Deutschkurse: VHS erhebt Soli für Asylbewerber

Erding - Deutschkurse für nicht anerkannte Asylbewerber will die Volkshochschule Erding anbieten. Dafür zahlt jetzt jeder der 26 Gemeinden einen Euro pro Einwohner.

Ohne Sprachkenntnisse haben Asylbewerber keine Chance auf Integration und den Start ins Berufsleben: Davon ist Hans Peis, Vorsitzender der Volkshochschule (VHS) Erding, überzeugt. Bei Kursen für nicht anerkannte Flüchtlinge gibt es keine staatliche Förderung.

Jetzt springt die VHS in die Bresche. Angeboten werden fünf Kurse mit je 600 Unterrichtseinheiten. Ein Lehrgang kostet etwas mehr als 22 000 Euro. Lernmittel und Prüfungsgebühren sind darin enthalten. Für fünf Angebote werden damit 111 000 Euro fällig. Rechnet man einen Euro Sonderumlage pro Landkreisbürger (Stand 31. Dezember 2013) fließen 130 238 Euro in die VHS-Kasse. Die etwas höheren Einnahmen im Vergleich zu den Kurskosten sollen für Fahrten der Teilnehmer ausgegeben werden. „Eine eventuelle spätere staatliche Förderung wird angerechnet, um die Kommunen zu entlasten“, so Peis.

Doch dazu müssen alle Gemeinden ihr Okay geben. Bei der gestrigen VHS-Verbandsversammlung waren bis auf die Gemeinde Berglern alle kommunalen Vertreter anwesend. Sie votierten einstimmig für die Sonderumlage.

„Wie viele Leute können wir damit abdecken?“, fragte Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl. „Es werden fünf Kurse mit je etwa 20 Menschen stattfinden“, antwortete Peis - also Kurse für rund 100 Personen. Nicole Schley (Ottenhofen) empfindet das noch als zu wenig.: „Ich tue mich schwer, das auf 100 Menschen zu begrenzen.“

„Wir sollen den Auftrag annehmen, aber nicht den Druck von den Entscheidungsträgern nehmen“, meinte Erdings OB und Vize-VHS-Chef Max Gotz. Auch Stiftungen, wie in Erding und Dorfen, würden schon viel leisten. „Es gibt auch Gemeinden, bei denen der Haushalt wieder finanziell eng gestrickt ist“, ergänzte er.

Unbürokratisch wollte Langenpreisings Rathauschef Peter Deimel helfen. Er berichtete von der Situation in seiner Gemeinde. „Wir haben sieben Asylbewerber aus Syrien, die weder Englisch noch Französisch sprechen. Gott sei Dank haben wir einen Mitbürger aus Tunesien, der Hocharabisch spricht“, so Deimel. Nur so sei eine Verständigung möglich. Deimel wollte zur Unterstützung der Flüchtlinge einen Laptop kaufen, doch davon wurde ihm von Behördenseite abgeraten. „Denn wir können nicht kontrollieren, was sie damit machen“, sagte er.

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