News-Ticker: 13 Deutsche teils lebensgefährlich verletzt - Tote möglich

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Heike Plattner ist häufig erste Ansprechpartnerin für die Flüchtlinge.

Gemeinderat Buch am Buchrain 

Paten für Flüchtlinge

Dringend werden in der Bucher Flüchtlingsarbeit neue Unterstützer gesucht. Die Überlegung ist, Patenschaften einführen. Eine Helferin übt aber auch Kritik an manchen Einwohnern.

Buch am Buchrain Seit genau zwei Jahren leben in der Gemeinde Buch am Buchrain Flüchtlinge. Ende März 2015 kamen die ersten 14 Asylbewerber, damals ausschließlich Senegalesen. Von Anfang dabei als aktive Unterstützerinnen sind Heike Plattner und Heidemarie Eibl, die aufgrund des zweijährigen Jahrestags in der Gemeinderatssitzung den aktuellen Sachstand vorstellten.

„Wie die Jungfrau zum Kind“ sei Eibl zur Flüchtlingsarbeit gekommen, da sie anfangs mit den Afrikanern eigentlich nur gemeinsam Trommeln wollte. Hier habe sie dann festgestellt, dass die Asylbewerber „wahnsinnig nette Menschen“ seien. Plattner wohnt mit ihrem Mann Josef gleich in der Nachbarschaft der Flüchtlinge, spricht Englisch und Französisch und ist somit häufig erster Ansprechpartner für sie. Beide Damen geben den Asylbewerbern außerdem Deutschunterricht und übernehmen zahlreiche andere Aufgaben im Helferkreis.

Derzeit leben zwölf Personen aus vier afrikanischen Ländern mit zwei verschiedenen Kulturen in der Unterkunft am Schmiedberg. Von den 14 Erstankömmlingen sind nur noch drei Männer in Buch. „Die anderen wurden schon durch die Amts-Mühle gehäckselt“, erläuterte Eibl. Beide Helferinnen gaben zu, dass durch die neue Mischung mit unterschiedlichen Nationen und Glaubensrichtungen die Stimmung nicht mehr so friedlich sei wie 2015. Wieso es gelegentlich schon wegen Kleinigkeiten wie Zigaretten oder einem Wischmopp zu Streitigkeiten kommen kann, begründete Plattner so: „Die Herren würden gerne arbeiten, aber dürfen nicht. Sie sitzen somit nur herum und haben zu viel freie Zeit.“ „Sie sehen deswegen teilweise auch keinen Sinn, Deutsch zu lernen, weil sie denken, sie werden eh abgeschoben“, ergänzte Eibl.

Die Perspektivlosigkeit sei das Schlimmste. Für oftmalige deprimierte Stimmung sorgen ihren Angaben nach auch die mehrmaligen Neuerungen im Landratsamt.

Generell werden Asylhelfer benötigt für Alltagssituationen wie Einkaufen, aber auch als Unterstützung bei Behördengängen. Die Bürgerinnen warben in der Gemeinderatssitzung um neue Helfer, da diese aktuell weniger werden. Im Moment bestehe die Idee, jedem Flüchtling einen Paten zur Seite zu stellen, der in unterschiedlichen Lebenslagen hilft. Eibl übte in der Versammlung aber auch Kritik an manchen Bucher Einwohnern. „Viele schauen weg, wenn sie die Flüchtlinge sehen“, stellte sie enttäuscht fest. Sie warb um mehr Verständnis. „Die Leute sind verzweifelt und von Zuhause weggerannt. Sie haben es auch nicht leicht in einer völligen fremden, anderen Welt mit fremder Sprache.“

Vize-Bürgermeister Martin Kunstwadl (WG) berichtete von seiner Wahrnehmung, dass die derzeitigen Bewohner auch nicht mehr so zugänglich seien.

Laut Plattner gebe es aber auch Lichtblicke, die die Arbeit lohnenswert machten. „Aber man braucht einen langen Atem und starke Nerven.“ Ein Mann besucht eine Schule, ein anderer engagierter Flüchtling strebt eine Schreinerlehre an. Von diesem jungen Afrikaner zeigte sich auch Zimmerer Martin Dondl (WG) begeistert. „Solche Leute werden die künftigen Fachkräfte im Handwerk. Das Hauptproblem ist halt immer nur die Sprache.“

Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) sprach allen Helfern ein großes Lob für ihre Arbeit aus. Auch er warb für die Unterstützung im Helferkreis, der sich in der Regel jeden dritten Dienstag im Monat im Gemeindehaus trifft. Der Gemeindechef kündigte an, heuer mit dem Helferkreis Pastetten ein gemeinsames Sommerfest organisieren zu wollen. Der Termin steht noch nicht fest.

Markus Ostermaier

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