Gemeinderat Buch am Buchrain

Fellnerstraße: Jetzt wird eine Einzelbebauung geprüft

Buch am Buchrain - Keine leichte Entscheidung ist für den Bucher Gemeinderat die Erweiterung der Fellnerstraße. Die bisherigen Entwürfe sind nun aufgehoben worden. Eine neue Lösung soll geprüft werden: eine Einzelbebauung.

Einen Großteil der energiegeladenen Bucher Gemeinderatssitzung am Dienstagabend nahm der Bebauungsplan Fellnerstraße-Nord ein. Den meisten Räten fiel es sichtlich nicht leicht, zu entscheiden, wie man mit der Erweiterung der bestehenden Straße fortfahren soll. Wie berichtet, wurde zuletzt im Januar die Light-Version als nicht umsetzbar eingestuft und einer Absichtsabfrage zur Ausweisung von großen Flächen im Südwesten Buchs zugestimmt. Hintergedanke ist bei letzterem eine zweite Zufahrt zum Gebiet.

Das Thema begann in der jüngsten Sitzung mit einem Brief des langjährigen Ex-CSU-Gemeinderats Wolfgang Hipper, der in der Pemmeringer Straße in der Nähe der betroffenen, jungen Bauinteressenten wohnt. Er zeigte sich enttäuscht über die neuen Entwicklungen. Die gewünschte Ausweisung „dieses riesigen Siedlungsgebietes“ erscheint Hipper als utopisch. Besonders traurig mache ihn aber, dass „inzwischen nicht mehr der Gemeinderat entscheidet, wo in Buch gebaut wird, sondern Anlieger“.

Außerdem bat Hipper in seinem deutlichen Brief, neben dem Verstand auch auf das Herz zu hören. Angesichts dessen, dass sich der Grunderwerb im Südwesten des Schmiedbergs lange hinziehen oder vielleicht auch scheitern werde, wolle er dem betroffenen jungen Paar die mehrjährige Wartezeit nicht zumuten. Den zusätzlichen Verkehr durch rund zehn neue Wohnungen hält Hipper für die Anlieger der Fellnerstraße für zumutbar.

Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) pochte darauf, eine Richtung vorzugeben. „Als Gremium müssen wir eine Entscheidung fällen, die vielleicht nicht allen gefällt.“ Martin Dondl (WG) sagte, dass man einsehen müsse, dass sich an den Nachteilen der Fellnerstraße durch den neuen Bebauungsplan nichts ändern werde. Robert Ulzhöfer (SPD): „Es ist eine aufgeheizte Stimmung, und ich sehe noch keinen Ausweg.“

Margit Kunstwadl (WG) erinnerte an den teilweise ähnlichen Fall, als am Drosselweg ein Einheimischer bauen wollte, dieser Antrag jedoch aus mehreren Gründen ad acta gelegt worden war. „Elf neue Häuser beispielsweise wären für mich ein Umgriff, den ich noch abwägen könnte“, meinte Martin Ostermeier. Er und Axel Krämer (beide CSU) waren sich einig, dass man die Bauinteressenten nicht mehr so lange hinhalten sollte. „Die junge Generation und die Nachfrage wächst. Die hauen uns ab, wenn wir so lange brauchen“, sagte Krämer.

Dann ging es an die Abstimmungen. Der erste Bebauungsplan-Entwurf vom Oktober 2014 mit 20 Wohneinheiten wurde aufgehoben - nur der Bürgermeister stimmte dagegen. „Auch damals haben wir uns beim Bau der Fellnerstraße für Einheimische entschieden. Wenn wir jetzt Entwürfe immer ablehnen, weil es Bedenken gibt, können wir bald gar nichts mehr ausweisen“, erklärte Geisberger.

Auch die Varianten A und B, die nur eine Stichstraße mit reduzierter Links- und Rechtsbebauung vorsahen, wurden mit nur einer Stimme Mehrheit vom Gremium abgewiesen.

Der Rest des Gemeinderats favorisierte Dondls Vorschlag: Es soll eine Einzelbebauung mit einer oder zwei Parzellen geprüft werden, wofür eventuell ein Grundstückstausch notwendig wird. Die Zufahrt soll hier von der Pemmeringer Straße aus über einen Privatgrund entstehen. Dondl forderte noch einmal, mit dem zweiten Grundeigentümer, dem Ordinariat, zu verhandeln und bestand auf eine schriftliche Begründung.

Matthias Steutzger (parteifrei) ergänzte, in diesem Gespräch auf die gewünschte große Bauland-Ausweisung im Südwesten Buchs hinzuweisen. Geisberger zeigte sich skeptisch, wird aber die Verhandlungen demnächst angehen.

mot

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