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Kaspar Stanner in seinem Element bei der Pfirsich-Ernte, die der 94-Jährige viele Jahre lang mit Freude im eigenen Garten pflanzte. 

Nachruf: Kaspar Stanner († 94)

Engagierter Christ und liebenswerter Landwirt

Er war ein Familienmensch, war in der Kirche sehr engagiert und liebte die Natur. Jetzt ist Kaspar Stanner aus Sinsöd im Alter von 94 Jahren verstorben.

Sinsöd – Einen äußerst engagierten Christen und liebenswerten Landwirt haben die Gemeinden Buch und Forstern verloren. Überraschend verstarb Kaspar Stanner aus Sinsöd (Gemeinde Buch) am 17. April altersbedingt. Er wurde 94 Jahre alt. Hinter ihm liegt ein langes und erfülltes Leben.

1925 wurde Stanner, den Viele nur als Eder Kaspar oder Eder Vater kannten, in Sinsöd als drittes von vier Kindern geboren. Durch seinen Wohnsitz hat die Familie bis heute eine Bindung zu zwei Gemeinden: Ursprünglich gehört der Ortsteil zu Buch, aus kirchlicher Sicht werden die Stanners aber der Pfarrei Forstern-Tading zugeordnet.

Glück im Unglück im Zweiten Weltkrieg

Nach dem Besuch der Bucher Schule musste Kaspar Stanner in den Krieg ziehen. Ein Missgeschick eines Kameraden war für ihn Glück im Unglück. Beim Putzen des Gewehrs löste sich ein Schuss und traf den Fuß des jungen Buchers, sodass dieser ins Lazarett kam. Als er vollständig genesen war, war auch der Zweite Weltkrieg fast vorbei.

Einige Jahre später lernte Stanner beim Tanzen in Isen Theresa Lechner kennen. 1958 heirateten sie und genossen eine lange glückliche Ehe. Erst im Juli 2018 feierten sie im Kreise ihrer Liebsten Diamantene Hochzeit. Das Paar bekam vier Kinder – Martin, Josef, Gertraud und Elfriede. Zuletzt erfreuten den Rentner acht Enkelkinder. Die Familie war Kaspar Stanner immer sehr wichtig, berichten sein ältester Sohn Martin und dessen Frau Anni.

Als junger Mann die Landwirtschaft der Eltern übernommen

Als junger Mann übernahm Stanner die Landwirtschaft seiner Eltern in Sinsöd. Im Fokus stand die Milchviehhaltung, aber auch Hühner, Schweine oder Pferde lebten auf dem Hof. Neben der Natur interessierten den 94-Jährigen schon immer Schmetterlinge und Vögel. Er sammelte Raupen, unterstützte sie beim Überwintern und ließ sie im Frühjahr als Schmetterlinge wieder frei. Inzwischen kümmern sich sein Sohn Martin und Schwiegertochter Anni um den Bauernhof. Trotz des fortgeschrittenen Alters half Stanner dennoch bis zu seinem 90. Lebensjahr tatkräftig im Stall.

Zudem beteiligte sich der Landwirt sehr aktiv am gesellschaftlichen Leben. Für sein Engagement beim Gartenbauverein Buch-Reithofen erhielt er die Goldene Ehrennadel. Bei dessen Jahresreisen kümmerte sich Stanner früher immer um die Videodokumentation. Seit 1953 war er beim Schützenverein Tading und wurde dort zum Ehrenmitglied ernannt. Nach dem Krieg trat er zudem dem Bucher Krieger- und Soldatenverein sowie zuletzt der Marianischen Männerkongregation bei.

In der Pfarrei Forstern-Tading war Kaspar Stanner sehr engagiert

Sehr intensiv engagierte sich Stanner in der Pfarrei Forstern-Tading. Er war nicht nur Mitglied in dem früheren Pfarrausschuss, dem Vorläufergremium des Pfarrgemeinderats. An die 30 Jahre lang war er Teil der Kirchenverwaltung und übernahm bis 1994 das Amt des Kirchenpflegers. 2009 erhielt er dafür das Ehrenzeichen der Erzdiözese München und Freising.

Die Pfarrei bezeichnet Stanner als sehr engagierten und hilfsbereiten Christen, der mehrere Sanierungsmaßnahmen begleitete. „Er war für uns nicht nur ein verlässlicher Ratgeber in vielen Fragen. Auch sein handwerkliches Geschick und seine unermüdliche Tatkraft waren für uns beispielhaft“, schreibt die Kirchenverwaltung Forstern-Tading in einem Nachruf im Pfarrbrief.

Besonders wichtig war ihm der Christbaum in der Tadinger Kirche

Mehrere Jahrzehnte lang war es zudem ein besonderes Anliegen des 94-Jährigen, dass die Tadinger Kirche an Weihnachten einen schönen Christbaum erhält. Diese stammten bis vor wenigen Jahren immer vom eigenen Sinsöder Bauernhof, berichtet Schwiegertochter Anni.

Die aktuelle Corona-Krise verhinderte, dass der große Bekanntenkreis des Landwirts würdevoll Abschied nehmen konnte. Die Stanners freuten sich aber sehr über die Anteilnahme vieler Vereinsfreunde und Bekannter, die des Verstorbenen mit Blumengestecken gedachten. Die Familie möchte den Trauergottesdienst in Tading nachholen, sobald das wieder geht.   

Markus Ostermaier

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