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Die Trasse ist schon erkennbar: Bis 2025 soll die S-Bahn vom Flughafen-Bahnhof aus nach Osten verlängert werden, mittelfristig bis Erding. In zehn Jahren könnte der Erdinger Ringschluss fertig sein.

Mit weiterem Wachstum wird gerechnet

Da soll der Münchner Airport besser werden: Jedes dritte Flugzeug verspätet

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Der Flughafen rechnet auch 2019 mit einem Anstieg bei Flugbewegungen und Passagieren. Sorgen bereitet jedoch die Abflugpünktlichkeit – jeder dritte Flug ab München ist mittlerweile verspätet.

München – Zufriedene Miene bei Flughafen-Chef Michael Kerkloh. Es ist seine letzte Jahrespressekonferenz, Ende des Jahres geht der dann 66-Jährige in den Ruhestand. Und erneut verkündet er positive Zahlen für die Flughafen München GmbH: Der Airport hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 150 Millionen Euro gemacht – Geld, das auch für mehrere große Bauprojekte benötigt wird. Das Größte: Am Terminal 1 soll ein neuer Flugsteig gebaut werden. An ihm können ab 2023 bis zu zwölf Flugzeuge andocken. Außerdem wird das gesamte Terminal 1 modernisiert. Aufgewertet wird das in die Jahre gekommene Gebäude durch den Umzug von Eurowings. Die Lufthansa-Tochter wechselt schon im Juni vom Terminal 2 ins T1 – und mit ihr rund zwei Millionen Passagiere im Jahr.

Der Ausbau des Terminal 1.

Insgesamt hat der Flughafen 14 Ausbauprojekte, darunter neue Parkhäuser, verschiedene Zubringerstraßen und auch die neue S-Bahn-Trasse, die vom jetzigen Flughafen-Bahnhof aus nach Osten führen wird. Als erste Etappe soll sie 2025 bis zur neue Haltestelle Schwaigerloh führen, später auch bis Erding – dann wäre der schon lange geforderte Erdinger Ringschluss vollendet.

46,3 Millionen Passagiere im letzten Jahr

Der Flughafen hat im vergangenen Jahr 46,3 Millionen Passagiere abfertigt, die Zahl der Flüge wuchs leicht um 2,2 Prozent auf 413 500. Diese Zahlen waren schon bekannt. Auch in diesem Jahr rechnet Kerkloh mit einer moderaten Steigerung von knapp drei Prozent bei den Flügen und bei den Passagieren um über vier Prozent.

Flughafen-Chef Kerkloh.

Dass es in seiner Amtszeit mit dem Bau der 3. Startbahn nichts mehr wird, muss der Flughafen-Chef hinnehmen. Unbeirrt hält er aber an dem Bauprojekt fest. „Durch das Moratorium beim Bau der dritten Startbahn sind die Wachstumsmöglichkeiten gedeckelt.“ Aus heutiger Sicht wäre eine Inbetriebnahme der 3. Startbahn – vorausgesetzt, der temporäre Baustopp wird aufgehoben – erst 2030 möglich, sagt Kerkloh. Die Gegner des Projekts besänftigt er damit nicht. „Koa Dritte und zwar niemals“, twittert die Freisinger Grünen-Stadträtin Susanne Günther. Schon jetzt müsse die Stadt bei Schulbauten Ausweichstandorte mitplanen.

Größere Sorgen machten dem Flughafen 2018 Turbulenzen in der Luftfahrtbranche mit vielen Ausfällen und Verspätungen unter anderem bei Eurowings. 8800 Flüge wurden 2018 annulliert. Mit der „gegenwärtigen Situation an unserem Flughafen“, so Kerkloh, könne man „keineswegs zufrieden sein“. Die Abflugpünktlichkeit habe sich von 2014 bis 2018 von 86 auf nur noch 70 Prozent verschlechtert. Gründe sind – so sieht es Kerkloh – nicht nur die fehlende dritte Bahn, sondern auch Personalmangel bei der Flugsicherung, Pannen bei der Abfertigung und fehlende Reserven bei den Flugzeugflotten der Airlines.

Trotzdem investiert vor allem die Lufthansa kräftig am Airport, denn sie wächst in München nach wie vor stärker als andere Linien (neun Prozent Plus bei Passagieren, sieben bei den Flügen). Ab Sommer 2020 sollen sieben statt bisher fünf A380 in München stationiert sein – und das, obwohl Lufthansa-Chef Carsten Spohr angekündigt hat, sechs der 14 Lufthansa-eigenen A380 zu verkaufen. Die Maschinen mit vier Triebwerken (der modernere A350 hat nur zwei) gelten als Spritfresser. Er gehe davon aus, dass München von der Reduzierung der Flotte verschont bleibe, sagte Kerkloh.

Er hat jetzt noch neun Monate Amtszeit – dann endet nach 17 Jahren eine Ära. Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt, ein Personaldienstleister ist auf der Suche. Der eher von der Presse denn von Kennern der Branche gehandelte CSU-Abgeordnete Ernst Weidenbusch scheint nicht im Rennen zu sein.

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