Bürgerinitiative rüffelt Erdings Stadtchef

Dorfen - Auf nach Dorfen. Die A 94-Gegner wollen Ministerpräsident Seehofer sehen, die Bürgerinitiative Bahnausbau Erdings Bürgermeister Gotz.

Am Wochenende haben die A 94-Gegner Ministerpräsident Horst Seehofer aufgefordert, nach Dorfen zu kommen und sich ein Bild davon zu machen, wie die A 94 das Isental zerstört. Gestern hat die Dorfener Bürgerinitiative für einen Bahnausbau ohne Mauern und Schranken Erdings Bürgermeister Max Gotz in die Isenstadt eingeladen. Gotz soll vor Ort dazulernen, was Dorfen mit dem von der Deutschen Bahn geplanten Lärmschutzwänden droht.

Was die Bürgerinitiative ärgert: Der Erdinger Bürgermeister hat bei einer CSU-Veranstaltung kein Verständnis für die von der Bürgerinitiative und dem Stadtrat geforderte Tieferlegung der Gleise im Rahmen des Bahnausbaus gezeigt. Gotz bezeichnete dies als eine „völlig überhöhte Forderung, die womöglich das ganze Projekt scheitern“ lasse. Gotz hält es für ausreichend, wenn „ein Nachtfahrverbot für Güterzüge“ gefordert werde.

Für ÜWG-Stadtrat und BI-Sprecher Achim Steiger kennt Gotz die Sachlage nicht. „Es geht hier - entgegen der Auffassung des Erdinger Bürgermeisters - nicht ausschließlich darum, für den ruhigen Schlaf einiger Weniger zu sorgen, was mit einem Nachtfahrverbot möglicherweise erreicht werden könnte. Für Dorfen geht es um erheblich mehr. Neben der großen Lärmbelastung durch ein höheres - bei einem Bahnausbau weit mehr als verdoppeltes - Zugaufkommen besteht nicht nur die Gefahr einer Verschandelung des Stadtbildes durch meterhohe Lärmschutzwände, sondern auch durch entsprechende Brückenbauwerke oder Unterführungen.“ Gotz übersehe, dass die Bahnlinie in Dorfen von der vielbefahrenen B 15 gequert werde. Diese werde auch noch Autobahnzubringer zur A 94 sein. Eine Tieferlegung der Bahngleise im Wege des geplanten Ausbaus würde daher den Verkehrsfluss auf der B 15 wesentlich erleichtern.

Dass die Stadt Erding vehement für ihre Interessen beim Ringschluss und anderen Verkehrsprojekten eintrete, sei ihr gutes Recht, konstatiert Steiger. „Nichts anderes tun auch der Dorfener Stadtrat und die Bürgerinitiative. Wir erwarten Verständnis, dass in Dorfen keine anderen Maßstäbe gelten können, als in der zukünftigen Großen Kreisstadt.“

Die Bürgerinitiative hat den Erdinger Bürgermeister nach Dorfen eingeladen. Vor Ort könne er sich dann von der Situation in Dorfen überzeugen.

Anton Renner

Auch interessant

Kommentare