Münchner Promi-Künstler verstorben

Münchner Promi-Künstler verstorben
Ein ganz besonderer Moment: Sonja Marecek aus Isen mit Lee Baxter von Caught in the Act. Foto: Lang

Lee Baxter: Auftritt in Markt Schwaben

Isenerin holt Boygroup-Star nach Bayern

Buch am Buchrain – Sonja Maracek (37) ist treuer Fan von Lee Baxter, ehemals Sänger der Boygroup Caught in the Act. Jetzt konnte sie ihn für einen Auftritt in Markt Schwaben gewinnen – und ihn hautnah erleben.

Beatles, Bay City Rollers, Take That – wer als Teenager einmal Fan einer solchen Boygroup gewesen ist, weiß, dass diese Leidenschaft und die schönen Erinnerungen lange nachwirken. Auch Sonja Marecek aus Isen war ein glühender Fan. Caught in the Act hatten es ihr angetan. In Leipzig traf die 37-Jährige vergangenes Jahr Lee Baxter, eines von vier Mitgliedern der englisch-niederländischen Band, die 1992 gegründet wurde und bis 1998 bestand. Baxter gab einen privaten Gig für einen kleinen Fankreis.

Sie beschloss, dass es Zeit wurde, Baxter endlich nach Bayern zu holen. Und sie hat es geschafft, ihr Idol aus Teenagerzeiten für ein „Eat & Greet“ in Markt Schwaben zu gewinnen. Über Fan-Seiten bei Facebook konnte sie 80 weiteren Schwärmerinnen die Möglichkeit geben, diesen besonderen Moment mit ihrem Star zu genießen.

Zehn Monate hat sie alles geplant und die komplette Organisation übernommen. Für sie Neuland, eine große Herausforderung und schöne Erfahrung, bei der sie ihr Mann unterstützte. „Das Einfachste war die Location mit dem Schweiger Brauhaus in Markt Schwaben und die Unterkunft mit dem Hotel Villa Silence in Buch am Buchrain zu finden. Aber es steckt viel mehr Arbeit und Aufwand hinter solch einer Organisation als man meint“, sagt sie.

Höflich und ohne Star-Allüren

Das Schönste sei gewesen, dass sie mit Baxter einen „unglaublichen sympathischen, natürlichen und höflichen Menschen“ näher kennenlernen durfte, der keine Star-Allüren habe. Er genieße die Nähe zu seinen Fans, erklärt er im gemeinsamen Gespräch im Hotelgarten in Buch. Frank und frei erzählt er von der „Achterbahnfahrt“, die er in seinen sieben Jahren als Boygroup-Mitglied erlebt habe, dass er Weißwürste liebe, gern auf dem Land lebe und was er jetzt als Künstler macht.

Caught in the Act (CITA) sei ein künstliches Produkt gewesen. 750 junge Sänger, gut aussehend, mit Gesangs- und Tanztalent, wurden damals gecastet. Er stieß mit 22 Jahren als Letzter zur Band – in der Rolle des schüchternen Engländers. „Ich wollte es so sehr, aber die ersten sechs Monate waren schwer für mich. Ich war geschockt von dem System.“

Mit seinen weiblichen Anhängern hat Baxter viel erlebt. Auch ein paar „crazy fans“ waren darunter. Er berichtet von zwei Mädchen: „Sie brachen in mein Hotelzimmer ein, gingen an den Kleiderschrank und machten Fotos von sich in meiner Unterwäsche und schickten sie mir.“ Kein gutes Gefühl, wie er zugibt. „Aber wir hatten Bodyguards, die diese Fans auf Distanz hielten.“ An die Vernunft dieser extremen Anhänger zu appellieren, habe geholfen, erzählt er.

Sonjas Gesicht kenne er noch von früher, so oft begegnete er ihr nach Konzerten, am Hotel oder am Flughafen. Sie sei ein „cleverer“ Fan gewesen, der immer Wege fand, ihn zu sehen. Offen plaudert auch sie aus dem Nähkästchen und erzählt, dass man bei Konzerten nie ganz vorne stehen und nie die Zugaben abwarten durfte, um möglichst schnell den Konzertsaal verlassen zu können, um den Star noch zu treffen oder sein Hotel ausfindig zu machen. „Very smart“, sehr klug, findet Baxter das im Nachhinein.

Die beiden verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, sie mögen und respektieren sich, das merkt man. Er kennt ihren Mann und ihre 18 Monate alte Tochter. Sonja weiß von seinem Freund, den der mittlerweile 46-Jährige vor einem Jahr in einem Pub kennengelernt hat. Richtig verliebt sei er und gibt zu: „Ich musste viele Frösche küssen, um einen Prinz zu finden.“

Caught in the Act trennten sich am 16. August 1998 nach einem Abschiedskonzert in Magdeburg. Die Bandmitglieder erfuhren erst kurzfristig vom Aus der Band. „Mich rief die Bravo an“, erinnert er sich. Danach wollte Baxter viele Jahre mit dem Singen nichts mehr zu tun haben. Er wurde Schauspieler. „Das war schon immer mein größter Traum.“ Mit CITA hatte er in der TV-Soap GZSZ erste Gastauftritte gehabt. Seitdem ist er immer wieder in Filmen zu sehen. In den Thrillern „Shut!“ und „Profile of Fear“ spielt er die Hauptrolle. „Aber das reicht nicht zum Leben.“

Seine Haupteinnahmequelle ist ein Theater, das er vor sieben Jahren in der Nähe von Brighton in einem viktorianischen Gefängnis, dem Arundel Jailhouse, eröffnete. Hier treten Bands, Schauspieler und Standup-Comedians auf. Auch er hat hier schon selbst gespielt, getanzt, aber noch nie gesungen. Würde er nicht dort am Meer wohnen, dann irgendwo auf dem Land, wo es ruhig und weitläufig ist, wie in Buch am Buchrain erzählt er. Viel habe er von der Region nicht gesehen. Dazu fehlte die Zeit.

Zum Singen kam er erst wieder durch den ersten Titelsong „No One But Myself“, den er für den Film „Profile of Fear“ geschrieben hat. Immer wieder wurde er von Fans gebeten, wenigstens noch einmal mit den mit der Band aufzutreten. Benjamin, Eloy und Bastian ging es nicht anders. Also entschieden sich drei von den Vieren, gemeinsam auf Tour zu gehen. Nur Benjamin Boyce ist beim Comeback nicht mit dabei. „Wir hatten 16 Jahre keinen Kontakt mehr, Jetzt sind wir Freunde mit einer gemeinsamen Geschichte“, verrät Baxter. „Für mich ist es eine zweite Chance.“

Comeback-Tour mit 30 Konzerten

30 Konzerte wird es geben, fast alle in Deutschland, wo sie ihre meisten und treusten Fans haben. Am 18. Dezember treten Caught in the Act in München auf. Sonja Maracek wird bestimmt dabei sein. Auch Baxter will weiterhin Solo-Auftritte mit eigenen Songs, wie in Markt Schwaben, machen, wo es ihm super gefallen habe und wo auch mit einer Versteigerung von Lees persönlichen Dingen für das Afrikanische Hilfsprojekt „Ferme ToGo“ und die Tierschutzorganisation „Sunny days for Animals“ Geld gesammelt wurde.

Auch wenn er nach diesem Abend ein bisschen heiser ist, gibt er noch eine Kostprobe seines Gesangs: „Only you“ unplugged – und da ist es wieder, dieses schöne Gefühl, das schon so viele Teenager diese Boygroup anschmachten ließ.

Birgit Lang

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Horrorclown am Flughafen: Mann mit fieser Maske bedroht Passagiere - dann greift er nach Maschinenpistole
Am Flughafen München hat ein Mann Reisende in Angst und Schrecken versetzt. Er erschreckte Reisende mit einer Clownsmaske und griff dann sogar nach der Waffe einer …
Horrorclown am Flughafen: Mann mit fieser Maske bedroht Passagiere - dann greift er nach Maschinenpistole
Notlandung am Flughafen München: Katastrophenschutz rückt an
Am Flughafen München ist es am Montagmorgen zu einer Notlandung gekommen. Im Cockpit einer Maschine der lettischen Airline Smartlynx hatte sich Rauch entwickelt. 183 …
Notlandung am Flughafen München: Katastrophenschutz rückt an
Die Isener „Austragla“ sind der Geselligkeit verpflichtet
Als Austragla werden eigentlich Senior-Bauern bezeichnet, die den Hof an den Nachwuchs übergeben haben. Warum sind die Isener Austragla aber alle unter 40?
Die Isener „Austragla“ sind der Geselligkeit verpflichtet
Artding-Organisator Mr. Woodland kämpft um das Ansehen seiner Kunst
Was ist Graffiti? Was ist Street Art? Was ist Mural Art? Auf diese Fragen gab Mr. Woodland in einem Vortrag beim Kunstverein Antworten.
Artding-Organisator Mr. Woodland kämpft um das Ansehen seiner Kunst

Kommentare