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CSU-Frauen: Integration ist nicht nur Sache der Ausländer

Erding/Ingolstadt - Bei der Integration sieht die Frauen Union Oberbayern nicht nur die Ausländer in der Pflicht. Ohne eigenes Engagement klappt es nicht, meint Bezirkschefin Ulrike Scharf.

Für die CSU war die Integration von Ausländern lange Zeit kein Thema. Doch nicht erst seit den Thesen Thilo Sarrazins und der Notwendigkeit, Facharbeiter ins Land zu holen, müssen sich auch die Konservativen mit dem Zuzug von Menschen mit Migrationshintergrund befassen.

Der Bezirksverband Oberbayern der Frauen Union (FU) geht dabei einen bewusst offenen Weg. Bezirkschefin Ulrike Scharf machte am Samstag bei einer Kreisvorsitzenden-Tagung in Ingolstadt deutlich: „Beide Seiten müssen sich öffnen.“ Bei ihren Kolleginnen rannte die Ex-Landtagsabgeordnete mit der Vorstellung der Ergebnisse aus dem Schwerpunktjahr 2010 offene Türen ein. „Mir geht es nicht nur um ein Signal, sondern darum, wie Integration vor Ort praktiziert werden kann“, so Scharf. Dazu gibt es jetzt einen Leitfaden, der der Feder von Gabriele Off-Nesselhaus, FU-Kreischefin aus Fürstenfeldbruck, entstammt.

„Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass der Ausländer, der zu uns kommt, eine Bringschuld hat“, erklärt Scharf, und meint damit die Bereitschaft, die deutsche Sprache zu lernen und das Grundgesetz zu akzeptieren. „Wenn wir aber die Tür zuhalten, kann keine Annäherung stattfinden.“ Die Deutschen seien ebenso gefordert. Nur so gebe es ein „Miteinander, kein Nebeneinander“.

Und so stellt man sich in der FU Integration vor: Gemäß Leitfaden sollten Vereine und Verbände schauen, welche guten Entwicklungen vor Ort bereits liefen, und wo es noch Defizite gebe. Sprachförderung könne auch im Miteinander funktionieren, etwa in Form eines Nachhilfe-Netzwerks nicht nur für Kinder. Die FU schlägt ein interkulturelles Frauenfrühstück und gemischte Spiel- und Krabbelgruppen vor.

In Schulen müsse endlich Chancengleichheit hergestellt werden - wiederum durch eine aktive Bürgergesellschaft. Dabei könnten Ehrenamtliche ausländische Schüler bei der Prüfungsvorbereitung unterstützen oder Lesepatenschaften übernehmen. Elternbriefe sollten in mehreren Sprachen abgefasst sein. Das Ehrenamt ist für die CSU-Tochter auch dann gefordert, wenn es darum geht, Ausländern zu einem Arbeitsplatz zu verhelfen.

Die Kommunen werden aufgefordert, Behördenwegweiser mehrsprachig aufzulegen. Nicht zuletzt im sozialen Nahraum könne viel getan werden - etwa bei Nachbarschaftsfesten. In Erding gibt es übrigens bereits das Frauenfrühstück sowie eine internationale Hausaufgabenbetreuung.

(ham)

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