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In giftgrünen Autos vom Allgäu bis nach Jordanien (vorne, v. l.): Dominik Sinseder (Taufkirchen), Martin Wastl (Dorfen), Matthias Pfanzelt (Schwindkirchen), Tobias Hölzl (Schwindkirchen), Dominik Göschl (Armstorf), Markus Pfanzelt (Schwindkirchen), Magdalena Stadler (Schwindkirchen) und Carolin Blasi (Haag) sowie (hinten, v. l.) Manuel Seisenberger (Armstorf), Daniel Bürger (St. Koloman), Christoph Decker (Armstorf) und Christoph Mederer (Velden). 

Erlebnisse bei der Allgäu-Orient-Rallye 

26 Tage, 12 Länder, 8000 Kilometer

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Dorfen - Was für ein Abenteuer: Zwölf junge Frauen und Männer aus den Landkreisen Erding und Mühldorf nahmen an der Allgäu-Orient-Rallye teil. Was sie alles erlebt haben, erzählen sie am Sonntag, 6. Mai, im Dorfener Pfarrheim.

Sie haben den besten Döner der Türkei gegessen, in der Wüste Israels Musik gemacht und in Jordanien Schulranzen verteilt. Zwölf junge Frauen und Männer aus den Landkreisen Erding und Mühldorf – zwischen 20 und 38 Jahre alt – waren im vergangenen Jahr bei der Allgäu-Orient-Rallye dabei: Jeweils zu zweit im Auto durchkreuzten sie in 26 Tagen zwölf Länder und brachten über 8000 Kilometer hinter sich – und das alles ohne Navi.

Carolin Blasi (24), Erzieherin aus Haag, sagt: „Es war eine unfassbare Erfahrung.“ Denn: „Ich finde den Grundgedanken toll, ein Abenteuer mit einem sozialen Projekt zu verbinden.“ Ein Jahr nach der großen Reise sprudeln die Erinnerungen immer noch aus ihr heraus. Am kommenden Sonntag sprechen die Teilnehmer im Pfarrheim Dorfen über ihre Fahrt vom Allgäu nach Jordanien.

Die Voraussetzungen für die Rallye: Die Autos dürfen nicht mehr als 1111,11 Euro kosten, Autobahnen oder Mautstraßen sind tabu. Auf dem Weg muss das Team immer wieder Aufgaben bewältigen: für die Völkerverständigung – und, um Menschen in Not zu helfen.

Die erste Herausforderung: „In vier Tagen mussten wir vom Allgäu nach Istanbul fahren“, erzählt Blasi. Die befreundeten Teilnehmer starteten in Oberstaufen. Von dort ging es über Österreich nach Slowenien: „Und da hatten wir schon die erste Panne.“ Zwölf Stunden mussten sie in Ljubljana ausharren, ehe der Keilriemen ausgetauscht war. „Aber es war schön, dass wir in jedem Land Unterstützung bekommen haben – ohne die Sprache zu können und nur das Handyfoto vom kaputten Auto in der Hand.“

Nach der Panne in Slowenien fuhr die Gruppe über Kroatien und Bosnien weiter nach Montenegro: „Da haben wir dann eine Geldspende von 1111 Euro an eine Schule für geistig behinderte Kinder übergeben“, sagt Blasi. Das Geld haben sie im Vorhinein zusammengekratzt: „Wir haben Firmen angehauen, aber auch Verwandte, Bekannte, Freunde.“

Weiter ging es über Albanien nach Griechenland. Aber: „Da standen wir um zwei Uhr nachts am Grenzübergang – und der war zu.“ Also mussten sie den Umweg über Bulgarien in Kauf nehmen. „Wir sind zum Teil wirklich tagelang durchgefahren“, erzählt Blasi: „Der Beifahrer hat geschlafen, der andere ist gefahren, das ging wirklich an die Substanz.“ Auf dem Weg verteilten sie Firmenspenden an Kinder in Not – Luftballons, Malbücher oder Süßigkeiten.

Nach der Türkei verläuft die Route eigentlich durch Syrien nach Jordanien: „Aber wegen des Bürgerkriegs konnten wir da nicht durch.“ Also flogen sie erst nach Israel. Die Autos folgten via Fähre nach Haifa: „Da sind wir zu Schulen gefahren und haben Schulranzen vorbeigebracht.“ Und: „Wir haben Musikinstrumente in ein Camp in der israelischen Wüste für drogenabhängige Jugendliche gebracht.“ Danach fuhren die zwölf Helfer nach Jordanien weiter. „Dort haben wir unsere Autos dann verkauft.“ Der Erlös kam der Dream Foundation zugute: „Sie hat in Jordanien eine Schule aufgebaut.“

Bei der Allgäu-Orient-Rallye dabei waren Dominik Sinseder aus Taufkirchen, Martin Wastl aus Dorfen, Matthias und Markus Pfanzelt, Tobias Hölzl und Magdalena Stadler (alle Schwindkirchen), Dominik Göschl, Manuel Seisenberger und Christoph Decker (alle Armstorf), Carolin Blasi aus Haag, Daniel Bürger aus St. Koloman und Christoph Mederer aus Velden.

Reisen für guten Zweck

Am Sonntag, 6. Mai, um 20 Uhr erzählen die Rallye-Teilnehmer von ihren Erlebnissen. Organisator ist der DUKA-Arbeitskreis Eine Welt Dorfen.

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