Eiszeit, wenn es kalt ist: Die Schlittschuhläufer drehen künftig erst im Dezember ihre Runden auf dem Schrannenplatz. Er findet gleichzeitig mit dem Christkindlmarkt statt. Der Stadtrat einigte sich darauf überraschend schnell. Foto: ham

Christkindlmarkt und Eiszeit werden zusammengelegt

Erding - Aus zwei mach eins: Christkindlmarkt und Eiszeit werden heuer zusammengelegt und finden parallel vom 1. Advent bis zum Heiligen Abend statt. Dies beschloss der Stadtrat mit großer Mehrheit. Damit will man den Anwohnern und der Ökologie Rechnung tragen.

Fest stand zu Beginn der Sitzung nur: An den beiden winterlichen Veranstaltungen in der Erdinger Innenstadt muss sich etwas ändern (wir berichteten). Drei Varianten standen zur Auswahl: die Eiszeit im November und der Christkindlmarkt im Dezember als Altregelung, eine nachgelagerte Eiszeit im Januar und eben die Parallelität beider Veranstaltungen.

Nach intensiven und kontroversen Vorberatungen in den Parteien und unter den Fraktionsführern zeichnete sich in der Sitzung vor großem Publikum rasch ab, dass es in Richtung Gleichzeitigkeit geht. Die Gesamtspanne beträgt laut Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) 40 Tage einschließlich Auf- und Abbau.

Festgezurrt wurde überdies, dass die Eiszeit weiter in der Verantwortung des Einzelhändlerverbandes Ardeo und der Markt in der des Verschönerungsvereins verbleibt. Die von Ardeo beantragte Silvesterparty fiel durch. Der Adventsmarkt erstreckt sich erstmals nicht nur über den Schrannenplatz und den Kleinen Platz, sondern auch auf die Bräuhausgasse. Geöffnet ist täglich bis 20 Uhr, donnerstags dürfen die Buden bis 21 Uhr offen sein. Zudem behält sich die Stadt bei der Gestaltung und Beschickung des Marktes ein Mitspracherecht vor. Vor allem soll gewährleistet sein, dass möglichst viele heimische Anbieter sowie soziale Verbände zum Zuge kommen.

Namens Erding Jetzt sprach sich Hans Egger dafür aus, die Eiszeit erst im Januar stattfinden zu lassen. Stephan Treffler (ÖDP) gefiel die Januar-Verschiebung nicht minder - vor allem aus ökologischen Gründen. Günther Kuhn (Grüne) fragte sich, „ob für beides überhaupt ausreichend Platz vorhanden ist“. CSU-Fraktionsvorsitzender Jakob Mittermeier erklärte: „Wir brauchen eine Änderung, weil es 2013 Probleme mit dem Abbau der Eiszeit und dem Aufbau des Christkindlmarktes gab“. Für die Parallelität spreche „dass die Belastung der Anwohner so minimiert wird“. Dieser Auffassung schlossen sich auch die anderen Fraktionen an.

Hart urteilte Karlheinz Jobst (ÖDP), der sich gänzlich gegen die Eisbahn aussprach, „weil sie ohne CO2-Kompensation ökologisch nicht vermittelbar ist“. Zudem frage er sich, „wie die Rockmusik der Eiszeit mit den weihnachtlichen Klängen des Christkindlmarktes zusammenpassen soll“.

Rainer Mehringer (UWE) erkannte in der Zusammenlegung sehr wohl den „Spagat zwischen Ökologie und Ökonomie“. Er riet, die neue Regelungen jetzt anzuwenden. „Wenn es gar nicht passt, haben wir immer noch die Möglichkeit der Korrektur.“

Dieter Gerlspeck, Vorsitzender von Ardeo, der in der Sitzung nicht anwesend war, erklärte, „dass wir nun erst einmal beratschlagen, wie das umzusetzen ist“. Prinzipiell wolle man „mit allen zusammenarbeiten, mit denen wir bisher schon gut kooperiert haben“. Gerlspeck machte keinen Hehl daraus, dass er eine weit reichendere Entscheidung erhofft habe. „Jetzt gibt es eine Änderung, aber keine Verbesserung.“ Denn die Buden würden nach Heilig Abend bis zum Abbau einige Tage leer stehen. „Unser Ansinnen war es auch, den Familien zwischen den Jahren ein Angebot zu machen“, so der Sporthändler im Gespräch mit unserer Zeitung. Nun gebe es ein verwaistes Hüttendorf.

Nicht zum Zuge kam der neu gegründete Veranstaltungsverein. Dessen Mitglieder sind jedoch seit langem Beschicker des Marktes.

Hans Moritz

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