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Doppelter Stromausfall an Ostern in Dorfen 

Sonne und Kraftwerke Haag waren schuld

Vier Tage, zwei Stromausfälle: An Ostern mussten die Kunden der Stadtwerke Dorfen zeitweise auf Licht und Fernsehen verzichten. Die Stadtwerke sehen die Schuld beim schönen Wetter und den Kraftwerken in Haag.

DorfenAm Osterwochenende entspannt Fernsehen oder im Radio die Lieblingsschlager hören – das war einigen Dorfenern heuer nicht vergönnt. Stattdessen hatten die Kunden der Stadtwerke Dorfen an Ostern Stromausfall. Zweimal innerhalb von vier Tagen. Insgesamt fast eine halbe Stunde lang: am Karfreitag ab 14.06 Uhr für 21 Minuten und am Ostermontag um 13.13 Uhr für acht Minuten. Woran es lag? Eine Stromleitung war komplett überlastet. Technischer Leiter Alois Huber gesteht ein: „Wir hätten früher reagieren müssen.“ Vor allem schuld an dem Stromausfall in Dorfen seien aber die Kraftwerke in Haag und das schöne Wetter gewesen.

Klaus Steiner ist Geschäftsführer der Stadtwerke Dorfen.

Zum Hintergrund: Dorfen ist an das benachbarte Stromnetz in Haag angeschlossen, um das Ziel, die Energiewende umzusetzen, also mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu produzieren. Wenn Dorfen zu viel Strom aus regenerativen Energien gewinnt, fließt er weiter nach Haag oder an das Bayernwerk. Deshalb gebe es zwei gemeinsame Stromleitungen zwischen Dorfen und dem etwa 15 Kilometer entfernten Haag, sagt Technischer Leiter Huber: „Eine davon funktioniert zur Zeit nicht – wegen einer Umbaumaßnahme.“ Die Schaltanlage wird für rund 400 000 Euro instandgesetzt, um mehr Strom transportieren zu können. Bis Ende Mai soll die zweite Stromleitung wieder funktionieren, sagt er. Die andere war am Wochenende überlastet.

Der Grund dafür: „Wegen der guten Wetterlage hatten wir eine zu starke Stromeinspeisung“, sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke Dorfen, Klaus Steiner: „Das hat zur Überlastung geführt.“ Denn wenn die Sonne lange scheint, dann produzieren die Fotovoltaik-Anlagen mehr Strom als die Dorfener verbrauchen können. Der überflüssige Strom wird weitergeleitet. Doch mit so viel Strom war die derzeitige Leitung überfordert, die Kraftwerke in Haag hätten reagieren müssen, sagt Steiner und weist die Schuld von sich.

Anspruch auf Schadensersatz

Huber wiederum gesteht ein, dass die Biogas- und Solaranlagen zu viel Strom produziert hätten: „Wir hätten sie früher vom Netz nehmen müssen“, sagt er. Denn bei viel Sonnenschein dürfe nur ein Bruchteil der Leistung aus Solarenergie und Biogas eingespeist werden – nur etwa 40 oder 50 Prozent davon.

Nach dem Stromausfall haben die Kraftwerke Haag zwar reagiert und einige Biogas- und Solaranlagen vom Netz genommen. In diesen Fällen haben die Stromerzeuger aber das Nachsehen. Sie haben Anspruch auf Schadensersatz wegen der „entgangenen Einspeisevergütung“, die sie bei den Stadtwerken Dorfen geltend machen können: „Die leiten wir dann an die Kraftwerke Haag weiter“, sagt Steiner. Auch Kunden, die wegen des Ausfalls defekte Stromgeräte zuhause haben, können sich wegen Schadensersatz bei den Stadtwerken melden. Voraussetzung dafür sei der Nachweis, dass der Netzbetreiber fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt habe.

Anna Schwarz

Rubriklistenbild: © dpa / Jan Woitas

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