Die Ergebnisse stellte Bürgermeister Ferdinand Geisberger (l.) vor. foto: ostermaier

Jungbürgerbefragung

Die meisten Jugendlichen leben gerne in Buch

Buch am Buchrain – 104 Kinder und Jugendliche haben sich an der Bucher Jungbürgerbefragung beteiligt. Eine bessere ÖPNV-Verbindung, Radwege und ein Jugendtreff standen oben auf der Liste.

Den Bedürfnissen der Jugend ist die Gemeinde Buch am Buchrain mit einer Jungbürgerbefragung auf den Grund gegangen. In einer Versammlung im Gemeindehaus wurden nun die Ergebnisse der dreiwöchigen September-Umfrage vorgestellt, die Jugendreferent Bernhard Blasi initiiert hatte.

Bürgermeister Ferdinand Geisberger begrüßte knapp 20 Jugendliche und freute sich über den Rücklauf. Jugendsozialarbeiter Sozialpädagoge Matthias Gallenberger hatte die Aktion durchgeführt und berichtete, dass 104 der 200 Wahlberechtigten an der Umfrage teilgenommen hätten. „Das ist eine wahnsinnig gute Beteiligung.“ Schon ein 20-prozentiger Rücklauf werde als gute Quote gesehen. Das Alter der Teilnehmer lag laut Gallenberger zwischen zehn und 21 Jahren.

Wie die Befragung zeigt, geht in Buch der Trend zur Kleinfamilie. 65 Prozent der Befragten haben ein Geschwisterkind. Das macht laut dem Sozialpädagogen die Arbeit der Vereine noch wichtiger. In der zur Verfügung stehenden Freizeit, die 74 Prozent der Befragten ausreicht, ist der Nachwuchs am liebsten zuhause, auf dem Sportplatz, im Wald oder in der Pizzeria. Zudem sind 81 Prozent in mindestens einem Verein, vor allem in Sportverein und Skiclub. 77 Prozent der Umfrageteilnehmer leben gerne bis sehr gerne in Buch.

Etwas schlechter benotet die Jugend das Freizeitangebot. „Die Unzufriedenheit steigt mit dem Alter, wenn es ums Weggehen geht. Das ist bei Ihnen natürlich schwierig wegen der Busverbindung“, so Gallenberger. Die Frage, ob Buch einen Jugendtreff braucht, beantworteten 62 Prozent mit „Ja“.

Bei den frei formulierten Wünsche spricht sich die Hälfte für bessere Busverbindungen aus. Geisberger berichtete von der CSU-Bedarfsumfrage. Der MVV solle bis zum Frühjahr einen Entwurf für eine Optimierung erarbeiten. Zudem wünscht sich ein Viertel neue Radwege. Der Gemeindechef informierte über die geplanten Wege nach Haidberg, Walpertskirchen und Mitterbuch.

In Sachen Jugendtreff bestehe eventuell die Möglichkeit, eine Räumlichkeit im neuen Feuerwehrhaus mitzunutzen. „Wenn, dann halte ich aber einen betreuten Jugendtreff für sinnvoll“, meinte Geisberger.

Die Wünsche schnelleres Internet und bessere Handyverbindung könnten durch den Breitbandausbau und dem Telekom-Sendemast bald realisiert werden. Eventuell könne man in Sachen Skateplatz nach dem Sportgeländeausbau temporär etwas anbieten, überlegte der Bürgermeister laut. Bei der Anregung Tischtennisplatten versprach er: „Die sponsere ich.“ Beim Thema Bademöglichkeit wolle man sich interkommunal Gedanken machen. Eventuell könne man auch den kleinen Weiher in Pitz etwas aufhübschen.

Die Befragung soll keine einmalige Aktion bleiben. Der Bürgermeister signalisierte die Unterstützung der Kommune bei neuen Projekten: „Wir sind zwar nicht die Reichsten, aber wenn jemand Engagement zeigt, machen wir gerne mit.“ Gallenberger riet den Jungbürgern, sich bei Themen an den Jugendreferent zu wenden, machte ihnen Mut, sagte aber auch realistisch: „Meistens muss man hartnäckig sein und dahinter bleiben, wenn man etwas erreichen will.“

Markus Ostermaier

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