1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding

A 94: „Die Bürger haben die Schnauze voll“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

Dorfen - Die Gerichte haben zwar entschieden, doch der Widerstand gegen die Isentalautobahn ist ungebrochen. Auch zusätzlich aufgestellte Bierbänke konnten im Streiblsaal am Donnerstagabend dem großen Ansturm nicht gerecht werden. Viele Besucher mussten stehend und am Boden sitzend den Reden folgen.

Der Grünen-Landesvorsitzende Dieter Janezek lobte die Besucher: „Die Autobahnplaner hätten wohl gerne gesehen, dass heute weniger los ist. Doch nur mit solch einer Zuhörerzahl können wir ein Signal senden, dass die Bürger die Schnauze voll haben von Verschandelung der Landschaft mit der A 94 und der 3. Startbahn.“

Der Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer appellierte an die Verantwortlichen für den Bau der A 94: „Für Vernunft ist es nie zu spät. Die Baugrunduntersuchung hat gezeigt, dass man auf ganz weichem Gelände bauen muss. Wenn schon beim Bau des Autobahnabschnitts Forstinning-Pastetten eine Kostensteigerung von 30 bis 40 Prozent erreicht wurde, obwohl der Bau auf relativ problemlosen Gelände geschah, dann ist beim Bauabschnitt durch das Isental erst recht eine enorme Kostensteigerung anzunehmen.“ Als weiteren Punkt führte Ulzhöfer die verkehrliche Wirksamkeit auf: „Es ist im Isental nicht möglich wie beim Bau anderer Straßen und Autobahnen, dass jeder Kilometer gleich freigegeben wird.“ In einem solchen Fall käme eine Verkehrslawine auf Dorfen und Schwindkirchen zu, die nicht mehr erträglich sei.

„Die Erfahrung beim Bau anderer Autobahnen hat gezeigt, dass man bei einem problemlosen Bau ohne Moor oder anderen Hindernissen zweieinhalb Kilometer im Jahr bauen kann. Wenn jedoch, wie im Fall Isental, die Finanzierung kritisch ist und auch auf den in diesem Bereich schwierigem Boden gebaut werden muss, ist es durchaus möglich, dass man für den Bau eines Kilometers ein Jahr anzusetzen hat“, prophezeite Ulzhöfer. Der Verkehrsplaner hält eine Bauzeit von 20 Jahren für möglich. Schon 2018 fertig zu sein sei eine absolute Illusion.

Heiner Müller-Ermann, Sprecher des Aktionsbündnis gegen die Isentalautobahn, betonte, dass die A 94-Gegener im Moment so gut da stünden, wie noch nie zuvor. Zwar hätten die Gerichte die Isentaltrasse erlaubt, doch den Autobahnplanern würde das Geld fehlen. „Die Kosten galoppieren davon, aber die Finanzierung gerät immer mehr ins Humpeln. Jeder private Unternehmer würde hier die Notbremse ziehen und auf die deutlich kostengünstigere Alternative im Bereich der B 12 umschwenken. Aber die Regierung glaubt immer noch, dass Sturheit und Steuerverschwendung die bessere Lösung ist“, kritisierte Müller-Ermann. Und an die Adresse der Politiker sagte der führende Kopf der Autobahngegner: „Wir werden weiterhin selbstbewusst für unsere Heimat kämpfen.“ (ar/fk)

Auch interessant

Kommentare