Einblicke in einen Elektrobetrieb erhielten Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz (mittige Reihe, 2. v. l.) und die weiteren Teilnehmer der Wahlkampfveranstaltung in den Gemeinden Buch und Pastetten.
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Einblicke in einen Elektrobetrieb erhielten Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz (mittige Reihe, 2. v. l.) und die weiteren Teilnehmer der Wahlkampfveranstaltung in den Gemeinden Buch und Pastetten.

Wahlveranstaltung

Lenz zur Corona-Pandemie: „Man darf nicht mehr alles zusperren“

Die aktuelle Unzufriedenheit der Wähler mit der Union bekommt auch CSU-Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz immer wieder zu spüren: „Man kriegt die Stimmung schon oft sehr ungefiltert mit“, sagte er am Rande einer Wahlkampfveranstaltung im südlichen Landkreis.

Buch am Buchrain/Harthofen – Nicht einmal vier Wochen vor der Bundestagswahl verfestigt sich der Aufwärtstrend der SPD immer mehr: Nach aktuellen Umfragen liegen die Genossen klar vor der Union. Die aktuelle Unzufriedenheit der Wähler mit der Union bekommt auch CSU-Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz immer wieder zu spüren: „Man kriegt die Stimmung schon oft sehr ungefiltert mit“, sagte er am Rande einer Wahlkampfveranstaltung im südlichen Landkreis.

Auf Wahlkampftour hat Lenz, der am 26. September erneut das Direktmandat in seinem Wahlkreis Erding-Ebersberg gewinnen möchte, in den Gemeinden Buch am Buchrain und Pastetten Station gemacht. Der CSU-Ortsverband hatte eine Tour organisiert, bei der drei Betriebe besichtigt wurden. Lenz nutzte den Nachmittag, um mit den 17 Teilnehmern ins Gespräch zu kommen.

Zum bereits dritten Mal kandidiert Lenz für den Bundestag. Der diesjährige Wahlkampf sei allerdings nicht mit den vorherigen vergleichbar, wie der CSU-Politiker im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt. „Momentan nimmt es an Fahrt auf, aber alles ist ein bisschen anders – vielleicht auch ein bisschen schwieriger.“ Die aktuelle Unzufriedenheit der Wähler mit der Union, die sich in Umfragen zeigt, bekommt auch Lenz immer wieder zu spüren: „Heute war es nicht so“, sagte Lenz nach der Tour, „aber woanders kriegt man die Stimmung schon oft sehr ungefiltert mit“.

Er könne es allerdings verstehen, wenn im Moment nicht jeder zufrieden sei. Vor allem die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen würden die Wähler nach wie vor sehr bewegen, „aber man kann nicht alles richtig machen“, meint Lenz. Seine Meinung zur Pandemie: „Man darf nicht mehr alles zusperren“, betonte er und appellierte für mehr Normalität anstelle eines weiteren Lockdowns.

Vorige Woche war der Frauenneuhartinger nach Berlin zu Sondersitzungen zu den Themen Hochwasser und Afghanistan gereist, ansonsten war Lenz zuletzt hauptsächlich in der Region unterwegs und wird auch bis zur Bundestagswahl überwiegend hier sein. Ein Sommerurlaub sei heuer aufgrund der zahlreichen Termine nicht drin gewesen, berichtet der 40-Jährige unserer Zeitung: „Zeitlich ist das im Moment eine Herausforderung, aber es macht auch viel Spaß, so viele Eindrücke zu sammeln.“

Lenz ist es nach eigener Aussage wichtig, „die Leute zu erreichen“. In Präsenz hatte er die Möglichkeit dazu bei der Veranstaltung des CSU-Ortsverbands Buch-Pastetten. Ursprünglich war der Termin als Radtour geplant, wetterbedingt entschied man sich jedoch für eine Rundfahrt mit Autos und einem Vereinsbus.

Erste Station war der Eierhof der Familie Renner in Hammersdorf. Lenz lobte, dass der Betrieb auf höchstem Niveau arbeite und dort auf Tierwohl geachtet werde. Im Anschluss ging es zum Bauernhof des Bucher CSU-Gemeinderates Michael Rappold in Loiperding, den Lenz als „Vorzeige-Landwirt“ betitelte. Beide Betriebe richteten auch Anliegen an den Politiker. Lenz selbst könne nachvollziehen, dass Rappold eine Planungssicherheit brauche, wenn er einen neuen Stall errichten wolle. „Wir brauchen hier eine gewisse Stabilität, dass der Landwirt auch entsprechend wirtschaften kann.“

Dritte und letzte Station war der Elektromeisterbetrieb von Tilo Notka in Harthofen. Er sprach von Nachwuchssorgen sowie wenig Ausbildungszuwachs in der Handwerker-Branche: „Oft bleibt nur die zweite oder dritte Liga übrig, und die Bewerber sind dann in der Ausbildung überfordert.“ Lenz kannte diese Sorgen: „Da müssen wir gesellschaftlich noch was machen.“ Der Abgeordnete verwies auf positive Zukunftsaussichten der Branche: Um die „ambitionierten Klimaziele“ umzusetzen, benötige man viele Handwerker zur Verwirklichung der politischen Beschlüsse.

Dankbar war Notka, dass sein Betrieb trotz Corona weiterarbeiten durfte. 2020 sei für ihn sogar das umsatzstärkste der vergangenen 25 Jahre gewesen.

Lenz meinte, er habe den Nachmittag als sehr interessant empfunden, da ihm langfristige Nachhaltigkeit am Herzen liege. „Dabei gibt es die wirtschaftliche Grundlage, die soziale Dimension und die Ökologie. Es ist unsere politische Aufgabe, das alles zusammen zu bringen.“

mot

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