Diabetes: Schleichend in schwere Krankheit

Dorfen - Ungesunde Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel sind die "Zutaten", die oft zu der im Volksmund so titulierten Zuckerkrankheit führen. Die Früherkennung des Diabetes Mellitus kann schwere Herz-Kreislaufkrankheiten verhindern.

Die Botschaft, die Dr. Stephan Kiefersauer zum heutigen Weltdiabetestag hat, ist erschütternd: Diabetes Mellitus ist zur wahren Epidemie geworden. Weltweit sind über 150 Millionen Menschen von der Zuckerkrankheit betroffen, in Deutschland mindestens sechs Millionen. Und die Dunkelziffer liegt Schätzungen von Experten zufolge doppelt so hoch.

Dr. Kiefersauer ist Diabetologe und Ernährungsmediziner im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Dorfen, das eng mit der Klinik Dorfen kooperiert. Sein Credo: Menschen mit einem entsprechenden Risikoprofil sollen unbedingt die Möglichkeiten zur Früherkennung wahrnehmen.

Beim Diabetes mellitus ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, und der Körper kann Kohlenhydrate nur ungenügend verwerten. Rund 95 Prozent dieser Stoffwechselerkrankungen sind dem Typ-2 zuzuordnen, nur etwa fünf Prozent dem so genannten Typ-1 Diabetes.

Früher trat Typ-2-Diabetes eigentlich vorwiegend bei älteren Menschen auf. Heute findet sich diese Form des Diabetes zunehmend auch bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen. Fachleute rechnen damit, dass die Zahl der Typ-2-Diabetiker in den nächsten Jahren noch weiter steigt, da die Menschen immer übergewichtiger und älter werden.

Das Gefährliche: Typ-2-Diabetes beginnt schleichend und wird oft erst spät erkannt. Meist bleibt die Stoffwechselkrankheit lange ohne große Beschwerden. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Juckreiz, Durst und häufiges Wasserlassen, aber auch Appetitlosigkeit und Heißhunger sowie eine verlangsamte Wundheilung können Anzeigen für Diabetes sein. "Die meisten Menschen wissen oft gar nicht von ihrem ,Glück', Diabetes zu haben", weiß Dr. Kiefersauer. Doch die Spätfolgen der Erkrankung können verheerend sein: Herz-inarkt, Schlaganfall, Erblindung und Amputationen sind nur einige der drohenden Folgen. Sehr oft geht Diabetes auch einher mit Bluthochdruck, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen. Mediziner bezeichnen dieses Wohlstandssyndrom manchmal auch als "tödliches Quartett". Wird nichts gegen die Risikofaktoren getan, sinkt die Lebenserwartung laut Dr. Kiefersauer um mindestens sechs bis sieben Jahre.

Durch eine Änderung des Lebensstils können Betroffene sehr viel selbst für ihre Gesundheit tun. Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung und körperliche Aktivität ist das Rezept der ersten Wahl, das der Arzt anfangs seinen Patienten verordnet. Nicht selten führen dieses Maßnahmen schon zu einer Normalisierung des Blutzuckerspiegels. Ist das nicht ausreichend, helfen Medikamente.

Dr. Kiefersauer rät jedem, der Übergewicht hat, in dessen Familie ein Diabetiker ist oder der erhöhte Blutfettwerte hat, zur Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt. Wichtig sei, dass nicht nur der Nüchternzucker ermittelt, sondern auch ein so genannter oraler Glukosetoleranztest durchgeführt werde. Generell gilt: Der Nüchternwert des Blutzuckers sollte unter 100 mg/dl liegen, zwei Stunden nach einem Glucosetoleranztest sollte der Wert unter 140 mg/dl sein.

Der Dorfener Diabetologe macht vor allem Mut zur Bewegung: Dadurch werde das Abnehmen erleichtert und schon tägliches Spazierengehen sei ein probates Mittel, seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. (ar)

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