Trinkwasser in der Gemeinde Buch am Buchrain

Nitrat: Deutlich unter dem Grenzwert

Die Gemeinde Buch hält an einer eigenen Trinkwasserversorgung fest. Versuchsbohrungen an neuen Messstellen zeigen im Vergleich zum aktuellen Brunnen etwas bessere Nitratwerte.

Buch am Buchrain – Fast 20 Jahre dauert in Buch am Buchrain schon die Suche nach einem Standort für den Trinkwasserbrunnen. „Man sieht an dieser langen Historie, dass wir immer sehr bedacht vorgegangen sind“, sagte Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) rückblickend in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.

Dort war auch Diplom-Geologe Ulrich Scheubeck vom Ingenieurbüro für Grundwasser und Umweltfragen (IGWU) anwesend. Er ist seit Jahren Projektpartner der Kommune und beantwortete die Fragen zur Trinkwasserversorgung. Geisberger war dies wichtig, da „einem Teil vom Gemeinderat nicht alles bekannt ist und Unwissenheit herrscht“. Zuletzt gab es vor allem Verwirrung um den Nitratgehalt im Trinkwasser (32 Milligramm).

Was Geisberger jüngst immer wieder beteuert hat, bestätigte nun auch der Experte gleich zu Beginn: „Der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter. Buch ist also noch deutlich darunter.“ Scheubecks Aussagen nach sind Schwankungen beim Nitratgehalt normal. „In Buch ist es kein optimaler Wert, aber auch kein schlechter.“

Seit Oktober sind acht Messdatensammler installiert, mit denen neben den beiden bestehenden Brunnen auch einige potenzielle Standorte untersucht wurden. Die ersten beiden Quartalsergebnisse konnte Scheubeck nun vorstellen. Demnach schwankte der Nitratgehalt des aktuellen Brunnens zwischen 33,1 und 35,5 Milligramm.

Eine höhere Belastung (38/40 Milligramm) gebe es bei Messstellen im Urbansholz und beim Herweger Holz (Bereich Tannenhof). „Diese Werte sind für einen neuen Brunnen zu hoch und nicht mehr sinnvoll.“ Besser sieht es an zwei anderen Standorten im Urbansholz aus. Hier wurden Werte von 27 und 28,1 Milligramm festgestellt.

Martin Dondl (WG) erkundigte sich nach der Ursache für die unterschiedlichen Ergebnisse. Der Geologe erklärte verschiedene Faktoren, darunter auch Strömung des Grundwassers. Martin Kern (SPD) sagte, ihm falle es schwer, vor Bürgern für die die potenziellen neuen Standorte zu argumentieren, da sich der Nitratgehalt nur minimal verbessere. Kern verglich Buchs Werte mit denen der Nachbargemeinde Forstern. Hier erläuterte Scheubeck, dass dies abhängig vom Einzugsgebiet sei, das in Forstern schlicht ideal sei. „Die Grundwasserschicht, aus der das Wasser entnommen wird, ist aber in Buch dieselbe wie in Forstern.“

Auf Rückfrage von Martin Ostermeier (CSU) erklärte Scheubeck, dass es zwar die Möglichkeit von Nitrat-Aufbereitung zur Verbesserung der Werte gebe, dies aber sehr kostspielig und aufwändig sei. Außerdem fragte Ostermeier nach Auswirkungen des Autobahnbaus im Gemeindegebiet. Geisberger verlas hier eine Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamts München, nach der nicht damit zu rechnen sei, dass die A 94 im Einzugsgebiet des möglichen neuen Brunnens liegen wird. Auch die Montage der Bohrpfähle sollten keine Auswirkungen auf das Grundwasser haben. „Ich sehe das auch als unproblematisch“, schloss sich der IGWU-Vertreter an.

Bernhard Blasi (CSU) wertete die Standorte der Versuchsbohrungen im Urbansholz als gut, was Scheubeck unterstützte. In dem abgelegenen Waldstück sollte es keine Probleme bei der Schutzgebiet-Ausweisung geben. Dondl betonte zudem, dass sich der Grundeigentümer kooperativ zeige.

Im Juni und September werden die nächsten Ergebnisse der Messdatensammler ausgewertet, Anfang 2018 werden sie im Gremium vorgestellt. Eventuell soll im Herbst bei den favorisierten Messstellen mit den niedrigsten Nitratwerten zusätzlich ein Pumpversuch folgen.

Inzwischen hatte das Gremium auch die gewünschte Vorstellung des Wasserzweckverbands Anzing-Forstinning erhalten. „Trinkwasser von woanders her zu beziehen, ist aufwändig und teuer, und man ist abhängig von anderen“, lautete dazu das Fazit von Josef Auer (WG). Matthias Steutzger (parteifrei) schlug allerdings vor, in Forstern anzufragen, ob sich Buch nicht an die dortige Wasserversorgung anschließen könne. Geisberger argumentierte hier unter anderem, dass dafür extra eine Hauptleitung gebaut werden müsste. „Außerdem war es den Gemeinderäten immer wichtig, an einer eigenen Wasserversorgung festzuhalten.“

Markus Ostermaier

Rubriklistenbild: © dpa

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