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Das neue Mehrzweckfahrzeug der Bucher Feuerwehr wurde vorigen November gesegnet.

Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Buch am Buchrain 

Verkehrszahlen bestimmen die Arbeit der Wehr

Der Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Buch am Buchrain ist fertig. Die Kreisbrandinspektion gibt darin unter anderem Ratschläge zu Gerätehaus, Fahrzeugen und aktivem Feuerwehrdienst.

Buch am Buchrain– Erstmals hat die Gemeinde Buch am Buchrain einen Feuerwehrbedarfsplan erstellen lassen. Zu dessen Vorstellung kam das Ratsgremium zu einer Sondersitzung zusammen. Das Schriftstück soll den Gemeinderat bei den Planungen unterstützen, wie die örtliche Feuerwehr in der Zukunft ausgerichtet werden soll, erläuterte Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU). Erstellt hat den Plan Kreisbrandinspektor Lorenz Huber, der diese Aufgabe bereits seit zehn Jahren übernimmt, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung sowie Kommandant und Gemeinderat Thomas Steidler (CSU).

Huber berichtete eingangs, dass der Feuerwehrbedarfsplan mit einem externen Gutachten zu vergleichen sei. „Sie sind nicht verpflichtet, die aufgeführten Punkte zu erfüllen. So ein Plan ist allerdings gut, wenn man beispielsweise bei der Regierung von Oberbayern Zuschüsse beantragt“, so der Experte.

Der Feuerwehrbedarfsplan besteht aus vier Teilen: einer Auflistung der Gemeindestruktur, einer Gefährdungsbeurteilung, Angaben zur Einsatz- und Personalstruktur der Feuerwehr sowie einer abschließenden Aufgabenstruktur mit Fahrzeugkonzept.

Pro Woche 91 000 Autos

Den Inhalt des ersten Teils mit Zahlen und Daten zu Einwohnern, Gemeindeflächen oder Betrieben lieferte die Verwaltung. Festgehalten ist dort auch, dass durch Buch pro Woche 91 000 Autos und 2500 Laster fahren. „Solche Zahlen hat man im Landkreis nicht oft“, sagte der Kreisbrandinspektor.

Martin Ostermeier (CSU) zeigte sich verwundert über die hohen Zahlen. Laut Geisberger wurden diese einer Verkehrsmessung entnommen. „Selbst wenn die Zahlen um 20 Prozent zurückgehen, hat Buch immer noch sehr viele Fahrzeuge“, merkte Huber an. Einsatzschwerpunkt bei Notfällen sei bei der Bucher Wehr die technische Hilfeleistung.

Mit 49 Aktiven und sechs Jugendlichen sei die 1600-Einwohner-Kommune personell gut aufgestellt, so der Experte.

Für das Gutachten wurden die Gemeindebereiche in Risikoklassen eingeteilt. Die Hilfsfrist, in der Feuerwehren nach der Alarmierung beim Einsatzort eintreffen sollen, beträgt zehn Minuten. Hubers gute Nachricht: „Die Bucher Feuerwehr kann jeden Ortsteil innerhalb dieser Frist erreichen.“ Die Untersuchung ergab auch, dass etwa die Ehrenamtlichen aus Isen es nicht in zehn Minuten schaffen oder dass schon jetzt unterstützend auf Feuerwehr-Fahrzeuge aus Nachbarorten wie Walpertskirchen, Pastetten oder Reithofen zurückgegriffen werde.

Auch der Fahrzeugbestand wurde untersucht. Wenn die Verkehrszahlen anhalten, könnte das aktuelle Löschgruppenfahrzeug LF 10 (Nutzungsdauer bis 2028) durch das höherwertigere Modell LF 20 ersetzt werden. Die Nutzungsdauer für das 2016 angeschaffte Mehrzweckfahrzeug endet erst 2041.

Als Ersatz für eine alte Tragkraftspitze empfahl Huber eine neue Feuerlöschpumpe. Besonders überzeugt war er vom Kauf eines Gerätewagens Logistik 1. „Er ist nicht zwingend notwendig, aber ich lege ihn Ihnen auf langfristige Sicht ans Herz.“

Drei Stellplätze für Einsatzfahrzeuge

Der Gerätewagen diene, ähnlich wie ein Bauhof-Fahrzeug, dem Transport von Materialen. Huber dachte hier an Einsätze bei eventuellen Extremwetter-Notfällen wie Starkregen oder Windbruch. Ein Gerätewagen koste zwischen 100 000 und 120 000 Euro, es gebe aber Zuschüsse in Höhe von 30 000 Euro.

Ansonsten befürwortete Huber den Bau eines neuen Gerätehauses in Buch und schlug vor, sicherheitshalber drei Stellplätze für Einsatzfahrzeuge einzuplanen. Für die Löschwasserversorgung bei landwirtschaftlichen Anwesen sei die Erhaltung von Löschweihern und Brunnen wichtig. Zudem riet er zu vorbeugenden Maßnahmen, um die Anwesenheit von aktiven Feuerwehrlern tagsüber zu gewährleisten. Huber schlug vor, auf örtliche Firmen und Beschäftigte zuzugehen, um für die Feuerwehr zu werben und „Ängste zu nehmen“.

Ohne größere Diskussionen beschloss der Gemeinderat den neuen Feuerwehrbedarfsplan. Das Gutachten soll in ein paar Jahren kontrolliert, überarbeitet und ergänzt werden. Vor allem sollen dann die Verkehrszahlen nach Fertigstellung der Autobahn überprüft werden.

Markus Ostermaier

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