Hinter dem Krankenhaus wird gebaut: Bürgermeister Heinz Grundner (r.) und Landrat Martin Bayerstorfer begutachten den Standort, im Hintergrund ist ein Trakt der Klinik zu erkennen. Das alte Personalwohngebäude (im Bild) hinter der Klinik kommt weg.
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Hinter dem Krankenhaus wird gebaut: Bürgermeister Heinz Grundner (r.) und Landrat Martin Bayerstorfer begutachten den Standort, im Hintergrund ist ein Trakt der Klinik zu erkennen. Das alte Personalwohngebäude (im Bild) hinter der Klinik kommt weg.

Bekenntnis zum Standort

Krankenhaus Dorfen wird erweitert: 16 Millionen Euro Baukosten

  • vonTimo Aichele
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Geriatrie, psychiatrische Ambulanz, Rettungswache und neues Personalwohngebäude - die Klinik Dorfen wird um vier Einrichtungen erweitert.

Dorfen – Mit 42 Betten ist das Krankenhaus Dorfen eine kleine Klinik – und dennoch ein wichtiger Stützpfeiler der Gesundheitsversorgung im Landkreis. Andernorts sind Häuser diese Größenordnung von der Schließung bedroht, in Dorfen wird der Standort ausgebaut. „Der Krankenhausausschuss hat eine wuchtige Erweiterungsmaßnahme beschlossen“, berichtete Landrat Martin Bayerstorfer bei einem Pressetermin am Freitagnachmittag. Die reinen Baukosten betragen nach seinen Angaben 16,1 Millionen Euro.

Das Haus soll um vier Bestandteile erweitert werden: Geriatrie, psychiatrische Ambulanz, ein neues Personalwohngebäude und eine Rettungswache, ergänzt durch eine Tiefgarage mit rund 100 Stellplätzen. Bayerstorfers Prognose: „In fünf Jahren ist das in Betrieb.“

Gebaut wird auf einer weitgehend freien Fläche nordwestlich vom Krankenhaus, die sich im Besitz des Landkreises befindet. Nur das desolate alte Personalwohngebäude muss abgerissen werden. Der Ersatz dafür wird Platz für 24 kleine Apartments haben. „Das ist wichtig in Zeiten, in denen man händeringend Pflegepersonal sucht“, sagte Bayerstorfer.

Die Rettungswache ist auf der Grafik blau dargestellt. Dem schließen sich psychiatrische Tagesklinik (orange) und Geriatrie (gelb) an. Ganz links und damit schon nahe der Ortsdurchfahrt Erdinger Straße gelegen, ist das neue Personalwohngebäude geplant.

Die medizinischen Erweiterungen sind zunächst ambulant geplant, also nicht mit weiteren Betten verbunden. Zum einen ist das eine geriatrische Abteilung. „Die Menschen werden immer älter, deswegen ist Altersmedizin immer stärker gefragt.“ Denkbar sei eine Kooperation mit der Klinik Wartenberg, die hier bereits spezialisiert sei, so Bayerstorfer. „Das Krankenhaus Dorfen ist eine internistische Klinik und soll es bleiben“, erklärte Chefarzt Dr. Ludwig Rudolf. Da passe die Geriatrie bestens dazu.

Die psychiatrische Ambulanz und Tagesklinik ist wiederum eine Außenstelle des KBO-Klinikums in Taufkirchen. Und auch das ergänze sich gut, erläuterte Krankenhausdirektor Dr. Dirk Last. „Das KBO-Klinikum will eine gerontopsychiatrische Ambulanz anbieten“, sagte er. Durch Krankheitsbilder wie Demenz gebe es hier wichtige Überschneidungen mit der Geriatrie.

Die neue Rettungswache stellt laut Bayerstorfer eine „überfällige Verbesserung“ dar. Sie komme näher an die Buchbacher Straße und könne damit diesen Bereich besser versorgen. „Das liegt ja auch nahe, das am Notarzt-Standort am Krankenhaus zu realisieren“, so Bayerstorfer. Außerdem liege die derzeitige BRK-Wache in der Isener Siedlung und damit in einem reinen Wohnbereich, ergänzte Bürgermeister Heinz Grundner. Insgesamt lobte er das „klare Signal zur Festigung des Klinikstandorts“.

Die Bruttogeschossfläche beträgt 4570 Quadratmeter plus die Tiefgarage mit 2100 Quadratmetern. „Wir wollen das in einem ÖPP-Modell machen“, erläuterte der Landrat den Beschluss, den der Krankenhausausschuss in einer Strategieklausurtagung gefällt hat. Mit einer solchen Öffentlich-privaten Partnerschaft habe man schon bei der Akademie für Gesundheitsberufe in Erding gute Erfahrungen gemacht. In einem sogenannten Lebenszyklusmodell ist dabei ein Generalübernehmer der Bauherr. Das heißt: Der Landkreis mietet das Gebäude für 25 Jahre, zahlt es auf diese Weise ab und übernimmt es dann vertragsgemäß in einwandfreiem Zustand.

Mehr Personal wird die Erweiterung zunächst nicht bringen. Aktuell sind am Krankenhaus Dorfen zehn Ärzte angestellt. In der Pflege sind es 25 Vollzeitstellen.

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