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Ferdinand Geisberger (CSU) hatte die Idee einen Trinkwasserbrunnen nahe der A94 zu bauen.

Trinkwasser in Buch am Buchrain

Debatte um Trinkwasserversorgung hält an: Gemeinde Buch plant Infoveranstaltung

Die Trinkwasserversorgung beschäftigt und spaltet den Bucher Gemeinderat schon länger. Da es nicht nur Befürworter der Entscheidung gibt, an einem eigenen Brunnen festzuhalten, möchte die Kommune eine Informationsveranstaltung organisieren. Der Zeitpunkt ist noch offen.

Buch am Buchrain – Die Idee stammt von Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) und ist wohl eine Reaktion auf die Unterschriftenaktion, die in der Gemeinde gerade im Umlauf ist. Im Gemeinderat sprach Geisberger von „gewissen Sachverhalten, die aktuell so naja dargestellt werden“. Gemeint sind Bürgeranträge, die Gemeinderäte und Listenanhänger von Parteifreie Bürger/SPD initiiert haben. Einwohner können noch bis 23. Februar unterschreiben, wenn sie für eine Neubehandlung des Trinkwasserbeschlusses sind. Gefordert wird in den Bürgeranträgen unter anderem sogar ein Bürgerentscheid (wir berichteten).

Geisberger steht zu seiner Entscheidung, einen neuen Trinkwasserbrunnen im Gemeindegebiet nahe der A 94 zu bauen. Die Infoveranstaltung soll zeitnah stattfinden, für Transparenz sorgen und Fragen der Bürger beantworten. Dazu sollen Experten vom Wasserwirtschaftsamt München, Landkreis (Wasserrecht), der Wasserversorgung Forst-Nord sowie Diplom-Geologe Ulrich Scheubeck eingeladen werden. Geisbergers Vorschlag kam bei den Räten gut an. Kritik an ihrer Unterschriftenaktion und der Darstellung der Informationen mussten aber Parteifreie/SPD einstecken. Vor allem mehrere CSU-Räte kritisierten, dass einige Angaben beeinflussend und nicht ganz richtig dargestellt würden.

Heiße Debatte

Martin Ostermeier (CSU) beispielsweise merkte an, dass durch die kürzliche Aufnahme Forsterns in den Verband Forst-Nord nicht klar sei, ob sich deren guter Nitratgehalt von sieben Milligramm halten kann. „Und genau mit diesem Wert wirbst du aber andauernd“, sagte Axel Krämer (CSU) an Martin Kern (SPD) gewandt. Vize-Bürgermeister Martin Kunstwadl (WG) berichtete von einem Gespräch mit Forsterns Bürgermeister Georg Els und der tatsächlichen Unsicherheit, ob sich das dortige Trinkwasser künftig mit dem Wasser aus Brunnen und Leitungen von Forstinning und Anzing vermischen werde.

Ostermeier zerlegte außerdem das Argument, dass Forstern der Kooperation wohlwollend gegenüber stehe: „Sie haben das nun selbst nicht mehr in der Hand.“ Auch Kunstwadl bestätigte, dass derartige Gespräche noch unter Geisbergers Vorgänger stattgefunden hätten und letztlich abgelehnt worden seien. „Mein Standpunkt zu diesem Thema ist klar und stand in der Zeitung“, sagte Birgit Hipper (CSU). „Wenn ein Fachmann keine Bedenken gegen unseren Standort hat, dann habe ich als Laie auch keine Sorgen.“

Kern erläuterte noch mal seine Position. „Stimmt, Forstern kann uns aktuell noch nicht beliefern, aber auch unser neuer Brunnen muss erst gebaut und beantragt werden. Uns fehlt einfach noch immer eine richtige Entscheidungsgrundlage.“ „Du passt wohl nicht richtig auf“, erwiderte Geisberger in einem der vielen Wortwechsel mit Kern, seinem Herausforderer ums Bürgermeisteramt. Von verschiedenen Seiten, etwa dem Wasserwirtschaftsamt, habe man die klare Aussage erhalten, dass der neue, eigene Brunnen die einzige Möglichkeit für Buch sei.

Im Mitteilungsblatt sollen Bürger jetzt dazu aufgerufen werden, ihre Fragen an die Experten vorab an die Verwaltung zu schicken. Kern regte an, Buchs Kinderärztin Monika Grasser als Sprecherin einzuladen. Geisberger dagegen dachte eher an einen Vertreter vom Gesundheitsamt. Die Fragen der Gemeinderäte für die Infoveranstaltung drehten sich um die neue Wassersituation in Forstern, Rahmenbedingungen und die frühestmögliche Umsetzung einer eventuellen Kooperation mit Forst-Nord, Fördermöglichkeiten oder ein Ökokonto beim neuen eigenen Brunnen.

Martin Dondl (WG) bat zudem um eine Gegenüberstellung der Wasserwerte. „Es wird immer nur über das Nitrat gesprochen, aber das allein ist eigentlich nicht das Ausschlaggebende beim Trinkwasser.“

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Markus Ostermaier 

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