Machte Mut: Landrat Martin Bayerstorfer (l.) motivierte die Schwindkirchener eine Arbeitsgemeinschaft zum Schutz ihrer Heimat vor dem Verkehr zu gründen. Foto: Weingartner

Dorf vom Aussterben bedroht

Schwindkirchen - Den Exodus befürchten Schwindkirchener Bürger für ihren Ort, sollten die geplante A94 für den Verkehr freigegeben werden, ohne dass sie durchgängig bis Heldenstein befahrbar ist.

„Wie geht’s künftig weiter in Schwindkirchen?“, fragte Franz Wimmer in der Bürgerversammlung. „Ich mache mit Sorgen um die Zukunft. Und wenn ich an die A 94 denke wird mir schlecht“. Denn wenn die A 94-Teilstrecke von Pastetten her bis Dorfen gebaut ist, wird sie auch freigegeben, war sich Wimmer ganz sicher. „Egal ob die Strecke bis Heldenstein fertig ist oder nicht.“ Das würde eine Verkehrskatastrophe für den Ort bedeuten. Dann ist „Schwindkirchen in zwei Jahren tot“, prophezeite Wimmer. Da könne auch „eine Revolution“ auf Dorfens Stadtvertreter zukommen.

Um vor Ort etwas gegen die Probleme zu unternehmen, schlug Wimmer die Gründung eines Arbeitskreises vor, der lebensnotwendige Maßnahmen untersuchen soll, wie zum Beispiel eine Ortsumfahrung. Auch Bürgermeister Heinz Grundner sagte seine „volle Unterstützung“ zu, soweit das in seinen Händen und denen der Stadt liege.

Neben dem Verkehr gebe es ein gewaltiges Lärmproblem für Schwindkirchen, mahnte Nikolaus Rott. Damit habe man sich bisher noch garnicht befasst: An der bis zu 800 Meter langen Goldachbrücke bei Schiltern sei bisher kein Lärmschutz vorgesehen.

Bürgermeister Heinz Grundner räumte ein, dass es eine Verkehrskatastrophe für Schwindkirchen gebe, sollten die A 94-Teilstücke Pastetten - Dorfen und Dorfen - Heldenstein nicht zeitgleich für den Verkehr frei gegeben werden. Dann würden sich statt rund 5000 bis zu 13 000 Fahrzeuge täglich durch die enge Ortsstraße mit drei 90-Grad-Kurven zwängen. Zunächst müsse jetzt der Planfeststellungsbeschluss abgewartet werden. An der Trassenentscheidung sei „grundsätzlich nichts mehr zu machen. Der Zug ist abgefahren“, so Grundner. Vielmehr müssten jetzt „alle an einem Strang ziehen“, um die befürchteten Probleme zu verhindern.

„Eine Ortsumfahrung können wir fordern“, sagte der Stadtchef, ohne damit allerdings eine Euphorie wecken zu wollen. Die Verlegung der Staatsstraße 2084 sei „nicht im Bedarfsplan“ des Bundesministeriums. „Ich glaube nicht, dass das Erfolg hätte.“Dazu müsste auch erst eine machbare Trasse gefunden werden.

Stadtrat Gisbert Becker lobte die Initiative eine Arbeitsgemeinschaft aus Schwindkirchenern gründen zu wollen. Wenn eine Umfahrungstrasse gefordert werde, sollten davor die Grundstücksverhandlungen erledigt sein, mahnte er. Das könnte man dann „der Behörde anbieten“, die dann „den schwarzen Peter hat“. Wenn ein freiwilliger Grunderwerb vor Antragsstellung getätigt sei, geht es „sicher ein Stück leichter“, machte Landrat Martin Bayerstorfer Mut. Er ermutigte auch die Arbeitsgemeinschaft zu bilden.

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