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Nicht nur Kindern und einem Hund gefiel der neu gestaltete Hammerbach, hier der Abschnitt auf Höhe des Klärwerks.

Gelungene Renaturierung 

Der Hammerbach hat jetzt Erholungswert

Buch am Buchrain – Die Renaturierung des Bucher Hammerbachs ist vollendet. Einige Veränderungen sind auch optisch erkennbar, wie nun eine Ortsbegehung zeigte. Landschaftsarchitekt und Gemeinde sind zufrieden.

Auch in der Gemeinderatssitzung war die Renaturierung des Hammerbachs kurz zur Sprache gekommen. Schon hier gab es nur positive Stimmen zum Ergebnis. „Es sieht super aus und ist eine Verbesserung, auch für die Fische“, sagte Rathauschef Ferdinand Geisberger. „Es ist wirklich sehr gelungen und wert, sich anzuschauen“, fand auch Gemeinderat Martin Dondl. Nun veranstaltete die Kommune für die Einheimischen eine Begehung, bei der man vor Ort erfahren konnte, was am Hammerbach alles gemacht wurde.

Der Hammerbach ist für Buch am Buchrain schon seit einigen Jahren ein Thema. 2005 beschäftigte sich die Kommune mit einem Gewässerentwicklungskonzept, wie der Bürgermeister zurückblickt. Verantwortlicher Planer war die ganzen Jahre über Landschaftsarchitekt Herwig Hadatsch. Die Maßnahmen am Bach wurden in drei Abschnitte eingeteilt. Der erste Bereich neben der Rosenstraße und der Kita Rosengarten wurde bereits 2010 bearbeitet. Das Gewässer wurde hier in eine geschwungene Form versetzt, die das Wasser langsamer fließen lässt. „Früher hat man überhaupt nicht gesehen, dass dort ein Bach ist“, erinnerte sich Hadatsch. „Nun kann jeder hingehen, und es ist so idyllisch.“

Letztes Jahr waren dann Abschnitt 2 und 3 an der Reihe. Besonders wurde hier auch auf den Aspekt Hochwasserschutz geachtet. Zuletzt erfüllten die Sohlschalen nicht mehr ihre Funktion. Sie waren unterspült. Wegen Geländeabstürzen konnten Fische nicht mehr richtig den Bach entlang schwimmen. „Außerdem wollte der Hammerbach teilweise zurück in sein altes Flussbett und hat sich an mehreren Stellen schon seinen Weg gesucht“, erläuterte Hadatsch.

Die Ergebnisse der Arbeiten konnten 25 Interessierte, darunter die Gemeinderäte Matthias Steutzger und Margit Kunstwadl, nun vor Ort betrachten. Teilweise ist der Bach gar nicht mehr wiederzuerkennen – allein deswegen, weil an mehreren Stellen Bäume oder Unkraut entfernt wurden und das Gewässer somit wieder viel besser sichtbar ist. Außerdem gab es Uferabflachungen. Für optische Aufwertung sorgen auch große, eingebettete Steine. Neu ist auch eine Brücke im Bereich Tannenhof. Die Brücke nahe des Sportgeländes wurde saniert.

Sehr schön anzusehen ist im dritten Abschnitt die Rückverlegung des Hammerbachs in sein altes, kurviges Flussbett. Hadatsch freute sich zudem, dass die neu eingebauten Fischtreppen funktionieren. Der Landschaftsarchitekt war glücklich, dass das Gemeinde-Konzept nicht in der Schublade verschwunden ist und lobte Buch am Buchrain. „Die Kommune ist sehr vorbildlich. Sie tun etwas für die Natur und auch noch für die Bevölkerung“, sagte Hadatsch.

Zufrieden mit den Ergebnissen war ein halbes Jahr nach den Bauarbeiten auch der Bürgermeister. Da es sich beim Hammerbach um ein schützenswertes Gewässer handelt, werden die 2015 angefallenen Kosten von 160 000 Euro mit 75 Prozent gefördert. Besonders gut gefällt ihm, dass auf Höhe der Kläranlage durch Wald, Ökofläche und Hammerbach ein Zusammenhang bestehe. Geisberger: „Für mich hat das schon einen gewissen Naherholungswert.“

Die Renaturierung des Hammerbachs ist nun komplett abgeschlossen. Nur noch kleine Nachbesserungen sind für dieses Jahr vorgesehen. Das Einzige, was Gemeindechef Geisberger jetzt noch fehlt, ist ein Spazierweg am Gewässer entlang. Hierüber will er noch mit privaten Grundstückseigentümern und dem örtlichen Gartenbauverein über Möglichkeiten sprechen.

Markus Ostermaier

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