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Begeistert von Island und den Islandpferden: Villi Einarsson und Eva Menzinger mit Sohn Sölvi, den Töchtern Diljá und Lea (r.), dazu Islandpferd Ljóri und die beiden Hunde, Islandspitz A’sdis (l.) und Australian Shepherd Somi.

Internationale Familien im Landkreis 

Ein Stück Island mitten in Bayern

Schon als Jugendliche begeisterte sich Eva Menzinger für Island und seine Pferde. Zusammen mit ihrem isländischen Ehemann Villi Einarsson hat sie sich ihren Traum vom Pferdehof in Hammersdorf bei Buch am Buchrain erfüllt.

Hammersdorf– Eva Menzinger wuchs in München auf – der Vater Architekt, die Mutter Lehrerin, drei kleinere Geschwister. „Ich wollte damals nur eines: reiten“, erzählt die heute 39-Jährige. Mit ihrer Begeisterung steckte sie die Geschwister an – und schließlich wurde ein Islandpferd gekauft. Auch ihre Mutter fand zunehmend Freude an der Reiterei. Die Pferde wurden mehr und – schließlich zog die Familie nach Hammersdorf. Hier, in der Gemeinde Buch am Buchrain, betreibt sie seither einen Pferdehof.

Mehr als 3000 Kilometer entfernt im hohen Norden, nahe der isländischen Hauptstadt Reykjavik, war Villi Einarsson ebenso pferdebegeistert. „Mit meinem Konfirmationsgeld habe ich mein erstes Pferd gekauft“, erinnert sich der heute 50-Jährige. Folgerichtig war auch seine Berufswahl. Er wurde ausgebildeter Landwirt und Pferdetrainer. Mit 28 Jahren packt ihn das Fernweh. Er will im Ausland arbeiten – und erfährt zufällig, dass auf dem Pferdehof Menzinger kurzfristig ein Pferdetrainer gesucht wird.

Reitunterricht auf Englisch

Villi Einarsson überlegt nicht lang, fliegt nach Bayern und tritt in Hammersdorf seinen Dienst an – ganz ohne Deutschkenntnisse. Der Reitunterricht erfolgt anfangs auf Englisch, was sich als äußerst geschäftsfördernd entpuppt. „Die Eltern meldeten ihre Kinder scharenweise zum Reiten an und freuten sich über die kostenlosen Englischstunden“, erzählt der Isländer schmunzelnd. In der Folge entwickelte sich der „Hammersdorf-Mischmasch“, ein wilder Mix aus Englisch, Deutsch und Bayerisch – garniert mit isländischen Brocken.

Eva Menzinger war 17 Jahre jung, als Villi Einarsson nach Hammersdorf kam. Aus der gemeinsamen Liebe zu den Pferden entwickelte sich nach einem Jahr auch eine Liebesbeziehung zwischen den beiden. Nachdem Eva die Schule abgeschlossen hatte, arbeiteten die beiden einige Jahre als Pferdetrainer und Reitlehrer auf einem Island-Pferdehof bei Regensburg.

Dann stand die Entscheidung an, ob sie den Pferdehof von Evas Eltern übernehmen. „Doch davor wollten wir unbedingt noch einige Zeit in Island arbeiten“, erzählt Eva. Schnell lebte sie sich auf der Insel im Nordatlantik ein – und lernte die Sprache ihres Mannes: „Isländisch ist gar nicht so einfach. Die Aussprache ist schwer und auch die vielen Deklinationen“, sagt sie. Doch ein Zettel im Bad mit täglich neuen Wörtern half ihr dabei.

Auch das Jawort gaben sich die beiden auf der Insel. Die Hochzeitsfeier 2001 nutzten viele Verwandte gleich für eine Urlaubsreise. Der Pfarrer sprach sogar ein wenig Deutsch und wechselte bei der Trauung zwischen beiden Sprachen.

Bei aller Begeisterung für Island konnte sie sich für manch kulinarische Spezialität nicht so recht begeistern: Gammelhai („Hákarl“) zum Beispiel, fermentiertes Fleisch des Grönlandhais, das vor dem Verzehr mehrere Wochen lang in eine Kiesgrube eingegraben wird. „Den Hákarl musste ich bei einer Feier probieren. Das war echt schlimm. Normalerweise schluckt man den fast ungekaut runter und kippt einen Schnaps nach. Nur war ich damals hochschwanger und musste auf den Schnaps verzichten“, erinnert sie sich schaudernd an das Erlebnis.

Mittlerweise ist die deutsch-isländische Familie um drei Kinder angewachsen. Die Töchter Diljá (18) und Lea (15) sowie Sohn Sölvi (8) wachsen zweisprachig auf. So wird im Hause Einarsson-Menzinger munter gewechselt zwischen Deutsch und Isländisch. Diljá arbeitet bereits auf dem Pferdehof mit und möchte im Sommer für einige Zeit nach Island gehen. Auch Lea will nach dem Schulabschluss am liebsten auf dem Pferdehof arbeiten. Sölvi ist sich noch nicht ganz sicher, was er später einmal machen will: „Tierforscher oder Künstler, das wäre cool.“

Lammkeule, Pizza und Pasta

Allen gemein ist die Begeisterung für die Heimat ihres Vaters. „In Island kann man sogar das Wasser aus den Bächen trinken“, sagt Sölvi. Und Diljá ergänzt: „Die Leute dort sind viel lockerer. Man spricht auch sofort mit Fremden. Es ist familiärer.“ Eva Menzinger ist überzeugt, dass durch das fehlende „Sie“ in der Sprache weniger Distanz untereinander herrscht. Villi Einarsson sieht auch einen Unterschied in der Bedeutung von Uhr und Kalender: „In Island lebt man mit weniger Stress. Das war schon eine Umstellung in Deutschland.“ Mindestens einmal im Jahr fliegt die ganze Familie nach Island. Villi Einarsson besucht die große Verwandtschaft öfter.

Isländische Küche wird in Hammersdorf meist an Feiertagen serviert. „Da mache ich dann eine Lammkeule im Ofen mit karamellisierten Kartoffeln“, schwärmt der Familienvater. Ansonsten kocht Mutter Eva: „Die Kinder mögen am liebsten Pizza und Pasta“, gibt sie zu. Für besondere Anlässe werden Fisch- und Fleisch-Schmankerl beim isländischen Lieferservice geordert, der mit dem Kühlwagen in ganz Deutschland unterwegs ist.

Die Leidenschaft für Islandpferde teilt die Familie mit vielen Pferdebegeisterten im Raum München. Auf ihrem Hof in Hammersdorf stehen zahlreiche eigene Tiere und Pensionspferde. Sie werden trainiert, zudem wird Reitunterricht angeboten und Zubehör für den Pferdesport verkauft. Zum Verkauf stehen auch Islandpferde aus eigener Zucht. Schon Eva Menzingers Eltern hatten den Verein „Islandpferdefreunde Hammersdorf“ gegründet. 2017 war die Familie Gastgeber der Bayerischen Meisterschaften der Islandpferde.

„Ohne die Hilfe meiner Eltern hätten wir die ganze Arbeit mit dem Hof und dazu die Kinder nicht geschafft“, weiß die dreifache Mutter. Dass die Familie sportlich sehr erfolgreich ist, beweisen die zahlreichen Pokale im Haus. „Meine Schwestern reiten schon seit sie drei Jahre alt sind“, erzählt Bruder Sölvi stolz. Und Diljá gibt das Lob charmant zurück: „Der Sölvi kann die Pferde auch wahnsinnig gut zeichnen.“

Eva Menzinger und Villi Einarsson sind rundum zufrieden auf ihrer isländischen Insel mitten in Bayern. Sie sagen: „Wenn man in einem fremden Land glücklich sein will, muss man offen sein für andere Sitten und sich anpassen.“ Dann ist genug geredet – und es werden die Pferde gesattelt für den Ausritt. Gerda und Peter Gebel

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