Reichten sich strahlend die Hände: Im September 2014 beglückwünschten sich Museumsdirektor Professor Wolfgang Heckl und OB Max Gotz gegenseitig zum Grundstücksgeschäft an der Berghamer Straße. foto/Archiv: beet

Deutsches Museum: Noch fehlt das Geld fürs Erdinger Depot

Erding - Lange ist es still gewesen um die Pläne des Deutschen Museums, in Erding ein Zentraldepot zu errichten. Knackpunkt ist die Finanzierung.

Großes hat das Deutsche Museum in München in den nächsten Jahren vor. Gerade läuft die Sanierung des Ausstellungsgebäudes an, das zudem neu konzipiert werden soll. Es ist geplant, die Arbeiten bis zum Jahr 2023 in zwei Abschnitten abgeschlossen zu haben. Rund 445 Millionen Euro sehe der Finanzplan für diese Zukunftsinitiative vor, erklärte Gerrit Faust, Pressesprecher des Deutschen Museums, gestern auf Anfrage der Heimatzeitung.

Nach ausführlichen Kostenschätzungen und -berechnungen habe man festgestellt: „Wir können nicht auch noch das neue Depot in Erding daraus finanzieren“, so Faust. Für diese Zentrale Schausammlung hatte das Museum im September 2014 ein 20 000 Quadratmeter großes Grundstück an der Berghamer Straße im Gewerbegebiet Erding-Aufhausen von einem privaten Eigentümer erworben. Die Baupläne wurden vorerst zurückgestellt. Derzeit wird nach einer alternativen Finanzierungsmöglichkeit gesucht. „Wir brauchen und wollen das Depot unbedingt. Je früher, desto besser. Wir sind dran“, sagt Faust.

Im Deutschen Museum in München seien etwa 20 000 Exponate ausgestellt. Der weit größere Teil, 80 000 Ausstellungsgegenstände, ist eingelagert: auf der Museumsinsel in München und an sieben angemieteten Standorten in ganz Oberbayern. Dafür zahlt das Museum rund eine Million Euro Miete pro Jahr. Diese Kosten fallen weg, wenn einmal das Zentraldepot in Erding errichtet ist. „Wir haben es nicht aus den Augen verloren“, versichert Faust und deutet an: „Es kann gut sein, dass sich heuer noch was tut.“

Die Stadtoberen würde es freuen. OB Max Gotz hatte die Ansiedlung nach dem Grundstückskauf des Museums im September 2014 als „großartige Sache“ bezeichnet. Und der Stadtrat hatte eigens den Bebauungsplan für das Areal geändert. Beim Ortstermin hatte Museumsdirektor Professor Wolfgang Heckl damals von einem Investitionsvolumen im zweistelligen Millionenbereich gesprochen.

Das zentrale Depot ist weit mehr als ein Lagerraum. „Die Klimatisierung und die Luftfeuchtigkeit müssen stimmen, schließlich handelt es sich um wertvolle Exponate“, erklärte Faust gestern. Es ist geplant, in den Räumlichkeiten - ober- und unterirdisch - neben einer Lagerhaltung auch eine wissenschaftliche Bearbeitung des Kulturgutes zu ermöglichen. Außerdem könne das Depot durch Führungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. (Gabi Zierz)

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