An ein Indianerdorf erinnert der Standort der Bucher Naturgruppe.
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An ein Indianerdorf erinnert der Standort der Bucher Naturgruppe. Die Zelte sind nur eine Übergangslösung, bis die Kinderbetreuung in einem Bauwagen stattfinden kann.

Buchs Gemeindechef Ferdinand Geisberger zur Corona-Krise und ihren Folgen

„Wir leiden alle unter den Einschränkungen“

Besonders in diesem außergewöhnlichen Jahr wäre es Buchs Bürgermeister wichtig gewesen, die Bürger zu treffen und zu informieren. Denn: „Wir leiden alle sehr unter den Einschränkungen.“

Buch am Buchrain – 2020 ist kein gutes Jahr für Veranstaltungen. Der erste Termin der Bürgerversammlung in Buch war im April angesetzt, musste aber wegen des Corona-Lockdowns abgesagt werden. Auch der zweite Versuch Ende Oktober klappte nicht. Nur wenige Tage danach begann der zweite Lockdown. Buchs Bürgermeister Ferdinand Geisberger war noch optimistisch, als nach der Sommerpause die Planungen starteten. „Ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass die Bürgerversammlung noch mal ausfallen wird.“

Die verfügbaren Plätze im Gemeindesaal waren fast vollständig ausgebucht. Dass die Absage letztlich aufgrund der steigenden Corona-Zahlen doch unvermeidlich war, bedauert Geisberger sehr. Besonders in diesem außergewöhnlichen Jahr wäre es Geisberger wichtig gewesen, die Bürger zu treffen und zu informieren, „da es ohnehin schon so viele Kontakteinschränkungen gibt“.

Diese Thematik wollte er auch ansprechen. Denn: „Wir leiden alle sehr unter den Einschränkungen.“ Nicht nur Vereine könnten für das gesellschaftliche Leben nichts mehr planen. Auch die Kommune müsse sich zurückhalten und habe viel weniger persönliche Kontakte als üblich. Der Bürgermeister gibt zu, dass – der Pandemie geschuldet – der direkte Draht zu den Bürgern nur noch sehr gering vorhanden sei. Ihm ist bekannt, dass vor allem Buchs ältere Bevölkerung unter den Einschränkungen und den reduzierten sozialen Kontakten leide.

„Für sie ist es besonders schlimm, da sie die schönen Dinge des Lebens nicht mehr unternehmen können und eigentlich mehr Kontakte brauchen“, sagt Geisberger. Der CSU-Politiker lobt den Umgang der Bucher Bürger mit der Pandemie. Corona-Fälle gab es in der südlichen Landkreisgemeinde schon länger keine mehr. „Die Leute sind sehr vorsichtig und gehen vernünftig damit um.“ Geisberger freut sich, dass es in Buch bisher keine schweren Fälle gegeben habe und die bisher Erkrankten wieder in guter Verfassung seien. Nach einem Infizierten in der Kinderkrippe habe sich auch dort die Lage wieder stabilisiert.

Zwar stand die finale interne Vorbesprechung der Bürgerversammlung noch aus. Laut Geisberger hatten die Bürger aber vorab keinen großen Gesprächsbedarf zu bestimmten Themen angemeldet. Berichten wollte der Gemeindechef über die Planungsfortschritte beim Feuerwehrhaus und kommunalen Wohnungsbau. Die zweijährige Bauphase soll im Frühjahr beziehungsweise Sommer 2021 beginnen. Für die Hammerbach-Renaturierung und den Wohnungsbau erhalte die Kommune „sehr attraktive Förderungen“.

Die Kosten des Feuerwehrhauses trage dagegen überwiegend die Gemeinde. Wegen der langen Planungsgeschichte will Geisberger aber daran festhalten, trotz noch ungewisser Haushaltsentwicklung durch die Corona-Krise. „Steuerliche Auswirkungen aufgrund von Kurzarbeit oder der wirtschaftlichen Situation wird es bestimmt auch bei uns geben“, sagte er. Bei größeren Einbrüchen müsse man über Einsparmaßnahmen nachdenken.

73 Kinder besuchten zuletzt die Bucher Kita Rosengarten. Nun hat sich ihre Anzahl erhöht, da seit September die Naturgruppe mit aktuell zehn Kindern besteht. Trotz der Zelt-Übergangslösung ist Geisberger zufrieden: „Das Personal ist engagiert, und die Kinder fühlen sich wohl. Das ist das Wichtigste.“ Den Standort bezeichnet der Bürgermeister als „tolle Lage“ (Bericht folgt).

Trotz der Herausforderungen ermutigt Geisberger die Bürger, zuversichtlich ins neue Jahr zu blicken. „Wir müssen das Virus akzeptieren. Es wird noch die nächsten Jahre bleiben, aber wir sollten keine Angst davor haben. In einem halben Jahr haben wir vielleicht schon einen Impfstoff für einen Teil der Bevölkerung und können dann wieder ein vernünftigeres Leben führen und mit mehr Lockerheit etwas planen“, sagt Geisberger. Apropos Planung: 2021 soll es definitiv wieder eine Bürgerversammlung geben, versichert er. Ein genauer Zeitpunkt stehe noch nicht fest. Vielleicht wird die Versammlung bei gutem Wetter sogar im Freien stattfinden.

Markus Ostermaier

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