedenken, dass Steutzgers Gegenvorschlag Sportgelände – das wurde auch von vielen Jugendlichen angeregt – nicht so zentral wäre.

„Man nimmt der Jugend ja eh den Wind raus, wenn man etwas Betreutes macht“, fand Axel Krämer (CSU). Ähnlich sah es Martin Dondl (WG): „Wenn man alles raus verlagert, haben wir irgendwann kein Leben mehr im Ort.“ Auch WG-Rätin Margit Kunstwadl („Die Gesellschaft wird sowieso immer spießiger“) sprach sich für einen zentralen Standort aus und schlug vor, die Jugendlichen bei der Gestaltung aktiv einzubinden. Diesen Gedanken konnte Gallenberger nur unterstützen: „Je mehr man die jungen Leute einbezieht, desto besser läuft es.“

Wie in der Sitzung erwähnt wurde, ist die Gemeinde bei vielen Wünschen der Jugendlichen wie bessere ÖPNV-Verbindung, Radwege oder Handynetz schon aktiv. Andere Themen will man noch anpacken. Auf jeden Fall soll die Befragung laut Geisberger nicht in der Schublade verschwinden. Die Auswertung der Umfrage ist demnächst auch auf der Homepage von Buch zu sehen.

Markus Ostermaier

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