Die Kosten für die Erneuerung der Trinkwasserleitungen sind mit 900 000 Euro kalkuliert.
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Um Trinkwasser geht es derzeit oft in den Bucher Gemeinderatssitzungen. Die Betriebsgenehmigung des aktuellen Brunnens läuft 2022 aus.

Buch setzt beim Trinkwasser weiter auf Selbstversorgung, ist aber mit Forst Nord im Gespräch

Wasserversorgung: Erst ein neuer Brunnen, dann weitersehen

Auf die eigene Trinkwasserversorgung konzentriert sich die Gemeinde Buch am Buchrain, die einen eigenen Brunnen bauen will. Dennoch ist die Gemeinde in intensiven Gesprächen mit der Wasserversorgung Forst Nord.

Buch - 228 Einwohner hatten Anfang 2020 in den von Parteifreie Bürger/SPD-Anhängern initiierten Anträgen gefordert, einen Zusammenschluss mit der Wasserversorgung Forst Nord zu prüfen. Als Reaktion darauf plante die Kommune eine große Informationsversammlung. Wegen Corona musste der Termin aber zweimal abgesagt werden (wir berichteten).

Dass in Buch sehr häufig über Forst Nord gesprochen wird, ist auch dem Verband selbst nicht entgangen. Beispielsweise ein Mitglied des Zweckverbandausschusses fragte voriges Jahr in einer Versammlung, was es denn mit dem Beitrittsinteresse der Bucher auf sich habe. „Man liest ja sehr viel darüber in der Presse“, lautete der O-Ton der Nachfrage. Damals wurde nichtöffentlich über den Sachstand berichtet.

Vertreter aus Buch, Forstinning und von der Wasserversorgung Forst Nord an einem Tisch

Für ein Pressegespräch kamen Rupert Ostermair, Verbandsvorsitzender und Bürgermeister von Forstinning, Forst Nord-Werkleiter Thomas Grögler sowie Buchs Bürgermeister Ferdinand Geisberger an einen Tisch. Sie bestätigen einige Themen und Informationen aus vergangenen Bucher Gemeinderatssitzungen. Eine Zusammenarbeit schließen sie nicht kategorisch aus – wenn auch nicht demnächst als Wasser-Hauptversorger. Ostermair bestätigt, mit der Gemeinde Buch schon häufig in Kontakt gewesen zu sein. Auch über die Heimatzeitung habe man zuletzt immer wieder von neuen Diskussionen in Buch erfahren.

Das Verfahren, bis eine Kommune in ein anderes Wasserversorgungsgebiet neu aufgenommen wird, ist laut dem Verbandschef äußert langwierig. „Es gibt so viele Hausaufgaben, was man davor erledigen und überprüfen muss.“ Dies bestätigt Grögler: „Man kann nicht sagen, man muss einfach nur eine neue Leitung verlegen.“ Zuerst müsse der Wasserbedarf einer Gemeinde bekannt sein, die Fördermenge von Forst Nord erhöht und das Wasserschutzgebiet vergrößert werden. Mit dem derzeitigen Ausbau-Stand seien die Voraussetzungen für die Versorgung einer weiterer Kommune nicht vorhanden, erklärt Grögler.

„Man kann nicht einfach Wasser mit Wasser mischen“

Eine ganz wichtige grundlegende Prüfung wäre zu Beginn außerdem noch, ob die Versorgungsgebiete überhaupt kombiniert werden können. „Man kann nämlich nicht einfach Wasser mit Wasser mischen“, erläutert Ostermair.

Buchs Betriebsgenehmigung des aktuellen Brunnens endet 2022. Fusions-Verfahren mit anderen Wasserversorgern dauern jedoch lange, erklären die Forst Nord-Vertreter am Beispiel Forstern. Eine Wasserschutzgebiet-Anpassung 2006 wegen der Fassungsvermögen-Vergrößerung eines Hochbehälters dauerte laut Grögler zehn Jahre lang.

Für künftige Zusammenarbeit offen

Die Gemeinde Buch als auch Forst Nord betonen mehrmals, für eine künftige Zusammenarbeit immer offen zu sein. „Man kennt sich und hilft einander“, sagt Ostermair. Wie diese Zusammenarbeit einmal aussehen könnte, lassen beide Seiten offen. Jedoch hat Forst Nord bereits einmal die Notversorgung von Buchs VG-Partner Pastetten übernommen, berichtet Grögler. Pastetten wiederum agiert als Notversorgung von Buch.

Buchs Bürgermeister Geisberger schätzt, dass der neue Brunnen im Ortsteil Tannenhof vermutlich in zwei bis drei Jahren fertig sein könnte. Wie bewertet Forst Nord den neuen Standort? „Vom Aspekt Sicherheit her kann ich es nur befürworten, wenn eine Gemeinde einen eigenen Brunnen hat“, sagt Grögler. Die Eignung des Standorts könne er allerdings nicht beurteilen. Ostermair stimmt ihm zu und befürwortet ebenso, wenn eine Wasserversorgung in kommunaler Hand bleibt.

Von Markus Ostermaier

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