Jungbürgerbefragung

Erfahren, was die Jugend will

Buch am Buchrain – Der Entwurf für die Jungbürgerbefragung in der Gemeinde Buch am Buchrain steht. Im September sollen die 10- bis 21-jährigen Einheimischen zu ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt werden.

Erstmals kam die Idee einer Jungbürgerbefragung in Buch am Buchrain in der Gemeinderatssitzung im März zur Sprache. Es handelte sich dabei um einen Vorschlag von Jugendreferent Martin Blasi (CSU). Dieser brachte den Namen Matthias Gallenberger ins Spiel. In der jüngsten Sitzung war der Jugendsoziarbeiter, der in Isen bereits im März 2015 eine derartige Befragung durchgeführt hat, zu Gast, da auch Buch mit ihm zusammenarbeiten möchte.

Gallenberger ist bei der Brücke Erding angestellt. Im Markt Isen ist er zudem Jugendpfleger. Dort sollte mit der Umfrage festgestellt werden, wo und wie die Jugendlichen noch Verbesserungsbedarf sehen. Von 784 versandten Dokumenten kamen 372 ausgefüllte Exemplare (47 Prozent) wieder zurück. „Damit war ich sehr zufrieden, weil ich es so zum ersten Mal gemacht habe“, berichtete der Jugendsozialarbeiter. Einen gewissen Ansporn zur Teilnahme habe wahrscheinlich die gekoppelte Verlosung mit kleineren Geldbeträgen ausgemacht.

In Isen lieferte die Befragung einige interessante Ergebnisse. Demnach sind 71 Prozent der Befragten in mindestens einem Verein, 86 Prozent der 14- bis 21-Jährigen nutzen das örtliche Jugendzentrum gar nicht. 71 Prozent leben gerne in der östlichen Landkreisgemeinde, allerdings steige die Unzufriedenheit mit dem Alter. Gallenberger: „Es gibt Wünsche, die bleiben auch Wünsche, aber es gibt schon mehreres, das man wirklich verbessern kann – wenn auch nicht immer von heute auf morgen.“

Bei einem Treffen in Buch am Buchrain wurde der bestehende Fragebogen etwas abgeändert und an die Kommune angepasst. Enthalten sind nach aktuellem Stand persönliche Fragen zum Freizeitverhalten, dem Wohlfühlfaktor im Ort oder auch dem Umgang mit Alkohol. Im Gegensatz zum Isener Fragebogen werde man sich in Buch anstatt des Themas Drogen auf andere Kapitel spezialisieren. Zudem dürfen die 10- bis 21-Jährigen drei Wünsche angeben.

Gallenberger plant für die Jungbürgerbefragung in Buch den Zeitraum Mitte bis Ende September. Ausgefüllte Bögen sollen bei der Kommune eingeworfen werden. Der Jugendsozialarbeiter übernimmt dann bis November die Auswertung und möchte dem Nachwuchs die Ergebnisse in einer Jungbürgerversammlung vorstellen. „Ich finde es ganz wichtig, dass sie als Erstes die Ergebnisse sehen.“ Bei diesem Treffen findet auch die Verlosung statt. Danach erhält die Verwaltung das Resümee. Gallenberger: „Das ist dann für Sie eine Richtlinie, wie Sie Ihre Jugendpolitik ausrichten können.“

Einstimmig legte der Gemeinderat fest, die Brücke Erding zu beauftragen, dass Gallenberger für 20 bis 30 Stunden (Stundensatz 50 Euro) in Buch wirken kann. Bis zur Juli-Sitzung können sich die Gemeinderäte noch Gedanken zum Fragebogen machen. Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) ist von der Aktion überzeugt, denn: „Unsere Jugend geht in vielen unterschiedlichen Orten zur Schule und hat hier schon mal keine Gemeinsamkeit.“ Ihm sei es wichtig, dass zur Jungbürgerversammlung auch die örtlichen Vereine eingeladen werden und sich eventuell dort kurz vorstellen können. „Viele wissen vielleicht gar nicht, welche Angebote wir hier so haben.“

Markus Obermaier

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