Musikalisch alleine unterwegs: Steve Zimmermann, ehemaliger Gitarrist der Band „Heute Wir“. Foto: privat
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Musikalisch alleine unterwegs: Steve Zimmermann, ehemaliger Gitarrist der Band „Heute Wir“. Foto: privat

Portrait

„Die Songs schwirren schon lange in meinem Kopf“

  • vonAlexandra Anderka
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Steve Zimmermann von der Band „Heute Wir“ geht jetzt eigene Wege – EP geplant

Altenerding – Ausgerechnet Corona und ein Kreuzbandriss veranlassten Steve Zimmermann aus Erding, endlich das zu machen, was schon lange sein Wunsch war: Als Solokünstler eine eigene EP herauszubringen, ein Tonträger zwischen Single und Album. Die Initialzündung gab es im Februar 2020 im Gasthaus 10er in Erding.

„Marco Zehner, der Besitzer, ist ein Fußballtrainer-Kollege von mir. Er hat mich angestachelt und gemeint, ,Du musst einmal bei mir ein Gitarrenkonzert geben’.“ Die Idee habe dem leidenschaftlichen Musiker gleich gefallen. Die ruhige Zeit zuhause wegen des Lockdowns und des Kreuzbandrisses haben es schließlich ermöglicht, dass die Idee auch in die Tat umgesetzt wurde.

Ganz alleine ging es aber dann doch nicht: Sven Hollfelder produziert die Stücke in seinem Erdinger Tonstudio Klangwerk und sorgt für Schlagzeug- und Percussionspuren. Für die Pianoklänge, Gitarre, Bassgitarre und Gesang ist der 33-jährige Zimmermann zuständig.

Die Melodien für die Songs schwirrten schon länger im Kopf des Altenerdingers. „Vor allem sind es Gitarrenstücke, die es nie in eine Band geschafft haben, weil sie nicht ins Konzept gepasst oder nicht allen gefallen haben“, sagt Zimmermann, der zusammen mit Benno Bach, Felix Lippenberger und Max Braun 2005 die Band Größe Vier gegründet hatte.

2010 gewannen die jungen Männer den Sinnflut-Förderpreis, der es ihnen ermöglichte, eine EP mit drei Songs aufzunehmen. 2011 folgte dann eine CD. Bis 2012 tourte die Band vor allem im Landkreis, aber auch drüber hinaus.

Ab da gingen die Musiker aus beruflichen und privaten Gründe getrennte Wege, trafen sich aber in ähnlicher Besetzung 2018 mit Janine Bach als Sängerin unter dem Namen „Heute Wir“ wieder und gewannen erneut den Sinnflut-Förderpreis. Das Resultat war eine EP, die auf sämtlichen Streaming-Plattformen erschien und erfolgreich war.

„Leider war unser Auftritt auf dem Sinnflut-Festival das erste und letzte Konzert als Heute Wir“, bedauert Zimmermann. „Irgendwie ist das dann im Sande verlaufen, weil jeder andere Prioritäten hatte“, sagt der Vater des sechsjährigen Jonas.

Von ihm leitet sich auch der neue Bandname her: Jonas Zimmer. „Das war lustig, ich bin mal in Jonas’ Zimmer gegangen, und plötzlich war er da, der Name für meine Solo-Aufnahmen.“ Seit Juni arbeiten Zimmermann und Hollfelder nun „ganz ohne Stress“ an den Songs, von denen es auch schon Kostproben gibt. Auf einem Instagram-Kanal unter dem Namen „jonaszimmermusik“ können sich Interessierte kleine Sequenzen anhören.

Als „Deutsch-Pop“ bezeichnet der 33-Jährige, der hauptberuflich als Versuchstechniker arbeitet, den Stil der Songs. „In den Texten verarbeite ich zum Teil selbst Erlebtes, aber nicht immer. Manchmal stelle ich mir einfach auch Situationen vor, die sich aus meinen Erfahrungen heraus ergeben.“

Der Musiker, der es „geliebt“ habe in Bands zu spielen, findet es jetzt auch sehr interessant, als Solokünstler unterwegs zu sein. „Du kannst halt komplett dein Gefühl wiedergeben, in der Band machst du immer Kompromisse.“

Sein größtes Ziel nach der Veröffentlichung der eigenen Songs ist noch ein anderes: „Wenn sich die Lage im nächsten Jahr entspannt, möchte ich unbedingt ein Livekonzert im 10er geben oder vielleicht auch auf Sinnflut.“

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