Chefarzt muss Arbeit ruhen lassen

Erding - Chirurgie-Chefarzt Dr. Bernhard Weigel darf ab sofort nicht mehr im Kreiskrankenhaus Erding arbeiten.

Der Streit zwischen dem Verwaltungsrat des Kreiskrankenhauses Erding, dem Vorstand und Chirurgie-Chefarzt Dr. Bernhard Weigel spitzt sich zu. Das Aufsichtsgremium der Klinik reagierte auf den Brandbrief des Arztes mit voller Härte: Der Chefarzt wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt. Das teilte der Vorstand am Dienstag mit. Seit Montag darf er nicht mehr operieren und sich um seine Patienten kümmern. Sein Gehalt bekommt der Mediziner aber in vollem Umfang weiter bezahlt - und das voraussichtlich bis Mitte dieses Jahres. Der Entscheidung war am Montag eine Sondersitzung des Gremiums unter Vorsitz von Landrat Martin Bayerstorfer vorausgegangen. Der versicherte: „Das war eine meiner schwersten Entscheidungen.“ Er schätze Weigel als Mensch und Arzt weiterhin sehr. Dennoch habe es zu der Freistellung keine Alternative gegeben.

Jetzt stehen die Verantwortlichen unter enormen Zeitdruck, einen Nachfolger zu finden. Aus der Klinik hieß es dazu, die vorliegenden Bewerbungen „werden aktuell mit hoher Priorität geprüft, um zeitnah die Stelle des Chefarztes der Unfallchirurgie wieder zu besetzen“.

Weigel sagte unserer Zeitung: „Damit hatte ich gerechnet.“ Gestern Vormittag packte er bereits seine Sachen und begann, sein Büro zu räumen. „Nach dieser Konfrontation - ich habe die Klinik vor die Wahl gestellt, sich entweder für die Sana oder für mich zu entscheiden - war ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten nicht mehr möglich.“ Er sagte aber auch, dass nun etliche Operationen, die er bereits in seinem Terminkalender gehabt habe, wohl abgesagt oder auf andere Ärzte übertragen werden müssten.

Daniela Fritzen, Vorstandsreferentin des Kreiskrankenhauses, sagte auf die Frage, ob nun Patienten mit planbaren Eingriffen und Terminen vertröstet werden müssten: „Alle Operationen können wie geplant vorgenommen werden.“ Ersatz stehe bereit.

(Hans Moritz)

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