Bund Naturschutz: Erdings Norden droht ein Lärmkessel

Erding - Gegen die Nordumfahrung von Erding regt sich Widerstand. Bund Naturschutz und Verkehrsclub von Deutschland sind gegen die Trasse.

Vor einer Woche hatten Landrat Martin Bayerstorfer und das Planungsbüro Obermeyer die Trassen im Strukturausschuss des Kreistages vorgestellt (wir berichteten). Die Gutachter empfahlen die südlichste Variante, die oberhalb von Langengeisling in Richtung Flughafentangente führt. Sie bringt die meiste Entlastung, ist aus naturschutzrechtlicher Sicht aber die problematischste.

Doris Kraeker, Zweite Kreisvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), warnt davor, „dass der Bau neuer Straßen neuen Verkehr anzieht”. Bei der Planung müsse abgewogen werden, welche Bürger durch die Nordumfahrung entlastet werden, und wo neue Betroffenheit entsteht, nämlich in Langengeisling, Altham und Eichenkofen. Menschen, Tiere und Pflanzen sieht Norbert Hufschmid-Steinmetz als klare Verlierer der Nordumfahrung. Als Langengeislinger weiß er: „Viele Bürger sind alarmiert und in größter Sorge, dass der Naherholungsraum in diesem Bereich zerstört werden könnte.”

Wie der VCD ist auch der BN überzeugt: „Die Nordumfahrung wird für mehr Verkehr sorgen, und die nördlichen Stadtteile Erding werden dann in einen regelrechten Lärmkessel gerückt.” Für Hufschmid-Steinmetz passt die Nordumfahrung nicht ins Verkehrskonzept Erdings. „Auf der einen Seite plant man einen Kreuzungsbahnhof im Fliegerhorst, auf der anderen Seite will man eine neue Straße bauen, die gewiss nicht dazu beiträgt, die Pendler vor allem in Richtung Flughafen zum Umsteigen auf die Bahn zu animieren.” Immerhin rechnet der BN-Ortschef Bürgermeister Max Gotz an, dass er Enteignungen unter allen Umständen verhindern will. „Da müssen wir den Hebel ansetzen. Wenn die Eigentümer nicht verkaufen, wird es auch keine Nordumfahrung geben.”

Ganz anders die Sichtweise des Stadtchefs: Er will dem Stadtrat die Pläne in der Sitzung kommende Woche vorlegen. Der CSU-Politiker verweist auf die enorme Verkehrsentlastung durch die Nordumfahrung. „Allein auf der Alten Römerstraße wird die Zahl der Autos um 6000 pro Tag zurückgehen”, zitiert er aus der Expertise. Hinzu komme eine deutliche Reduzierung des Verkehrs auf der Anton-Bruckner-Straße und durch die Freisinger Siedlung. Er sei jederzeit zu Gesprächen bereit, macht aber auch klar: „Wir haben erstmals seit 20 Jahren die Chance, Erding nachhaltig vom Verkehr zu entlasten.” (ham)

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