A 94-Schwerlastverkehr 

Wer kommt für die Straßenschäden auf?

Kommt es wegen der A 94 doch noch zur Lkw-Straßensperrung in Oberndorf? Viele Bucher Gemeinderäte pochen darauf. Den Anliegern ist vor allem die Sanierung der Straße wichtig.

von Markus Ostermaier

Buch am BuchrainDie Bauarbeiten der A 94 und der damit verbundene Schwerlastverkehr sind in Buch ein emotionales Thema. Anliegerin Gabi Hillen hat nun den Gemeinderat in einem förmlichen Antrag, den 38 Bürger unterzeichneten, gebeten, sich schon jetzt Gedanken über eine spätere Straßensanierung zu machen.

Wie Hillen schilderte, wurde der frühere Kiesweg 1971 zur Gemeindeverbindungsstraße Kaltenbach-Oberndorf ausgebaut. In diesen 47 Jahren sei der Verkehr stetig gestiegen und die Straße inzwischen „dringend sanierungsbedürftig“. Beschädigungen wie Risse in der Deckschicht seien eventuell auch dem Alter der Straße geschuldet. „Sie ist aber nicht für Lastverkehr ausgelegt“, kritisieren die Oberndorfer und begrüßen das im November beschlossene Durchfahrverbot für Schwerlaster ab 16 Tonnen.

Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) freute sich über die Initiative der Oberndorfer und berichtete dem Gemeinderat noch vom Treffen mit Arge, Autobahndirektion, Gemeinde Lengdorf und einer Baufirma. Demnach fühlen sich Arge und Autobahndirektion nicht für die Straßenschäden verantwortlich. Kooperativer habe sich die Firma Zimmermann Beton verhalten, so Geisberger. So sollen die vollen Betonmischer die Kreisstraße über Walpertskirchen benutzen. Leere Lkw können über Oberndorf zurückfahren. Eine Entschädigung seitens der Arge muss laut Geisberger noch einmal besprochen werden.

„Auch leere Lastwagen machen eine Straße kaputt, dann dauert es vielleicht nur etwas länger“, sagte Robert Ulzhöfer (SPD). Matthias Steutzger (parteifrei) störte sich daran, dass Geisberger den Gemeinderatsbeschluss ignoriere und die Straßensperrung nicht umsetze. Er kritisierte auch, dass der Straßenbestand erst im Juli 2017 aufgenommen worden sei. Der Gemeindechef verwies noch einmal auf die nicht vorgesehene Nutzung im A 94-Wegekonzept. Für die Zeit vor Juli 2017 soll die Straße mit einer Lengdorfer Straße verglichen werden, die schon ähnlichen Belastungen ausgesetzt war.

Fast alle Räte sprachen sich für die Straßensperrung aus. Ihre Befürchtung: „Wir bleiben sonst auf den Sanierungskosten alleine sitzen.“ Martin Kern (SPD) war der Meinung, Buch solle seine Drohung wahrmachen. Bernhard Blasi (CSU) schlug vor, für die Verhandlungen um eine Entschädigung einen Rechtsanwalt zu engagieren. Axel Krämer (CSU) und Margit Kunstwadl (WG) setzten sich erneut für die Montage eines Verbotsschildes, speziell für den Arge-Verkehr, ein. Geisberger und Thomas Steidler (CSU) erklärten, dass Sondererlaubnisse für regionale Firmen gar nicht so einfach seien.

Eine Abstimmung über die Straßensperrung wollte Geisberger nicht zulassen, da das Thema nicht auf der Tagesordnung stand. Er möchte sich die Option der Sperrung gerne noch offen halten, falls die im Dezember besprochene Neuregelung des Bauverkehrs nicht funktionieren sollte.

Am Ende einer langen Diskussion erinnerte Geisberger daran, dass in der Vergangenheit durch die Ausbesserung von Rissen oder Quersenkungen immer wieder verhindert worden sei, dass die Straße komplett baufällig werde. Nach der A 94-Fertigstellung sei eine Sanierung erstrebenswert. Bis dahin soll auch die finanzielle Beteiligung der Arge geklärt sein.

Rubriklistenbild: © dpa

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