Parken mit Schlossblick: Auf der Wiese an der Kellerstraße soll der Wohnmobilplatz entstehen. Foto: wk

Bürger werden aktiv: Wohnmobile vor dem Wasserschloss

Taufkirchen - Die Ausweisung von Wohnmobilstellplätzen an der Kellerstraße haben einige Taufkirchener Bürger beantragt. Der Gemeinderat steht dem Wunsch durchaus aufgeschlossen gegenüber, möchte aber erst noch ein Konzept mit den zu erwartenden Kosten vorgelegt bekommen.

Waren es früher die Wohnwagen, so sind jetzt die Wohnmobile im Trend. Speziell die ältere Generation hat dieses Fortbewegungsmittel entdeckt, wird aber auch quasi vor der Haustür aktiv. So haben sich sechs Taufkirchener Bürger - begeisterte Wohnmobil-Reisende - mit einem Schreiben an die Gemeinde gewandt und vorgeschlagen, dass die Gemeinde einen Wohnmobilstellplatz im Gemeindegebiet errichten möge - konkret hinter dem Parkplatz an der Kellerstraße. Sie durften nun ihr Anliegen bei der jüngsten Gemeinderatssitzung persönlich vortragen.

Wortführer Karl-Heinz Barthel erklärte, dass sie alle viel unterwegs seien. Mittlerweile hätte sich unter den Wohnmobilfahrern eine richtige „Community“ gebildet, in der sich die Wohnmobilfans eifrig austauschen. Da gehe es nicht nur um Reise- oder Routentipps, sondern auch darum, wo schöne Wohnmobilstellplätze in Deutschland und den angrenzenden Ländern zu finden seien. In der Vilsgemeinde gebe es einen solchen Platz bislang noch nicht.

Die Taufkirchener Gruppe gab zu bedenken, dass ein solcher Platz in einer Gemeinde durchaus auch zum Wirtschaftsfaktor werden könne. „Statistisch gesehen lässt ein Wohnmobilfahrer 40 Euro pro Tag an dem Ort, wo er nächtigt“, erklärte Barthel. Wichtig sei aber, dass der Parkplatz zentral liege. Zum Volksfestplatz würde zum Beispiel keiner hinfahren, weil der fußläufig zu weit weg sei vom Ortszentrum. „Wir haben uns den Platz in Dorfen angeschaut, das ist kein Wohnmobilplatz, sondern eine Katastrophe“, meinte er. Vor allem der dort aufgestellte Altglascontainer sei ein absoluter Störfaktor: „Da hat man überhaupt keine Ruhe.“ Der Platz an der Kellerstraße in Taufkirchen sei dagegen „super“, dazu biete er noch den herrlichen Panorama-Blick aufs Schloss. „Taufkirchen ist ein aufstrebender Ort, da gehört sowas hin“, schloss Barthel.

Fünf Plätze sollen dort entstehen, Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss sind unabdingbar. Die Wohnmobilfahrer müssen eine tägliche Standgebühr bezahlen, ebenso für Strom und Wasser. Als Sepp Galler (Einigkeit Moosen) fragte, wie es denn mit Wohnwagen aussehe, erklärte Barthel, dass diese viel mehr Platz bräuchten. Deshalb sei der Platz für Landfahrer ungeeignet. Auf die Frage von Otmar Zeilbeck (FW) nach den Kosten für die Befestigung des Platzes und das Verlegen der erforderlichen Anschlüsse, erklärte Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU), dass in einer ersten Schätzung der Gemeinde ein Betrag von rund 15 000 Euro ermittelt worden sei.

Manfred Slawny (SPD) und Peter Attenhauser (REP) regten an, die Gemeinde solle Erkundigungen bei anderen Gemeinden einholen, wie denn dort die Erfahrungswerte seien. Gottfried Traber (CSU) und Josef Galler brachten als Alternativ-Standort noch die Veldener Straße ins Spiel, doch lehnte Bürgermeister Hofstetter spontan ab: „Da brauchen wir jeden Parkplatz, der ist immer ausgelastet.“

Auf Anregung von Vize-Bürgermeister Traber fasste der Gemeinderat schließlich den einstimmigen Beschluss, dass die Gemeinde dem Antrag „grundsätzlich positiv“ gegenüberstehe. Es wir nun eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die ein Konzept ausarbeitet, das dem Gemeinderat schließlich zur endgültigen Entscheidung vorgelegt wird.

(wk)

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