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Chefarzt Weigel darf nicht zurück

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Ein Bild fürs Geschichtsbuch: Chirurgie-Chefarzt Dr. Bernhard Weigel (2. v. l.) an seinem früheren Arbeitsplatz im OP des Kreiskrankenhauses Erding. Foto: ham/Archiv
Ein Bild fürs Geschichtsbuch: Chirurgie-Chefarzt Dr. Bernhard Weigel (2. v. l.) an seinem früheren Arbeitsplatz im OP des Kreiskrankenhauses Erding. Foto: ham/Archiv

Erding - Der suspendierte Chirurgie-Chefarzt Dr. Bernhard Weigel kehrt nicht ans Kreiskrankenhaus zurück. Er wird auch keine Praxis im Medizin Campus eröffnen. So wollen es Verwaltungsrat und Kreistag. Weigel plant nun eine eigene Praxis.

Das Kapitel Dr. Bernhard Weigel als Chefarzt der chirurgischen Abteilung wird im elften Jahr des überaus erfolgreichen Wirkens des Arztes endgültig geschlossen. Der Kreistag entschied in nicht-öffentlicher Sitzung, dass Weigel, der in der Gemeinde Bockhorn wohnt, keine Praxis im Medizin Campus Erding (MCE) eröffnen darf.

Das Ärztehaus gehört zwar dem Dorfener Bauunternehmer Robert Decker, das Gebäude steht aber auf Landkreis-Grund. Deshalb hat der Kreistag bei der Belegung das letzte Wort. Weigel hatte, wie berichtet, gehofft, im MCE seine Patienten zu versorgen und sie im OP-Zentrum des Kreiskrankenhauses operieren zu können. Dieses Ansinnen lehnte der Verwaltungsrat der Klinik in seiner Sitzung bereits am Freitag vorvergangener Woche ab. Die Ablehnung galt als sicher, doch Landrat und Verwaltungsratschef Martin Bayerstorfer wollte sich erst öffentlich äußern, nachdem Weigel von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt wurde. Das ist mittlerweile geschehen.

Weigel bestätigte am Wochenende im Gespräch mit unserer Zeitung, dass im eine Rückkehr an die Bajuwarenstraße verwehrt worden sei. „Ich darf weder eine Praxis eröffnen, noch im Krankenhaus operieren.“ Nach der Kreistagssitzung am Montag - Weigel hatte am öffentlichen Teil als Zuhörer teilgenommen - sei ihm klar gewesen, dass man nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt.

Kommentieren wollte er das Nein nicht, beide Seiten hätten Stillschweigen vereinbart. Der international anerkannte Facharzt erwägt nun, in Erding eine Praxis zu eröffnen und als niedergelassener Arzt weiterzuarbeiten.

Für unterschiedliche Reaktionen sorgt die Mitarbeiterbefragung im Kreiskrankenhaus und an der Klinik Dorfen. Einen Tag lang hatten allen Mitarbeiter Zeit und Gelegenheit, einen der Fragebogen anonym auszufüllen. Anders als ursprünglich geplant, wurden am Freitag doch keine eigenen Abstimmungsräume eingerichtet. Mehrere Angestellte berichteten unserer Zeitung, sie hätten am Freitag auf allen Stationen die zweiseitigen Fragebögen vorgefunden. Ausgefüllt sollte man sie in eine der Boxen einwerfen, die an mehreren zentralen Orten aufgestellt waren.

Während einige sagten, sie hätten zwar mit einer gewissen Skepsis teilgenommen, aber nicht den Eindruck gehabt, beobachtet zu werden, störten sich andere an der Einsehbarkeit der Orte, an denen die Urnen aufgestellt waren - in Erding etwa in der Eingangshalle. Weil gefragt wurde, in welchem Bereich man arbeite, witterten einige die Gefahr, doch ausfindig gemacht werden zu können.

Kritik wurde auch daran laut, dass die Mitarbeiter sehr kurzfristig über die Befragung informiert worden seien und die Aktion am Freitag bereits um 15.45 Uhr beendet wurde. Ein Angestellter erklärte, dass damit viele Kollegen wegen des Schichtdienstes nicht hätten teilnehmen können.

Bayerstorfer hatte allerdings bereits vor der Aktion gesagt, bei der Erhebung des Stimmungsbildes komme es zunächst nicht auf eine möglichst hohe Teilnehmerzahl an. Es folge ja noch die eigentliche Befragung in einigen Wochen.

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