Zur Abholung bereit: Ein Bürgerbus steht ab sofort St. Wolfgangs Vereinen und Bürgern zur Verfügung. Foto: Weingartner

Gemeinde St. Wolfgang

Bürgerbus steht bereit für Vereine und Privatpersonen

St. Wolfgang – Einen neuen Bürgerservice kann die Gemeinde St. Wolfgang bieten. Ab sofort können Vereine oder auch Privatpersonen den neuen „Bürgerbus“ ausleihen.

Den nagelneuen Neun-Sitzer VW-Bus hat die Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen gespendet (wir berichteten). Der Gemeinderat hat nun die Nutzungsmodalitäten festgelegt. Bisher habe es bereits mehrere Ausleihen gegeben, berichtete Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) bei der jüngsten Sitzung.

Jetzt will die Gemeinde erst einmal ein halbes Jahr Erfahrungen sammeln mit den Nutzungsvereinbarungen und wie der Bus angenommen wird. Dann soll die Verwaltung dem Gemeinderat Bericht erstatten. Grundsätzlich soll der „Bürgerbus“ Vereinen zur Verfügung stehen, aber auch Privatpersonen können das Fahrzeug ausleihen, sieht der Beschluss vor. Jegliche gewerbliche Nutzung ist dagegen verboten.

Bei der Ausleihe gilt der Modus: „Wer zuerst kommt, der bekommt auch die Zusage.“ Gibt es zwei gleiche Terminwünsche, so sollen sich die Interessenten untereinander absprechen. Langfristige Vormerkungen sollen Bestand haben, damit man die Nutzung auch zuverlässig planen könne.

Zu den wichtigen Bedingungen gehört auch, dass Vereine Vorrang haben. Als Verein gilt, wer einen gewählte Vorstand hat. Die Nutzungsdauer wurde auf vier Tage beschränkt. Eine längere Nutzungsdauer ist grundsätzlich möglich, muss aber extra betragt und dann entschieden werden. Einfache Fahrten sind bis 250 Kilometer erlaubt, darüber braucht es eine gesonderte Erlaubnis.

Die Gemeinde trägt die gesamten Unterhaltskosten von der Versicherung, bis zum Sprit für den Bus. Diskutiert wurde, ob und wie hoch eine Kostenpauschale für die Fahrzeugausleihe erhoben werden soll. Beraten wurde der Verwaltungsvorschlag, 20 Cent pro Kilometer für Vereine und 30 Cent für Privatleute.

Georg Hofmeister (WG Armstorf) äußerte Bedenken, dass bei einer Kostenbeteiligung den Bus dann eventuell „nicht viele nutzen“. Beim TSV Haag etwa müsse man für den Vereinsbus nur den Sprit bezahlen. Beim TSV St. Wolfgang würden Fahrtkosten nicht erstattet. Das bestätigte TSV-Vorstandsmitglied Thomas Linner gestern auf Nachfrage der Heimatzeitung: „Es gibt nur eine Spendenquittung.“

Einstimmig beschlossen wurde: Vereine zahlen 20 Cent und Privatpersonen 30 Cent je Kilometer. Bürgermeister Gaigl betonte, dass man als Betriebskosten für ein privates Auto mit wenigstens 50 Cent pro Kilometer rechnen müsse. Wenn etwa beim Auswärtsspiel einer Mannschaft zwei Autos fahren müssen, seien das auch doppelte Kosten. Wer den Bus nutze, könne also sparen. Diskutiert wurde auch kurz, ob man die örtliche Flüchtlingshilfe begünstigen sollte. Das wurde aber abgelehnt, weil diese von der Caritas bezuschusst würde und man keinen Verein wegen der Gleichbehandlung bevorzugen wolle.

Wer den Bus nutzen möchte, muss sich bei der Gemeindeverwaltung persönlich oder unter Tel. (0 80 85) 1 88 24 anmelden. Und es ist ein gültiger Führerschein nachzuweisen. Das Fahrzeug steht auf dem Rathausparkplatz zur Nutzung bereit. Gesucht wird auch ein „Kümmerer“, der eventuell ehrenamtlich den Bus pflegt. „Wäre schon wenn sich jemand meldet“, hieß es im Gemeinderat.  prä

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