Köstlich amüsierten sich die Niederdinger über den Kampf der vertauschten Geschlechter. Foto: Seidel

Bürgerhaus Niederding: De Deanga unter Strom

Niederding - Mit Witz und Ironie hat sich die Theatergruppe De Deanga den Geschlechterkampf in ihrem Dreiakter vorgenommen: „Zwickt’s mi, i glab i dram“.

Träumen darf in dem Stück erst einmal Charlie von einem ungestörten WM-Fußballspiel. Für den sprücheklopfenden Macho sind Frauen nur Menschen zweiter Wahl, die für ihn da zu sein haben. Aber nur zum richtigen Zeitpunkt, denn als sich Nachbarin Laura, die Sanftmut in Person und leidgeprüfte Journalistin, über den Vuvuzela-Lärm beklagt, kommt es zum Streit. Im Gerangel um die Fernsehsteckdose erleiden beide einen Stromschlag. Und weil es Wechselstrom ist - so einfach erklärt sich das - findet sich der eine im Körper der anderen wieder und die Verwicklungen beginnen.

Charlie, ehemals überzeugter Stehbiesler, meidet fortan den Alkohol, findet zur Überraschung seiner Chefin gefallen an TV-Schnulzen und quält sich, den Bartwuchs zu epilieren. Sein Schwarm, die flotte Sabine, beginnt an ihrer Wahl zu zweifeln. Umgekehrt kommt Laura in Schwung, so kräftig, dass es ihren Chefredakteur glatt umhaut, als der ein Schäferstündchen einfordert. Die Freunde Harry und Anna verstehen die Welt nicht mehr, und nur Haushälterin Ludmilla wundert sich über gar nichts. Auch nicht, als die sizilianische Mafia auftaucht und auf ihre Art ein paar Angelegenheit regelt.

Die weiteren Probleme löst die Liebe, nicht umsonst huscht ein indischer Rosenverkäufer über die Bühne, verkauft aber auf Wunsch auch Uhren und Weißbier. Kompliziert genug und mehr soll auch nicht verraten werden, aber zum Happyend ist jeder schlauer und hat sich prächtig amüsiert. Die Lacher gehen zwar klein wenig mehr auf Kosten der Mannsbilder, aber die Testosteron-Bengel haben es doch auch verdient. Unter der Regie von Andrea Hartung und Andrea Peis bleibt es bei augenzwinkernder Ironie, die sämtliche Darsteller mit viel Spielfreude auf die Bühne tragen.

„Zwei Regisseurinnen, aber keine Masseurin“, beklagt sich Macho-Jakob zu Beginn des Stückes. Dabei hätte es letztere gebraucht. Das Zwerchfell des Publikums im ausverkauften Bürgersaal bedurfte nach heftigen Lachanfällen einer wohltuenden Entspannung. Dabei dürfen sich nicht nur die Besucher freuen, sondern auch die Tsunami-Opfer in der Provinz Kottar in Südindien, welche De Deanga schon im Vorjahr unterstützt hatten. „Diesmal bauen wir ein Haus“, erklärte Andrea Hartung, denn 1600 Euro sollen für Baumaterial gespendet werden. Zuschauen, lachen und dabei noch ein wenig zum guten Werk beitragen ist noch bei den Vorstellungen am Freitag, 19., und Samstag, 20. November, jeweils um 20 Uhr im Bürgerhaus Niederding möglich.

gse

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