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Tote Fische und schmutziger Schaum trieben am Dienstag auf der Isen. Die Bilder wurden an der Mühle im Herzen von Dorfen aufgenommen.

Gärreste aus Biogasanlage ausgetreten

Fischsterben in der Isen

Schaumkronen haben sich am Dienstagvormittag entlang der Isen im Bereich von Anning/Oberdorfen bis zum Mühlbach in Dorfen gebildet. Tote Fische trieben auf der gesamten Strecke. Rund 50 Stück sammelten sich allein im Hochwasserüberlauf der Löffl & Holzner Kunstmühle in Dorfen. Grund war nach Auskunft des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) München eine erhebliche Menge an Gärresten aus einer Biogasanlage.

Dorfen – Die Stoffe seien vermutlich schon in der Nacht ausgetreten, so die Fachbehörde, die um 8.30 Uhr informiert wurde. „Gärreste sind extrem organisch belastet und führen im Gewässer sofort zu Sauerstoffmangel, und die Fische ersticken“, erläutern die Experten. Auch viel Ammoniak und Ammonium sei darin enthalten. „Für Fische ist das absolut tödlich.“ Deshalb wurde versucht, so viele Schadstoffe wie möglich abzusaugen. Die Feuerwehr hat die Gewässer belüftet.

„Das Problem war, dass wir relativ spät informiert wurden“, so das WWA. Die Schadstoffwelle sei wohl schon Richtung Mühldorf unterwegs gewesen. Die toten Fische blieben in Wasserkraftanlagen hängen. Unterhalb des Stadtwehrs an der B 15 in Dorfen waren bis zum späten Nachmittag allerdings keine verendeten Tiere zu sehen. Wasserproben und tote Fische werden nun von der Behörde untersucht.

Hauptkommissar Hans Rumpfinger erklärt in einer Pressemitteilung der Polizei Dorfen, dass die Inspektion die Information um 8.30 Uhr sofort an WWA und Landratamt weitergegeben habe. Der Biogasanlagenbetreiber aus dem Bereich Oberdorfen habe sich zwischenzeitlich telefonisch beim Landratsamt gemeldet, weil „von seiner Güllegrube eine unbestimmte Menge an Gülle in den Mühlbach beziehungsweise die Isen gelangt war“.

Die genaue Ursache für das Austreten der Gülle beziehungsweise der Gärreste konnte noch nicht zweifelsfrei geklärt werden, heißt es weiter. Auch sei die Zahl der verendeten Fische noch nicht abzuschätzen.

Die Polizei hat laut Rumpfinger Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Den Landwirt erwarte jetzt ein Strafverfahren wegen Verunreinigung eines Gewässers. Laut §324 StGB könnte dies bei Vorsatz mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug oder einer Geldstrafe geahndet werden, bei Fahrlässigkeit bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe. Schaulustige gab es auch genügend, die sich am Hochwasserüberlauf und am Mühlbach über den Schaden ein Bild machen wollten.

Birgit Lang

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