Wollen eine Bebauung grundsätzlich nicht verhindern: Dorfens SPD, mit (v. l.) Simone Jell, Martin Mannseicher, Heiner Müller-Ermann, Michaela Meister und Jakob Baumgartner. F.: prä

SPD Dorfen zur Isener Siedlung: Erst das Gutachten, dann die Bebauung

Dorfen - Für den Hochwasserschutz in Dorfen hat die Stadt im vergangenen Jahrzehnt sehr viel getan und Millionen Euro investiert. Dennoch besteht weiter nicht nur durch die Isen Gefahr vor Überflutungen, auch neue Baugebiete können zusätzliche Hochwasserrisiken verursachen. Davor warnte die Dorfener SPD bei einem Pressegespräch in der Taverna Sirtaki.

Aktuell fordert in dem Zusammenhang die SPD-Stadtratsfraktion, dass vor der geplanten Wohnbebauung am südlichen Stadtrand sowie einem beantragten Kiesabbau im Westen, zum Schutz der Isener Siedlung ein hydrogeologisches Gutachten in Auftrag gegeben wird. Ein entsprechender Antrag an den Stadtrat sei bereits gestellt worden, erklärte die SPD-Führung mit Michaela Meister, Heiner Müller-Ermann, Jakob Baumgartner (Stadträte) und Simone Jell (Ortsvorsitzende).

Mit einem solchen Gutachten für den Stadtbereich Isener Siedlung sollen mögliche neue oder zusätzliche Hochwasserrisiken für die Bebauung ausgeschlossen werden, erklärte Jell. Die Expertise soll „bald möglichst“ in Auftrag gegeben werden. Und erst wenn die Ergebnisse bekannt seien, „sollen Bebauungspläne in dem Bereich weiter entwickelt und entsprechend angepasst werden“. Die Stadtverwaltung soll die Kosten ermitteln, um sie im Haushalt einplanen zu können.

Ausdrücklich betonte die SPD-Führung unisono, dass sie „eine mögliche Wohnbebauung südlich der Isener Siedlung durch dieses Gutachten nicht grundsätzlich verhindern will“. Es gehe darum, dieses „wassertechnisch kritische Gebiet“ sorgfältig zu überplanen, damit keine Nachteile für die Gebäude in der Siedlung entstehen. Auch den beantragten Kiesabbau wolle man nicht kategorisch ablehnen.

Zur Begründung führte Jell aus, es sei „in verschiedenen Bereichen der Isener Siedlung in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen, dass aufgrund des hohen Grundwasserspiegels Keller voll gelaufen sind“. Und das unabhängig von den großen Hochwasserereignissen durch die Isen. Durch die „großflächig“ geplante Bebauung im Süden der Stadt würden viele Flächen versiegelt, in denen bislang Regenwasser sich sammeln oder versickern kann. Auch durch den Kiesabbau könnten sich Veränderungen beim Grundwasserspiegel ergeben, die für die angrenzende Bebauung negative Auswirkungen haben könnten, mahnt die SPD.

Mit vorausschauendem Handeln sollen mögliche Schadenersatzansprüche von Haus- und Grundstückseignern an die Stadt vermieden werden, erläutern die örtlichen Sozialdemokraten. Deshalb sei das Gutachten „unbedingt erforderlich“. In der Großen Kreisstadt Erding habe der Stadtrat nach der letzten großen Hochwasserflut reagiert und vor einer neuen Bebauung ein entsprechendes Konzept und hydrogeologisches Gutachten erarbeiten lassen. Dies werde in Erding als Grundlage für die Genehmigung von Neubaugebieten genutzt.

Der geplante Kiesabbau am südlichen Rand der Isener Siedlung hätte durchaus auch seinen Reiz, findet Müller-Ermann. Denn dann könnte vielleicht der seit Jahren bei den Dorfenern geforderte Badeweiher kommen. Die spätere Nutzung der Kiesgrube als Badesee wäre für Jell auch die grundsätzliche Voraussetzung, dass dort überhaupt Kies abgebaut werden darf. Die Ortsvorsitzende hegt aber Zweifel, dass das Wasser des Baggerweihers zum Baden auch die notwendige Wasserqualität habe werde.

Hermann Weingartner

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