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100 Deutschschüler aus 60 Ländern

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Sie lernen Deutsch im DZIF: Eine der drei Klassen für Ukrainerinnen und Ukrainer, die seit kurzem in Dorfen unterrichtet werden. IT-Spezialisten belegen Kurse
Sie lernen Deutsch im DZIF: Eine der drei Klassen für Ukrainerinnen und Ukrainer, die seit kurzem in Dorfen unterrichtet werden. IT-Spezialisten belegen Kurse © Matthias Maus

Das Dorfener Zentrum für Integration und Familie verbucht einen großen Zulauf. Drei Klassen wurden für Ukrainer eingerichtet.

Dorfen – Krieg und Krisen, Menschen verlieren ihre Heimat, müssen sich in neuer Umgebung zurechtfinden: In dieser Situation sind lokale Organisationen wie das Dorfener Zentrum für Integration und Familie (DZIF) von zentraler Bedeutung für das Zusammenleben. Dabei hilft der gemeinnützige Verein nicht nur Geflüchteten. Die Lehrerinnen und Lehrer des DZIF qualifizieren mit ihren Deutschkursen auch dringend benötigte Fachkräfte für Dorfener Betriebe.

Das DZIF ist auch im zwölften Jahr seines Bestehens auf Wachstumskurs, und es braucht weiter Unterstützung. Aktuell besuchen rund 100 Menschen aus knapp 60 Ländern die Kurse in den Räumen des DZIF in der Siemensstraße. Darunter sind mehr als 50 Männer und Frauen aus der Ukraine. Sie lernen dort unter der Anleitung qualifizierter Lehrer Deutsch bis zum Sprachniveau B2. Mit diesen Kenntnissen sind die Teilnehmer fit für den deutschen Alltag und für den Arbeitsmarkt.

Das Team des DZIF schaffte es, seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs in kürzester Zeit drei zusätzliche Kurse zu organisieren. Ohne das Engagement der Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen wäre dieser Kraftakt nicht gelungen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Drei neue Lehrerinnen verstärken seit diesem Frühjahr das Kollegium. Wie alle Lehrkräfte sind sie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zertifiziert. „Wir freuen uns über die Hilfe“, sagt Dorette Sprengel, Mitglied im Vorstand des DZIF: „Aber wir suchen dringend noch weitere Lehrerinnen und Lehrer.“ Rückenwind und Anerkennung erhält die Arbeit des DZIF auch von offizieller Stelle. Es hat das EFQM-Programm zum Qualitätsmanagement mit Auszeichnung bestanden: Die Mitarbeiter dürfen sich als Teil einer „Outstanding Organization“ sehen.

Darüber hinaus erhielt das DZIF vom Bundesamt für Migration (BAMF) die begehrte Folgezulassung. Das BAMF finanziert die Kurse der Teilnehmer zur Hälfte und stellt daher hohe Ansprüche an die zertifizierten Anbieter. Das BAMF-Zertifikat wird standardmäßig für ein Jahr vergeben, das DZIF darf das Gütesiegel drei Jahre lang führen.

Wie hoch geschätzt die Arbeit des DZIF in der Praxis ist, zeigt die Nachfrage aus der Geschäftswelt. Ein Dorfener Hightech-Unternehmen findet dringend benötigte Fachkräfte jetzt im Ausland. Die Geschäftsleitung betraut das DZIF mit dem Auftrag, die Spezialisten in Deutsch zu schulen. Das DZIF stellt sich den Herausforderungen der Zeit: „Weil wir eine Kinderbetreuung haben, können wir unsere Kurse auch jungen Müttern aus der Ukraine und aus aller Welt anbieten“, sagt Sprengel.

Spendenkonto

Wer die Arbeit des DZIF unterstützen möchte, kann unter folgender Bankverbindung spenden: VR-Bank Taufkirchen-Dorfen, IBAN: DE91 7016 9566 0006 4633 04; Kreis- und Stadtsparkasse Erding-Dorfen, IBAN: DE45 7005 1995 0020101705

IT-Spezialisten belegen Kurse

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