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Hölzerne Musikinstrumente, soweit das Auge reicht, sind in Heidemarie Eibls Musikraum zu finden, wo auch die monatlichen Trommelsessions stattfinden.

Trommlerin aus Buch am Buchrain

Bei Heidi Eibl gibt’s alles, was klingt und rasselt

Buch am Buchrain – Afrikanische Rhythmen haben es Heidemarie Eibl angetan. Die Bucherin vertreibt Trommeln, Percussions und Klangspiele. Die Instrumente nimmt die 57-Jährige an Produktionsorten wie Bali persönlich ab. Aber auch in ihrer Heimatgemeinde werden Trommeln hergestellt.

Bougarabou, Djembé, Caxixi-Rassel, Didgeridoo oder Koshi – was für viele Menschen einfach nur exotisch klingt, ist Musikfreunden mit großer Wahrscheinlichkeit ein Begriff. Wer an rhythmischen Klangerzeugern Gefallen findet, würde sich im Zuhause von Heidemarie Eibl in Buch am Buchrain sofort wohlfühlen. Dort lagern Trommeln und Rasseln jeglicher Art und Größe.

Die 57-jährige Eibl, meist Heidi genannt, hat sich mit den Trommeln doch noch den Kindheitstraum erfüllt, ein Musikinstrument zu beherrschen. Früher fehlte nämlich die Zeit, einen Musikunterrichts zu besuchen. Bei der Feier zu ihrem 33. Geburtstag lernte sie allerdings Jaya Ute Peters kennen, die aus einem mehrjährigen Australien-Aufenthalt zurück kam und das in den 1990er Jahren in Deutschland noch recht unbekannte Didgeridoo vorstellte. AuchEibl war sofort von dem Blasinstrument mit seinen rauen, dunklen Tönen fasziniert.

Als sie von ihrer neuen Freundin 1995 schließlich gefragt wurde, ob sie beim Instrumente-Verkauf mithelfen könne, war es für Eibl der Anstoß, diese selbst zu erlernen. Didgeridoo war ihre Premiere, heute spielt sie zudem Harfe und „alles, was klingt und rasselt“. Gemeinsam entwickelten sie über die Jahre ihre Geschäftsidee für Naturinstrumente.de, die seit 2011 in dieser Form besteht. Seitdem ist Eibl mit der vom Ammersee stammenden Peters hauptberufliche Unternehmerin.

Auf Tollwood oder dem Erdinger Sinnflut-Festival sind die Frauen mit ihrem Stand Stammgäste. Im Angebot haben sie an die 500 Produkte, darunter Didgeridoos, Trommeln und Taschen. Von letzterem schätzt Eibl, dass jährlich 400 bis 500 Stück verkauft werden.

Das Besondere an ihrem Geschäft: Jedes neue Produkt wird am Produktionsort persönlich begutachtet und getestet. Dabei legen die Damen besonderen Wert darauf, dass „die eigenen ethischen Grundsätze beachtet werden. Wir sehen uns vor Ort halt auch die Arbeitsbedingungen an, denn wir wollen, dass die Artikel unter europäischen Standards hergestellt werden“, erklärt Eibl.

Der Großteil der Artikel wird auf Bali sowie in Pakistan, Thailand und Nepal, aber auch in Frankreich, Australien und Deutschland produziert. Auf Bali zum Beispiel werden die Baumaterialien direkt vor Ort oder aus der Umgebung bezogen. „Es ist ein Zusammenspiel der Materialien, dass sich eine gute Trommel ergibt. Man braucht ein hohes Wissen, welches Holz, Leder, Schnüre oder Ringe dafür verwendet werden“, erläutert die Bucherin.

Trommeln aus Buch

Sogar direkt in Buch entstehen Trommeln. Alexander Groß aus dem Ortsteil Tannenhof baut unter dem Künstlernamen Busshò mit Buche, Esche oder anderen Holzarten aus der Umgebung Rahmentrommeln auf schamanische Weise.

Eibl genießt es, direkt in ihrem Heimatort arbeiten zu können. Seit vier Jahren trifft sich in ihrem Zuhause monatlich eine offene Trommelgruppe. Hier gibt Eibl Wissen aus ihrem eigenen Schlagzeug-Unterricht weiter, aber der Spaß stehe im Vordergrund. „In extrem entspannter Atmosphäre können hier Spätberufene kommen, die Musik machen wollen, aber kein Vorwissen haben. Bei dem freien Trommeln entsteht dann immer ein einmaliger Rhythmus“, berichtet sie.

Die Musik war für Eibl auch der Einstieg in die örtliche Flüchtlingsarbeit. Mit den in Buch untergebrachten Senegalesen gründete sie 2015 die Trommelgruppe „Nyaniya Keling“. Weil einige von ihnen aber die Unterkunft gewechselt haben, gab es zuletzt nicht mehr so viele Treffen. Diese musikalische Arbeit war für Eibl aber etwas Besonderes. Die Helferin hat vor allem eines beeindruckt: „Viele der Männer hatten zuvor noch nie getrommelt, sind aber so begabt. Sie haben es einfach im Blut.“

Offene Trommelsessions

finden an den Samstagen 14. Januar, 4. Februar und 4. März, statt. Dauer ist immer von 15.30 bis 17.30 Uhr. Verlangt wird ein kleiner Kostenbeitrag von fünf Euro. Schriftliche Anmeldungen unter info@naturinstrumente.de werden erbeten.

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