Gemeinderat Buch am Buchrain 

Von Kleinkrieg und Machtgehabe 

Für Debatten im Bucher Gemeinderat sorgte nicht nur das Thema Trinkwasserversorgung. Auch die Diskussionen von Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) und SPD-Mann Martin Kern wurden kritisiert.

Buch am Buchrain – Regelmäßig beherrscht die Trinkwasserversorgung die Gemeinderatssitzungen in Buch. Bekanntlich sucht die Kommune seit Jahren einen Standort für den neuen Brunnen. Im Oktober beschloss der Gemeinderat, an den Messstellen im Urbahnholz (nahe Tannenhof) Messdatensammler einzusetzen. Zuletzt überlegte die Gruppierung SPD/Parteifreie Bürger, ob es nicht Alternativen gebe.

Nun war die Trinkwasserversorgung erneut Thema. „Antrag zur Tagesordnung – SPD/Parteifreie Bürger – Trinkwasserversorgung“ stand auf der Agenda. Die genauen Anträge nannte Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) anfangs nicht. Er plädierte stattdessen dafür, die Punkte zu verschieben. Voraussichtlich im Mai nämlich soll ein Geologe dem Gremium „die komplexen Themen“ ums Trinkwasser erklären. „Ich glaube, hier ist niemand, der sich wirklich gut mit den Themen auskennt“, begründete das der Rathauschef. „Vor manchen Aussagen sollte man eben erst einmal gut recherchieren.“ Dieser Seitenhieb galt vermutlich der Gruppierung SPD/Parteifreie. Bekanntermaßen hatte sich Geisberger im Februar an einer Meldung zu Nitrat-Grenzwerten im Trinkwasser gestört.

Zudem möchte der Bürgermeister bis zur nächsten Sitzung eine Zusammenstellung der Beschlüsse und Überlegungen der ehemaligen Gemeinderatsperioden erstellen, damit die amtierenden Volksvertreter auch über die Vergangenheit informiert sind.

Durch Martin Kern (SPD) erfuhren die Zuhörer aber doch noch, um was es in den beiden Anträgen ging. Zum einen schlug die Gruppierung vor, Fachmänner hinzuzuziehen, die auch mögliche Entwicklungen durch die Autobahn einschätzen könnten. Im zweiten Schreiben wurde angeregt, Informationen über einen Anschluss an den Wasserzweckverband Anzing-Forstinning einzuholen.

„Egal, von wem der Antrag kommt“

Axel Krämer (CSU) war es wichtig, erst eine Fachmeinung zu hören, bevor über andere Dinge zur Trinkwasserversorgung diskutiert werde. Matthias Steutzger (parteifrei) sagte, was ihn an der aktuellen Brunnen-Situation störe: „Für mich ist es nicht vertretbar, wenn wir für einen neuen Brunnen einen Haufen Geld in die Hand nehmen und relativ identische Nitratwerte haben.“ Geisberger erklärte, dass die Wasserwerte beim Versuchsstandort etwas besser seien und betonte erneut, dass die Nitrat-Grenzwerte beim aktuellen Brunnen nicht überschritten würden.

Martin Dondl (WG) sprach noch einmal das Thema Bodenentwicklung durch die A 94 an. „Bei der Autobahn habe ich weniger Befürchtungen, da sie nach dem Brunnen-Gebiet gebaut wird. Mehr Sorgen macht mir da Monaco 1“, meinte Geisberger dazu. Bekanntlich führt die Gasleitung, die heuer gebaut wird, auch durch Ortsteile wie Oberbuch.

Steutzger wertete diverse Nebendiskussionen zwischen Kern und Geisberger, etwa über Haushalt oder die Aufnahme von Tagesordnungspunkten, als „Kleinkrieg“. Zwei Wählergruppe-Räten platzte am Ende der Diskussion der Kragen, als Geisberger den Punkt Wasserzweckverband per Beschluss formal verschieben wollte. „Mich nervt dieses Machtgehabe. Es ist doch egal, von wem der Antrag kommt – mich interessiert es auch“, lautete die deutliche Kritik von Margit Kunstwadl. Auch Dondl argumentierte gereizt dafür, Informationen vom Wasserzweckverband einzuholen.

Als sich auch noch Josef Auer (WG) dafür aussprach, schwenkte der Bürgermeister um. Letztendlich stimmte das komplette Gremium dafür, einen Vertreter von Anzing-Forstinning einzuladen – wenn möglich in dieselbe Sitzung, in der auch der Geologe anwesend sein wird.

Von Markus Ostermaier

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