Dieter Priglmeir läuft nur so früh, weil die Alternative ein Bad im 12-Grad-Weiher wäre.
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Dieter Priglmeir läuft nur so früh, weil die Alternative ein Bad im 12-Grad-Weiher wäre.

AM RANDE

Die rennende Glühbirne im Erdinger Stadtpark

  • Dieter Priglmeir
    VonDieter Priglmeir
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Sport ist gesund - sofern man den Durchblick behält. Hier hat es nicht ganz geklappt. Oder mit anderen Worten: Dumm gelaufen!

Ich habe als Hobbyläufer das nächste Level erreicht. Ich bin jetzt mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs – also jenes Tempo, das mir meine Stirnlampe erlaubt. Denn ich tapse schon frühmorgens durch Dunkelheit und Nebel am Baggerweiher und im Stadtpark. Ob das schlau ist, mögen andere beurteilen. Deswegen möchte ich die Bezeichnung „helles Köpfchen“ rein auf die schon erwähnte Stirnlampe beziehen, die leider mehr meinen Schädel erstrahlt als den Weg vor mir. Mehr als zwei, drei Meter – der Rest ist Staksen und Stochern im Nebel.

Was mich freut: Ich bin nicht allein, es gibt noch drei, vier andere, die nicht wegen ihres Hundes, sondern wegen Laufschuhen unterwegs sind. Servus Kollegen! Ich mache den Motorradfahrer-Gruß. Was mich ärgert: Die sind alle deutlich schneller unterwegs.

Was mich wundert: Ich lasse mich anstecken, ziehe jetzt auch das Tempo an. Was mich stoppt: die Betonsitzbank im Stadtpark, gegen die ich im Nebel ungebremst rummse. Den Sturzflug in die städtische Botanik überstehe ich – von einem leicht lädierten Schienbein mal abgesehen – unbeschadet. Kurz die Krone, respektive Glühbirne, gerichtet und gecheckt: Hat’s jemand gesehen? Dann geht’s weiter. Auf den letzten Metern beschließe ich: Ich werde mein Missgeschick nicht groß rumerzählen. Aber ich könnt’s ja mal aufschreiben.

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