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Die Schneise ist gigantisch, die sich für die Erdgashochdruckleitung Monaco von Burghausen nach Finsing derzeit durch den Landkreis zieht. Unser Bild ist bei Unterschwillach entstanden – rechts ist die Straße nach Wörth zu sehen, die Brücke in der Bildmitte überquert die Schwillach in Richtung Westen.

Gashochdruckleitung Monaco 

Im Sommer 2018 wächst Gras darüber

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Erdgashochdruckleitung Monaco im Bereich der VG Pastetten: Bis Jahresende sollen die Rohre in der Erde sein, danach beginnt die Geländewiederherstellung.

Buch am Buchrain– Das Monaco-Projekt zieht zwar momentan einen breiten Streifen durch die Landschaft, mit einem Sandstrand im gleichnamigen Fürstentum an der Côte d’Azur hat das helle Band jedoch nichts zu tun. Allerdings war die Breite des Streifens Thema einer Informationsveranstaltung zum Baufortschritt am Mittwoch im Gemeindehaus von Buch.

Bauamtschef Rüdiger Koppe interessierte sich dafür, ob die derzeit angelegte Schneise wirklich so breit sein müsse. Robin Stoffers von Monaco-Bauherr und Betreiber Bayernets, der mit seinem Kollegen Daniel Bley gekommen war, erklärte, dass „die Trasse eigentlich sehr schmal“ sei. Neben dem tatsächlichen Graben für die Leitung müsse Platz gelassen werden für den abgetragenen Humus, das Rohr für die Vormontage und eine Fahrspur für die Verlegefahrzeuge.

Die Gashochdruckleitung Monaco I zieht ihre Bahn von Burghausen nach Finsing. Das Gebiet um die Verwaltungsgemeinschaft Pastetten, zu der auch Buch gehört, ist vom Bauabschnitt 3 betroffen. Er erstreckt sich über zirka 48 Kilometer von Waldkraiburg nach Finsing. Für Buch bedeutet das, derzeit von zwei Seiten von Großprojekten bedrängt zu werden, schließlich macht der Neubau der A 94 der Gemeinde ebenfalls zu schaffen. „Wir hatten noch nie so große Erdbewegungen in Buch“, sagt Bürgermeister Ferdinand Geisberger.

Stoffers gab den weiteren Fahrplan für die VG bekannt, verwies aber auch auf die Wetterlage, die den Ablauf jederzeit verzögern könne. Geplant ist, dass etwa Ende August die ersten Rohre von den Lagerplätzen an die Trasse gefahren werden. Zwei Wochen später sollen die Schweißarbeiten beginnen. „Pro Schweißnaht werden drei Teams benötigt“, erklärte Stoffers. Die Nähte werden in mehreren Schichten übereinandergelegt, um die Segmente absolut dicht zu verbinden.

Zur Bürgerinfo über den Bau der Monaco-Leitung hatten sich neben den Bürgermeistern Siegfried Fischer (Isen), Cornelia Vogelfänger (Pastetten) und Ferdinand Geisberger (Buch am Buchrain; vorne v. l.) und einigen Gemeinderäten kaum Bürger eingefunden. Robin Stoffers und Daniel Bley (v. r.) von Bayernets erklärten den weiteren Ablauf der Arbeiten

Anschließend wird der Rohrgraben 2,50 Meter tief ausgehoben und die Leitung verlegt. Das soll bis Ende 2017 passieren. Danach wird der Graben wieder verfüllt. Nachdem sich die Füllung zwei oder drei Wochen lang gesetzt hat, kommt die Deckschicht darüber. Im Idealfall soll die Rekultivierung im Spätsommer 2018 abgeschlossen sein.

Ein Zuhörer fragte, was mit großen Steinen passiere, die beim Ausgraben zutage gefördert werden. Sie könnten das Mähwerk von Maschinen zerstören, die kurz nach der Rekultivierung eingesetzt werden. Die Fachleute gaben Entwarnung: Große Steine würden aussortiert, auch wegen der Vorschriften. Diese besagen, dass im Abstand von 20 Zentimetern keine großen Steine um die Leitung liegen dürfen. „Ansonsten wird, bis auf Ausnahmefälle, nur mit dem verfüllt, was vorher schon drin war“, so Bley.

Zu den Besonderheiten des Leitungsbaus zählt die Querung von Asphaltstraßen, Flüssen und Bahndämmen, wie in Unterschwillach, das zwar zu Ottenhofen gehört, aber direkt ans Pastettener Gemeindegebiet angrenzt. Dabei wird in den meisten Fällen ein sogenanntes Pressrohr eingesetzt, das mit Hilfe eines Bohrkopfs und einer Schnecke einen Tunnel gräbt, durch den die Rohre gelegt werden.

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