Kapazitätsengpässe in der Kita Rosengarten 

Bekommt Buch einen Waldkindergarten?

Die Bucher Kita Rosengarten hat Kapazitätsengpässe. Die Gemeinde überlegt nun, mit einem Waldkindergarten zu erweitern – eventuell sogar schon ab 2018. Die Nachfrage der Eltern ist da.

Buch am Buchrain– Die Kindertagesstätte von Buch am Buchrain läuft sehr erfolgreich. Als der Rosengarten 1998 eröffnet wurde, stand die Kommune mit ihren Planungen teilweise in der Kritik. Als zu groß und zu teuer wurde die neue Einrichtung damals häufig kritisiert.

20 Jahre später spricht niemand mehr davon, dass der Kindergarten zu optimistisch geplant worden sei – im Gegenteil. Im Jubiläumsjahr ist die Kita erneut komplett belegt, eventuell muss es sogar Absagen geben, gab Kitaleiterin Iris Lindinger in der Gemeinderatssitzung bekannt.

Ihren Aussagen nach hat sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt. Mit 19 Anmeldungen fürs kommende Kitajahr aus Buch, zwei aus Pastetten und einem Integrationskind sei die Einrichtung ausgelastet. „Mit dem jetzigen Personalstand können wir vermutlich gar nicht alle aufnehmen“, machte Lindinger ihre Befürchtung öffentlich. Dies werde sich demnächst bei einer genaueren Betrachtung der Anmeldungen zeigen.

Eine reine Personalaufstockung sei jedoch nicht zielführend, sagte Lindinger. „Dann gehen uns die Räume aus. Es wäre dringend erforderlich zu erweitern.“ Martin Dondl (WG) zeigte sich über den akuten Bedarf verwundert: „Haben wir hier in den letzten Jahren etwas verschlafen?“ Die Kitaleiterin entgegnete, dass die Situation bereits 2017 ähnlich gewesen sei. Vor allem Familien seien in jüngster Zeit neu nach Buch gezogen, ergänzte Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU).

Ein Anbau beim bestehenden Kindergarten würde laut Lindinger für den aktuellen Bedarf zu lange dauern. Gegen Axel Krämers (CSU) Vorschlag, andere Räume in der Gemeinde anzumieten, sprechen Umbaukosten. Stattdessen nannte Lindinger gleich ihre Wunsch-Lösung: einen Waldkindergarten. Dies sei nicht nur eine relativ schnelle, kostengünstige Lösung. Bei einer Bedarfsumfrage hätten sich 25 Eltern als stark interessiert gezeigt. „Viele wünschen sich das, und es ist auch gut für die Kinder, weil sie in der Natur sind.“

Nicht nur Räte wie Krämer oder Matthias Steutzger (parteifrei) waren von der Idee überzeugt. Auch Kitaausschuss-Mitglied Margit Kunstwadl (WG) konnte sich einen Waldkindergarten gut vorstellen. Der Ausschuss hat bereits einige Einrichtungen im Landkreis besichtigt. „Die Kinder dort haben richtig Freude und sind glücklich“, so Kunstwadl.

Ausschuss-Kollege Martin Kern (SPD) betonte die Wichtigkeit eines geeigneten Standorts. Geisberger brachte zuvor nämlich den Vorschlag, zuerst die gemeindeeigenen Flächen wie die beim Sportgelände oder die Ökoflächen auf ihre Eignung zu betrachten. Der künftige Standort soll aber laut Geisberger gemeinsam mit Kitateam und Elternbeirat sowie durch Unterstützung eines Experten gewählt werden.

Generell war auch er von einem Waldkindergarten begeistert: „Die Kinder wachsen noch gesünder auf, und wir können in unserem ländlich geprägten Buch die Natur besser vermitteln.“ Geisbergers Einschätzung nach könnte die Einrichtung 50 000 bis 70 000 Euro kosten. Der Gemeinderat sprach sich dafür aus, dies voranzutreiben.

Laut Lindinger dauert es von der Planung bis zur Umsetzung sechs bis neun Monate. Der Landkreis sei sehr kooperativ. Für Geisberger ist es ein Antrieb, das erweiterte Angebot schon im nächsten Jahr ermöglichen zu können. Er signalisierte zudem Bereitschaft bei der Erhöhung von Arbeitsstunden. Markus Ostermaier

Rubriklistenbild: © dpa / Jens Büttner

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