Die neue Mittagssituation in der Bucher Kindertagesstätte: In der Kita Rosengarten essen die Kinder inzwischen nur noch in ihren Stammgruppen sowie an getrennten Tischen und mit Abstand. 
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Die neue Mittagssituation in der Bucher Kindertagesstätte: In der Kita Rosengarten essen die Kinder inzwischen nur noch in ihren Stammgruppen sowie an getrennten Tischen und mit Abstand. 

Ab 1. Juli wieder für alle Kinder 

Kindergärten: Schritt für Schritt zurück zum Normalbetrieb

Etappenweise wurde der Betrieb in den Kindertagesstätten nach der coronabedingten Pause wieder aufgenommen. Ab dem 1. Juli herrscht in den Kitas wieder Vollbetrieb mit allen Kindern.

Südlicher Landkreis– Etappenweise wurde der Betrieb in den Kindertagesstätten nach der coronabedingten Pause wieder aufgenommen. Jetzt steht der letzte Schritt an: Ab dem 1. Juli herrscht in den Kitas wieder Vollbetrieb mit allen Kindern. Die Freude darüber ist groß. Für die Beschäftigten ist der neue Alltag allerdings mit sehr hohen Herausforderungen verbunden.

In der Notbetreuung starteten die Kitas anfangs mit Kleingruppen. Das ist inzwischen nicht mehr möglich, erklärt etwa Beate Tilge vom Kindergarten St. Martin in Oberneuching: „Dafür bräuchten wir viel mehr Personal und Räume.“ Ihre Einrichtung hatte während des Lockdowns immer geöffnet, Ende Juni waren 90 Prozent der insgesamt 180 Kinder schon wieder im Haus.

„Wir versuchen, ihnen so viel Normalität zu geben wie möglich“

Zwar musste in Oberneuching vieles umstrukturiert werden, weil es normalerweise eine Teilöffnung der Gruppen gibt. „Aber die Einschnitte sind eigentlich gar nicht so gravierend“, findet Kita-Leiterin Tilge. Kinder könnten zwar nicht mehr durchs Haus laufen oder andere Gruppen besuchen, „aber wir versuchen, ihnen so viel Normalität zu geben wie möglich“. Händewaschen und Lüften gebe es nun noch häufiger, oder man sei öfter draußen. Auch das muss allerdings streng organisiert sein, damit sich mehrere Gruppen nicht überschneiden.

Während des Lockdowns bis Ende April geschlossen war das Kinderhaus St. Emmeram in Moosinning. Leiterin Lisa Ertl ist froh, dass die Notbetreuung erst später startete, da die Ungewissheit über die neue Situation anfangs groß gewesen sei. Ihr Team sei auch im reduzierten Betrieb aktiv gewesen und habe Eltern mit Newslettern und Arbeitsaufgaben versorgt. Seit 15. Juni sind fast alle der 53 Kita- und Krippenkinder wieder anwesend.

„Die Kinder sind Probleme wieder zurückgekommen“

Auch Moosinning ist neben dem pädagogischen Auftrag mit vielen zusätzlichen Aufgaben beschäftigt – regelmäßiges Desinfizieren etwa. Auf die jungen Besucher wirken sich die neuen Regeln jedoch nicht negativ aus: „Die Kinder sind fröhlich und ohne Probleme und lange Eingewöhnungsphasen wieder zurückgekommen“, sagt Ertl.

Mit zehn Kindern begann die Notbetreuung im Rosengarten in Buch am Buchrain, Ende Juni waren 50 der 73 Kinder zurück in der Einrichtung. Die Krise brachte laut Iris Lindinger zunächst hohe Herausforderungen für Eltern, später dann große Umstellungen in den Kitas. „Wir hoffen schon noch auf mehr Normalität, es ist im Moment echt nicht so lustig“, gab die Kita-Leiterin in der Bucher Gemeinderatssitzung zu.

Auch die musikalische Früherziehung gibt es wieder

Beim Pressebesuch ein paar Tage später ist die Stimmung besser, die Kinder sind gut gelaunt. Das Mittagessen gibt es nur noch getrennt in den Stammgruppen. An den Tischen sitzen je drei Kinder mit Sicherheitsabstand. Das finden alle sogar entspannter, es sei „eine der positiven Erfahrungen von Corona“, berichtet Lindinger. Auch die musikalische Früherziehung mit Konrad Huber gibt es bereits wieder – allerdings nur mit Instrumenten und in den einzelnen Gruppen.

Nur bei dringendem Bedarf wurde die Notbetreuung im Kinderland am Park in Eicherloh in Anspruch genommen. Leiterin Katharina Zehetmair lobt die Eltern, dass alle Kinder „mit einem großen Entwicklungssprung“ zurückgekommen seien. Im Juni waren bereits 90 Prozent der 62 Mädchen und Buben wieder im Haus. Die Erzieherinnen sprechen mit dem Nachwuchs auch immer wieder über Corona oder die Mindestabstände. Kinder würden sich inzwischen „gegenseitig daran erinnern, wenn es im Spiel doch mal vergessen wird“, erzählt Zehetmair.

„Die Kinder müssen das ganze Gesicht sehen“

Masken werden in allen vier Einrichtungen nur in besonderen Situationen wie der Essensausgabe, beim Wickeln oder zu den Bring- und Abholzeiten getragen. In der pädagogischen Arbeit spiele nämlich die Mimik eine wichtige Rolle. „Die Kinder müssen das ganze Gesicht sehen. Wenn man nur die Augen sieht, ist der vertraute Kontakt nicht da“, erklärt Tilge. „Die Kleinen würden sich bestimmt auch fürchten, wenn wir den ganzen Tag mit Maske rumlaufen würden“, vermutet Ertl. Dies kann sich auch Lindinger vorstellen und betont die Wichtigkeit der deutlichen Aussprache.

Vor allem für die Jüngsten sei es „unheimlich wichtig, dass sie die bekannten Pädagoginnen vorfinden“ – ohne Maske, findet auch Zehetmair. Mitarbeiterinnen in Eicherloh, die zur Risikogruppe gehören, würden vom Kita-Träger ein Gesichtsvisier erhalten, damit man trotzdem die Mimik erkennen kann.

Auch der Sicherheitsabstand sei nicht immer einfach umzusetzen. „Das dürfte jedem klar sein, dass man das bei Kindern nur schwer einhalten kann“, meint Tilge. Das kann Ertl bestätigen. „Es ist manchmal sehr schwierig, denn kleine Kinder brauchen eine gewisse Nähe. Wenn ein Kind weint, muss man es trösten.“

Insgesamt haben sich die Kindergärten mit der neuen Situation weitgehend arrangiert. Zehetmair hofft auf eine baldige Besserung der Bring- und Abholsituation, da maximal drei Elternteile ins Haus dürfen. Hoffnung besteht auch, dass sich Kinder bald wieder Essen und Trinken selbstständig nehmen dürfen. Zehetmair erkennt aber auch einen positiven Effekt für die Sprachförderung: „Die Kinder müssen sich genau überlegen, was sie möchten, und es uns sprachlich mitteilen.“

Markus Ostermaier

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