1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Buch am Buchrain

Wirbel um Mobilfunkmasten in Oberbuch

Erstellt:

Von: Markus Ostermaier

Kommentare

Mobilfunkmasten
Ein Mobilfunkmast soll nicht nach Oberbuch. © Symbolbild/dpa Bildfunk

Buch lehnt einen Standort für einen Mobilfunkmasten in Oberbuch ab. Vodafone hat Gemeinde nicht informiert, das verärgert die Räte.

Buch am Buchrain – Für Wirbel sorgte in Buch am Buchrain kürzlich die Neuigkeit, dass Vodafone im Ortsteil Oberbuch einen neuen Mobilfunkmasten bauen will. Die Kommune ist nicht nur über das Vorgehen verärgert, sondern kommt jetzt auch dem Protest von Anwohnern entgegen. Ohne große Diskussion wurde der Antrag auf Baugenehmigung des Sendemasten am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung abgelehnt.

In der Bucher Bürgerversammlung im Juli hatte ein Einheimischer erstmals das Thema in die Öffentlichkeit gebracht. Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) musste damals zugeben, dass ihm die Planungen noch nicht bekannt sind (wir berichteten).

Ganz neu ist die Thematik Sendemast in Oberbuch übrigens nicht. Bei der großen Standortsuche für Buchs erste Mobilfunkversorgung vor rund zehn Jahren war bereits das Gelände um den Wasserturm als Standort untersucht, später aber wieder verworfen worden. 2022 ist Vodafone in dem Bereich fündig geworden. Das von einem privaten Eigentümer zur Bebauung freigegebene Grundstück befindet sich in Oberbuch im südöstlichen Bereich der Flurnummer 896.

Ein Schleuderbetonmast mit einer Höhe von insgesamt 44,59 Metern ist dort vorgesehen. Gemäß der Beschlussvorlage aus der Ratssitzung soll neben dem Masten noch eine Technikeinheit aufgebaut werden. Und um diesen Bereich entsprechend vor Vandalismus und Schäden zu schützen, soll noch ein Zaun drum herum. Erschlossen werden soll der Mast aus nördlicher Richtung über einen ebenfalls neu herzustellenden Kiesweg.

Geisberger erklärte in der Sitzung, dass der Bauantrag nur wenige Tage nach der Bürgerversammlung in der Gemeinde eingegangen sei. Seinen Aussagen nach schreibt der Mobilfunkpakt Bayern vor, dass ein Versorger bei neuen Standortplanungen mit der jeweiligen Kommune in Kontakt treten muss. „Bei diesem Antrag hat davor aber kein einziges Gespräch stattgefunden. Das ist nicht in Ordnung, diese Vorgehensweise“, kritisierte der Bürgermeister.

In der von ihm vorgelesenen Beschlussvorlage waren weitere Gegenargumente vermerkt. Der Oberbucher Standort befinde sich im Trinkwassereinzugsgebiet und zudem mitten im Wald, weswegen mehrere Bäume gefällt werden müssten. Im Flächennutzungsplan sei ein Teil der betroffenen Fläche aber als „erhaltenswerter Waldrand“ eingestuft. Ebenso informierte Geisberger über zwölf, an die Baufläche angrenzende, Nachbargrundstücke. Die Anwohner seien mit dem Handymasten nicht einverstanden. Zwei entsprechende Unterschriftenlisten sind in der Verwaltung eingegangen.

Martin Kerns (SPD) Frage nach einer vorgelegten Standortanalyse, warum ausgerechnet in Oberbuch ein neuer Mast notwendig ist, verneinte der Bürgermeister. Bernhard Blasi (CSU) wollte wissen, ob Buchs Bauantrag-Ablehnung ausgehebelt werden könne. „Dann müssen sie uns erst einmal nachweisen, dass wir eine Versorgungslücke haben. Buch ist kein weißer Fleck. Wir wissen gar nicht, was sie versorgen wollen“, meinte Geisberger und verwies auf zwei bestehende Masten in ein paar Kilometern Entfernung an der A 94 in Poigenberg (Flurnummer 1082) und Hausmehring (1309).

Da es im Gremium zum neuen Sendemasten keine einzigen befürwortenden Argumente gab, überraschte es nicht, dass das gemeindliche Einvernehmen einstimmig nicht erteilt wurde. Die Unterlagen werden zur weiteren Bearbeitung und Prüfung an Erdings Untere Bauaufsichtsbehörde weitergeleitet.

Auch interessant

Kommentare