Gemeinderat Buch am Buchrain

Gehsteige gegen Lastwagen verteidigen

Buch am Buchrain – Die ersten Auswirkungen des Weiterbaus der A 94 bekommt Buch am Buchrain zu spüren. Um zu vermeiden, dass Lastwagen auf Gehwege ausweichen, diskutierte der Gemeinderat über ein Parkverbot in der Erdinger Straße.

Erlass eines beidseitigen Parkverbotes entlang der Erdinger Straße: Der Titel dieses Tagesordnungspunkts in der Bucher Gemeinderatssitzung ließ Raum für Interpretationen. Wie sich am Dienstagabend allerdings herausstellte, war nicht einmal die Tatsache, dass das Durchkommen in der teilweise beidseitig beparkten Kreisstraße ED 20 gelegentlich schwierig ist, der Haupt-Hintergedanke. Vielmehr geht es um die Bauarbeiten am neuen Autobahnabschnitt.

Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) schilderte einen Vorfall, den er selbst mitverfolgt hatte. Baufahrzeuge weichen auf dem Weg zur Baustelle in der Erdinger Straße wegen parkender Autos auf den Gehweg aus. Das bestätigte Robert Ulzhöfer (SPD). Der Gemeindechef erinnerte daran, dass dieser Gehweg erst 2010 erneuert wurde. „Das können wir nicht einfach so hinnehmen. Ich will nicht wissen, wie die Wege aussehen, wenn drei Jahre lang Lastwagen drüberfahren.“

Bei einem Termin mit dem Landratsamt kam die Idee eines beidseitigen Parkverbots in der Erdinger Straße auf, Geisberger stellte sie zur Diskussion, merkte aber auch an: „Ich selbst bin kein Freund von solchen Schildern.“ Das Verbot sollte aber nur von 7 bis 17 Uhr gelten, da es sonst eine Bestrafung für die Anwohner sei.

Gemeinderat Matthias Steutzger (parteifrei), selbst Anwohner der Erdinger Straße, schilderte die schwierige Parkplatzsituation in diesem Bereich. „Es gibt sonst keine Parkmöglichkeiten, wo sollen die Autos dann hin? Mit diesem Verbot bestrafen wir die Anlieger, und das eigentliche Problem bleibt bestehen.“

Dass man Baustellenfahrzeuge nie ausbremsen könne, fand Martin Dondl (WG). „Es ist doch logisch, dass sie sich die kürzesten Wege suchen, darin wird auch ein Parkverbot nichts ändern.“ Damit würde man nur Anlieger schikanieren und keine Verbesserung finden, sagten er und Josef Auer (WG). Letzterer berichtete, dass auch in München die zeitlich befristeten Verbote nicht funktionieren.

Margit Kunstwadl (WG) zeigte einen weiteren Aspekt auf: „Es geht nicht nur um die kaputten Gehwege, sondern auch um die Sicherheit von Fußgängern.“ Ihr Schwiegervater Martin Kunstwadl (WG) prophezeite, dass die Gemeindestraße von Oberndorf nach Kaltenberg später von den Baufahrzeugen genauso benutzt werde.

Thomas Steidler (CSU) schlug vor, auf dem Gehweg in der Erdinger Straße vorübergehend kleine Hindernisse wie Leitbaken anzubringen, welche die Lastwägen abschrecken. „Das wäre deutlich effektiver als ein Parkverbot.“ Das Gremium fand das gut und beschloss einstimmig, einen Termin mit der ARGE A 94 Isentalautobahn, der Polizei und dem Landratsamt zu vereinbaren. Axel Krämers (CSU) Idee einer Bestandsaufnahme des jetzigen Gehwegs wird ebenso verfolgt.

Ganz vom Tisch ist das Parkverbot aber noch nicht. Eventuell kommt es für einen kritischen Bereich vor einer Kurve in der Erdinger Straße noch einmal zur Sprache, wie Geisberger vor der Beschlussfassung sagte.

Markus Ostermaier

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