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Das Ensemble mit dem Rathaus (3. Gebäude v.l.) am Rathausplatz.

Sitzung heute Abend 

Denkmalamt will Rathaus nicht abreißen

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Dorfen - Überraschende Wende beim geplanten Dorfener Rathaus-Neubau: Das Denkmalamt widerspricht der Darstellung der Stadtspitze, dem Abbruch des bestehenden Gebäudes zuzustimmen.

Es ist eine Situation, die in der heutigen Stadtratssitzung (Beginn: 19 Uhr im Sparkassensaal) für Sprengstoff sorgen könnte. Im Plenum soll der Beschluss gefasst werden, das alte Rathaus und das benachbarte ehemalige Kamper-Gebäude abzureißen und an dieser Stelle ein neues Rathaus zu errichten. In der bisherigen Diskussion um den Neubau des Dorfener Rathauses und dem damit verbundenen Abbruch des bestehenden Gebäudes wurde immer damit argumentiert, dass auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege den Plänen in Dorfen zustimmt.

Recherchen der Heimatzeitung haben aber ergeben, dass dem nicht so ist. Vielmehr will die Behörde das bestehende Rathaus erhalten. „Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat sich im Vorfeld des Wettbewerbs zur Neuerrichtung des Dorfener Rathauses immer für die Erhaltung des historischen Rathauses ausgesprochen. Der Stadtrat hat sich jedoch für den Abbruch beider Gebäude, des historischen Rathauses und des angrenzenden zweigeschossigen Gebäudes, entschieden“, konstatiert Dorothee Ott, die Pressesprecherin des Landesamtes.

„Behörde hat Meinung geändert“

Das habe zwar im Vorfeld der Stadtratsentscheidung einem Abbruch des zweigeschossigen Kamper-Gebäudes zugestimmt. „Ein Abbruch des historischen Rathauses stand nicht zur Diskussion“, so Ott. Bislang liege weder ein Antrag auf Abbruch beider Gebäude vor, noch ein Antrag auf Baugenehmigung zum Neubau des Rathauskomplexes. „Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wird eine Beteiligung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege stattfinden. Wir werden eine Stellungnahme abgeben.“

Ott macht auch klar, dass das Denkmalamt zwar an dem Wettbewerb zur Neuerrichtung des Rathauses als Berater beteiligt gewesen sei. Die Teilnahme als Berater schließe aber ein Stimmrecht aus. Ott: „Eine Zustimmung unseres Hauses zum Wettbewerbsergebnis konnte daher gar nicht erfolgen. Im Rahmen der vorangegangenen Beratung hatte das Landesamt zudem die Erhaltung des historischen Rathauses empfohlen.“

Mit der Stellungnahme des Landesamtes konfrontiert, sprach Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) gestern von „einem Witz“. Hildegard Sahler, die für den Landkreis zuständige Vertreterin der Denkmalschützer, sei bei den Gesprächen mit dabei gewesen. Dabei habe sie mehrmals ihre Meinung geändert. Laut Grundner hat Sahler ursprünglich gesagt, die Fassade des Rathauses sei weder schützens- noch erhaltenswert. Später habe sie dann im Gesprächen diese Meinung revidiert und gefordert, die Bausubstanz solle erhalten und die Möglichkeit offen gelassen werden, die bestehende Fassade in den Rathaus-Neubau mit einzubeziehen. „Der Auslobungstext für den Architektenwettbewerb wurde entsprechend abgeändert“, so Grundner.

Als das Preisgericht dann die beiden Siegerentwürfe des Wettbewerbs ausgewählt habe, sei von Seiten des Landesamtes „nichts gegen die beiden Pläne gesagt worden“. Ungeachtet der Haltung des Denkmalamtes will Grundner den Rathaus-Neubau vorantreiben. Wenn der Stadtrat heute Abend den Plänen zustimmt, werde noch Ende des Jahres das bestehende Rathaus geräumt und dann abgerissen werden. Bis Ende 2018 soll dann das neue Verwaltungsgebäude bezugsfertig sein. " Siehe auch Thema der Woche.

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