Dorfen aus allen Fugen und Normen

Dorfen - Es war ein besonderer Hemadlenz am Donnerstag. Nicht nur, weil die Karnevalsgesellschaft ihr 111-jähriges Bestehen feiert, sondern weil es seit Jahren erstmals wieder wirklich den Winter auszutreiben galt.

Hemadlenzn-Umzug in Dorfen

Und da wegen des vielen Schnees auch nur an die 1200 Lenzen über Dorfen hereinfielen – was im Vergleich zu de Vorjahren schon fast familieäre Verhältnisse darstellten – schwärmten die KG-Verantwortlichen dann auch: „1000 Moi scheener is, ois wia sunst“ und „Mir strengma uns jiatz bsonders o und treibn den Winta aus“.

Pünktlich um 10 Uhr hatte sich der Zug in der Erdinger Straße in Bewegung gesetzt. Angeführt von KG-Präsidentin Barbara Ratajak, den Ehrenpräsidenten Reinhold Kuliga und Heinz Anneser, vielen anderen Offiziellen, Halboffiziellen und natürlich der Stroh-Hemadlenznpuppe im Käfig, ging es singend in Richtung Innenstadt. Am Altöttinger Tor holte die närrische Schar das Prinzenpaar Michaela und Heinz ab. Die Isenstädter Regenten entstiegen dem mit einer Pappnase dekorierten Tor unter dem Volksgesang der Narrenhymne „Oh Du Himmel auf Erden“ über eine Leiter.

Der nächste Halt wurde dann vor dem Rathaus gemacht. Hier holten die Hemadlenzn Stadtchef Heinz Grundner ab, der ebenfalls über eine Leiter der Dorfener Regierungszentrale entstieg. Im Rathaus herrschte zuvor schon ab 9 Uhr Remmidemmi bei einem zünftigen Weißwurstfrühstück mit geladenen Gästen, darunter zahlreiche Nachbarbürgermeister. Nach einem „Rundgang“ durch die Stadt wurde der Hemadlenz dann kurz vor 12 Uhr am Marienplatzt seiner Bestimmung übergeben – dem Feuer. Symbolisch sollte damit der Winter ausgetrieben werden. Doch es schneite den ganzen Tag munter weiter.

Für Polizei und Rettungsdienst brachte der Dorfener Nationalfeiertag erwartungsgemäß wieder viel Arbeit. Gerade für die Auswärtigen, die in Scharen nach Dorfen kommen, bedeutet der Tag nicht Tradition, sondern Party. Die ersten Bier- und Schnapsgeschädigten galt es schon am Morgen zu versorgen. Und schon am Vormittag kam es zu einer ersten Festnahme, wie der stellvertrende Dorfener Inspektionsleiter Armin Weinberger berichtete. Ein sturzbetrunkener Jugendlicher legte sich mit der Polizei an. Später wurde eine weitere Person in Sicherheitsgewahrsam genommen. Bis zum frühen Nachmittag zählte die Polizei auch sechs durch Alkoholmissbrauch völlig hilflose Personen, die vom BRK teils stark unterkühlt ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Für Weinberger stand schon am frühen Nachmittag fest, dass die Alkoholexzesse beim Hemadlenznumzug immer wüster werden.

Am Diskozelt am Unteren Markt kam es zeitweise fast zu einer Panik. Da die Ordner wegen Überfüllung niemand mehr einließen, wollten die Wartenden, die meist durchnässt waren, die Absperrung niedertreten. Auch hier musste die Polizei mehrmals massiv einschreiten.

Anton Renner

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