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Die Ausweichspur während der Brückenbau führt nach links. Nach hinten rechts verläuft eine Baustraße.

A 94-Baustelle

Eine Landschaft verändert sich

Buch am Buchrain – Die A 94 ist ein Großprojekt mit gigantischen Auswirkungen. Die Baustraßen sind bereits asphaltiert. Die Hammerbach-Brücke wächst im Juli in die Höhe.

Autofahrer, die öfter zwischen Buch am Buchrain und Walpertskirchen unterwegs sind, können dabei zusehen, wie sich dort die Landschaft verändert. Seit ein paar Monaten wird nämlich die Autobahn A 94 weitergebaut. Die künftige Trasse verläuft teilweise durch die Ortsteile Hammersdorf und Hausmehring im Bucher Norden

Projektstart war bereits im Februar. Im Bucher Autobahngebiet ist die Fläche der Trasse schon seit mehreren Jahren freigelegt. Grundeigentümer haben damals das betroffene Stück Wald selbst abgeholzt. Heuer mussten nur noch wenige Bäume gefällt werden. Welche genau, wurde bei Vermessungen mit der Umweltbaubegleitung entschieden, berichtet Oliver Lauw, Geschäftsführer der A 94 Isentalautobahn GmbH & Co. KG. Er spricht von einigen naturschutzrechtlichen Auflagen. „Wir mussten darauf achten, dass es im Baugebiet keine Vögel gibt, die hier nisten, und dass sich keine Amphibien niederlassen“, erläutert der Geschäftsführer und nennt als Beispiel für letzteres die Gelbbauchunke, also kleine, spitzwarzige Frösche.

Zuletzt wurden auf der gesamten, 33 Kilometer langen Autobahntrasse zwischen Pastetten und Heldenstein Baustraßen errichtet. Seit Ende Mai habe man nun einigermaßen gute durchgehende Wege, erklärt Lauw. Ein Teil des Verkehrs laufe bereits über die Baustraßen, um somit öffentliche Straßen zu schonen. Die Zulieferung von Material müsse allerdings über öffentliches Netz erfolgen, erklärt Lauw. „Das Verteilen machen wir dann aber auf den Baustraßen.“

Ebenso wurde im Bucher Gemeindegebiet schon mit bodenverbessernden Maßnahmen begonnen. In Vorbereitung zum Brückenbau werden Bohrpfähle mit 1,20 Meter Durchmesser in den Boden gesetzt. „Wenn diese erst einmal drin sind, kann es schnell gehen“, erläutert Nikolaus Arndt, technischer Projektleiter der ARGE Isentalautobahn. Er schätzt, dass heuer auf der ganzen A 94 Strecke mit der Errichtung von 40 der insgesamt 58 Bauwerke begonnen wird.

In Hammersdorf werden zwei Brücken entstehen. Eine davon ist die 75 Meter lange Dreifeldbrücke über den Hammerbach. Über die ED 20, also die Straße nach Walpertskirchen, führt künftig die Brücke K20/1. Beide Bauwerke sind laut Arndt mit sechs Meter Höhe „relativ flach über dem Gelände“. Der technische Bauleiter schätzt, dass der Rohbau der Hammerbach-Brücke schon im Juli stehen könnte. Beim zweiten Bauwerk werde es vermutlich Ende 2016.

„Insgesamt bewegen wir uns im Zeitplan unserer lang gesetzten Ziele“, sagt Arndt. Er schätzt, dass die wesentlichen Erdarbeiten Mitte 2017 fertig sind. Die Betondecke mit der darunter liegenden asphaltierten Fahrbahn könnte im Herbst 2018 an der Reihe sein. Auch Lauw ist mit dem Verlauf zufrieden, obwohl man sich einen trockeneren Mai und Juni gewünscht habe.

„Sicher gibt es ein paar Kritikpunkte, die wir auch einsehen“, sagt der Leiter der Projektgesellschaft. Beispielsweise hatte die Gemeinde Buch zuletzt die hohe Anzahl an Baustellenfahrzeugen bemängelt, die auf der Erdinger Straße teilweise auf die Gehwege ausweichen. Zur Abschreckung hat die Kommunen einen Monat lang Pylonen auf diese Gehwege gestellt.

Bürgermeister Ferdinand Geisberger erzählt von einem Klärungsgespräch mit Vertretern von Landkreis, Polizei und Autobahngesellschaft. „Anlieger sagen, dass sich die Situation jetzt verbessert hat. Die Lastwägen fahren langsamer und benutzen die Gehwege nicht mehr so oft“, berichtet er. Verringert habe sich auch die Anzahl der parkenden Fahrzeuge auf der Erdinger Straße.

Erfreulich für Autofahrer: Nach aktuellem Stand ist bei der ED 20 während des Brückenbaus keine komplette Straßensperrung geplant. In diesem Bereich wurde kürzlich eine kurze asphaltierte Ausweichstrecke gebaut. Für Damwild wird in den neuen Autobahnabschnitt ein Wilddurchlass eingebaut, damit die Tiere künftig wieder auf die andere Seite der A  94 leben können – fast wie früher.

Markus Ostermaier

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